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Thema: BPM,SOA IT-Consulting

Consulting

IT-Berater auf dem Vormarsch

Michael Bauer, Geschäftsführer des IT-Beratungshauses Trivadis: „IT wird heute nicht mehr aus den IT-Abteilungen, sondern aus den Fachabteilungen betrieben.“

Beratung suchende Unternehmen müssen sich daher entscheiden, was ihnen wichtiger ist: die Erstellung eines relativ neutralen Konzeptes oder ein subjektiv gefärbtes aber technisch fundiertes Umsetzungswissen. Hilfreich kann in diesem Zusammenhang auch die Fragestellung sein, ob man sich lieber in die Hände eines kleinen Beratungshauses begibt oder ein großes internationales vorzieht. Klaus Heidenreich, Manager Sales & Marketing des SAP-Partners itelligence, meint dazu: "Die Stärke der Großen ist wohl das umfassende Know-how mit Erfahrungen und Referenzprojekten in den verschiedensten Branchen und den unterschiedlichsten Aufgabenstellungen. Wer sich an die Großen wendet, kann ziemlich sicher sein, jemand mit Branchenexpertise zu finden. Der Vorteil der Kleinen liegt hingegen darin, dass sie eine mittelständische Vorgehensweise mit Branchenwissen bieten. Wer weniger Wert auf Papierkonzepte legt und mehr auf eine klare Darstellung, fährt mit kleinen Beratungsunternehmen besser."

Prognosen für die Zukunft: "3. Modus Beratung"

Wie sich die Beraterszene künftig entwickeln wird, scheint allerdings noch völlig offen. Jörg Hossenfelder, Geschäftsführer bei Lünendonk, meint, dass sich der Markt in den kommenden Jahren thematisch aufgliedern wird in Spezialisten, die etwa eine besondere Expertise hinsichtlich Branche aufweisen und die so genannten Allrounder, die Beratung und Umsetzung aus einer Hand bringen. Erstere punkten mit ihrem Spezialwissen, die anderen bieten Unternehmen einen besseren Projektüberblick, da sich Kosten und Ansprechpartner einfacher einordnen lassen.

Jörg Hossenfelder, Geschäftsführer bei Lünendonk: „Der Markt wird sich in den kommenden Jahren thematisch aufgliedern in Spezialisten, die etwa eine besondere Expertise hinsichtlich Branchen aufweisen und die sogenannten Allrounder, die Beratung und Umsetzung aus einer Hand bringen.“

Johannes Adler wiederum geht davon aus, dass beide Beratungssegmente bestehen bleiben, allerdings durchaus mit starken Überschneidungen und Synergien. "Es gibt eine Vielzahl an Managementberatungsthemen, die bei den klassischen Consultants besser aufgehoben sind, etwa Changemanagement, Business Development oder Kostenanalyse." Für ihn ist aber weiter auch absehbar, dass sich beide Beratungsansätze - also einerseits Fachberatung mit inhaltlichem Expertenwissen und Prozessberatung mit Schwerpunkt auf Organisation, Prozess- und Kommunikations-Architekturen - weiter annähern werden. Adler: "Das bedeutet, dass die jeweiligen Beratungsansätze Elemente, Inhalte und Aufgabenfelder des anderen Ansatzes aufgreifen werden. So werden sich vermutlich mehr IT-Berater mit Themen der Strategieentwicklung beschäftigen und immer mehr klassische Berater erobern die Geschäftsprozessoptimierung." Das sieht auch Michael Bauer so. Er meint ebenfalls, dass sich der Markt stärker durchmischen wird. "IT wird auf der einen Seite Commodity, auf der anderen Seite kann eine nicht funktionierende IT schnell tödlich für ein Unternehmen werden. Nur die Unternehmen, die die Möglichkeiten der IT ausnützen können, werden langfristig im Markt bestehen." Adler: "Hier hört man immer öfter den Begriff ‚3.Modus der Beratung', der beide Felder in sich vereint. Wie dieser jedoch exakt zu definieren ist, steht noch in den Sternen."

In einem sind sich aber alle einig: Der Berufsstand der Berater ist sicher kein Auslaufmodell. Jörg Hossenfelder abschließend: "Berater arbeiten konjunkturunabhängig: Ist die Lage gut, benötigen Unternehmen Consulting für das Wachstum, ist die Lage schlecht, dann benötigen sie Beratung zur Kostenreduktion. Auch die Globalisierung und die sich schnell wandelnden Anforderungen an Unternehmen sorgen für genügend Arbeit!"

Marktvolumen der IT-Beratung in Deutschland, Österreich & Schweiz
  • Strategieberatung: 30,5 Prozent
  • Organisationsberatung: 33,7 Prozent
  • HR Consulting: 10,6 Prozent
  • IT-Beratung: 25,2 Prozent

(Quelle: BDU e.V. für 2006)

 

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