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Strategien

Studie: KPMG

Risikomanagement gewinnt an Bedeutung

Strategische Bedeutung wird von Unternehmen erkannt, die Umsetzung erfolgt jedoch eher langsam.

Die Economist Intelligence Unit wurde von KPMG International mit der Studie über "The Evolution of Risk and Controls: From score-keeping to strategic partnering" beauftragt. Die EIU führte weltweit eine Umfrage unter 435 Führungskräften durch, von denen die Hälfte in Unternehmen mit einem Jahresertrag von über 1 Mrd. USD tätig ist.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen sich der strategischen Bedeutung des Risikomanagements immer bewusster werden, auch wenn mangelndes Risikobewusstsein immer noch das größte Hindernis darstellt. Das Risikomanagement im Unternehmen könnte sich zu einem wichtigen Schlüsselkriterium für die Bewertung der Unternehmensleistung entwickeln, so die Einschätzung.

"Als wichtigster Faktor für Veränderungen im Risikomanagement wurde in unserer Studie das größere Interesse der Geschäftsleitung an Risiken und Kontrollen genannt. Dicht gefolgt von der Expansion in neue Märkte und Regionen sowie dem Aufkommen neuer Risiken. In den Unternehmen wird inzwischen das Wertschöpfungspotenzial durch wirkungsvolles Risikomanagement geschätzt. Die schwierigste Prüfung steht jedoch noch bevor: die Ausschöpfung dieses Potenzials", kommentiert Peter Ertl, Geschäftsführer der KPMG in Wien, die Ergebnisse der Studie. "Unter dem anhaltenden Druck der Regulierungsbehörden und der eigenen Geschäftsleitung sind die internen Teams für Risikomanagement jetzt gefordert, sich aktiv der Wertschöpfung zuzuwenden."

Die Fortschritte werden sich jedoch möglicherweise nur langsam einstellen, da Unternehmen raschen Veränderungen skeptisch gegenüber stehen. Trotz der Verbesserungen in der letzten Zeit zeigt die Umfrage unter 435 leitenden Angestellten, dass das begrenzte Risikobewusstsein immer noch das größte Hindernis für ein wirkungsvolles Risikomanagement darstellt. 22 Prozent der Befragten nannten dies als Hauptgrund, gefolgt von den Kriterien "Ressourcenknappheit" und "unzureichendes Verständnis für die Risiken im Geschäftsumfeld" mit je 17 Prozent.

Die Befragten stimmten darin überein, dass dem Risikomanagement dringend eine höhere Bedeutung beigemessen werden sollte. In den Befragungen wurde die Notwendigkeit der Ausbreitung einer Risikokultur im gesamten Unternehmen betont.

"Die Abwägung des Risikos sollte Teil jeder Unternehmensentscheidung sein", erklärt Gert Weidinger, Geschäftsführer der KPMG in Linz. "Risiko und Kontrolle sind nicht mehr nur in den Finanzabteilungen Schlagwörter. Es existiert bereits ein besseres Verständnis für die Auswirkungen von nicht finanziellen Risiken, zum Beispiel in Bezug auf Image, Markenwert und Verantwortung der Unternehmensleitung. Diese neue Denk- und Arbeitsweise setzt sich natürlich nicht über Nacht durch. Entscheidend ist jedoch, dass Unternehmen die Notwendigkeit der veränderten Sichtweise erkennen und bewusst die Entwicklung in diese Richtung anstoßen."

Die vollständige Studie findet sich auf www.kpmg.at

Zahlen und Fakten
  • Outsourcing und Co-Sourcing: Bei 58% der Befragten wird die Interne Revision unternehmensintern abgewickelt. 39% lagern zumindest Teile davon aus - knapp neun Prozent davon zur Gänze.
  • Enterprise Risk Management (der systematische Ansatz zur Identifikation, Bewertung, Analyse und Steuerung von Chancen und Risiken): 30% der befragten Unternehmen haben bereits ein Enterprise Risk Management-System eingesetzt, 42% erwarten, dass dies in den nächsten drei Jahren geschehen wird und 17% erwarten kein solches.
  • Investitionen in das Risikomanagement: 30% der Unternehmen erwarten einen signifikanten Anstieg an Investitionen und Ressourcen für das Risikomanagement. 55% erwarten eine leichte Erhöhung und 12% erwarten keine Veränderungen.
  • Als wichtigste Herausforderung in den nächsten drei Jahren betrachten 38% die rechtzeitige Identifizierung von neuen Risiken. 31% betrachten die Aufrechterhaltung von dauerhaften internen Strategien und Abläufen als wichtigstes Ziel.

 

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Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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