Die IT produziert durch ihren Energiehunger weltweit genauso viel CO2 wie 320 Mio. Kleinwagen. Klingt nicht gut und ist es auch nicht. Aber: 97% des Treibhaus-Gases gehen auf das Konto des Kerngeschäfts der Firmen, konstatiert eine Studie von A.T. Kearney. Da ist die Frage, wo die Ökologie-Hebel am dringendsten angesetzt werden sollten, rein rhetorisch.
Ein ökologischer Freispruch für die IT?
Im Gegenteil! Natürlich müssen die CIOs weiter konsequent vor ihrer eigenen Tür kehren. Durch die Umsetzung von bereits bekannten Energiesparkonzepten kann die IT ihren eigenen CO2-Ausstoß halbieren, so Kearney. Darüber hinaus gilt es aber, über den Tellerrand des eigenen Rechenzentrums zu schauen und sich die Rolle der IT als wichtigster Innovationstreiber in Erinnerung zu rufen.
Durch IT-gestützte Maßnahmen und die aktive Mitgestaltung der CO2-Strategie durch die IT könnten Unternehmen ihre gesamte Energiebilanz nachhaltig verbessern - besonders in energieintensiven Branchen. "Green IT ist die Pflicht, mit Green Business gelingt die Kür zu mehr Klimaschutz", so A.T. Kearney-Experte Marcus Eul.
IT als Klimaretter
Auch der deutsche IKT-Verband BITKOM ist bemüht, die eigene Branche vom Umweltpranger wegzukriegen. Sie sei für 2% der CO2-Emissionen verantwortlich, leiste aber 6% der weltweiten Wertschöpfung, wurde auf der deutschen Klimaschutz-Konferenz im Februar betont. Die IT sei also Vorbild in Sachen Energieeffizienz.
Ziel müsse sein, das Wirtschaftswachstum quer durch alle Branchen vom Energieverbrauch zu entkoppeln, indem man energieeffizientere Produkte konstruiert, produziert und diese dann auch umweltschonend nutzt und recycelt. Für die IT bedeutet das eine große Profilierungschance in Sachen Umweltschutz. IT-gestützte Systeme und IT-getriebene Innovationen sind nämlich der Schlüssel zu Ressourcen schonenden Verfahren bei der Energie- und Rohstoffgewinnung, in der Produktion und beim Transport. Der vermeintliche Klimasünder könnte zum Klimaretter mutieren.





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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 