Newsfeed abonnieren
Strategien

MONITOR-Diskussionen auf der ITnT - ERP-Gesprächsrunde

Blick über den nationalen Tellerrand

Die ERP-Welt besteht nicht nur aus SAP. Viele Anbieter beackern den Markt, der zurzeit boomt. MONITOR lud auf der Fachmesse ITnT im Februar fünf ERP-Anbieter und einen Berater zur Gesprächsrunde, um den Markt und ihre Strategien zu hinterfragen. Glaubt man ihren Aussagen, so war 2007 für alle Anbieter ein "mega"-erfolgreiches Jahr.

(V.l.n.r.): M. Hufnagl, H. Rath, G. Morgner, C. Weiss, P. Bereiter, H. Lexen - (Bild: Christine Wahlmüller)

Ohne ERP-Software läuft heute nichts mehr. Denn auch Klein- und Mittelbetriebe haben zunehmend erkannt, dass das Führen, Steuern und Kontrollieren des Unternehmens und viele betriebswirtschaftlich erforderliche Tätigkeiten effizient (und damit zeit- und kostensparend) mittels adäquater Software-Lösung abgedeckt werden können. Aber: Welche Software auswählen? - Keine leichte Entscheidung, denn der boomende Markt hat viele Anbieter hervorgebracht.

Ein guter Indikator ist seit 2003 die ERP-Zufriedenheitsstudie, die von der i2s Consulting in Österreich, Deutschland und der Schweiz jährlich in Kooperation mit Trovarit durchgeführt wird. "Trotz einiger Übernahmen haben wir immer noch ungefähr gleich viele Anbieter, für die Kunden bedeutet das sehr viele Möglichkeiten am Markt", bemerkte Christoph Weiss vom i2s Büro Österreich. "Viele Mosaiksteinchen sind bei der Auswahl der Software zu beachten", verwies Weiss auf die Herausforderung, die passende ERP-Lösung zu finden.

Die ERP-Anbieter zeigten sich auf der ITnT sehr zufrieden. "Wir haben 2007 das beste Unternehmensergebnis der Gruppe erzielt. Außerdem haben wir heuer drei Kunden gewonnen, die wir vor zehn, zwölf Jahren knapp verloren haben", freute sich Helmuth Rath, Geschäftsführer von proALPHA aus Gleisdorf/Stmk.

"2007 war für uns sehr gut, wir können überhaupt in den letzten 15 bis 20 Jahren auf ein kontinuierliches Wachstum zurückblicken", zeigte sich auch Markus Hufnagl, Geschäftsführer von oxaion Österreich, mit den Geschäften sehr zufrieden. Oxaion, vor 30 Jahren von vier ehemaligen IBM-Mitarbeitern in Deutschland gegründet, punktet heute mit Branchenlösungen in der Fertigung und im technischen Großhandel, im Maschinenanlagenbau und der Elektronikindustrie.

Branchenspezialisierung?

"Wir leben im wesentlichen von Mundpropaganda, 2007 war auch für uns ein legendär gutes Jahr, wir gelten offenbar irgendwie als Geheimtipp der Branche", freute sich Helmuth Lexen, Geschäftsführer von Pollex-LC Software. Das Familienunternehmen aus Kematen an der Krems (OÖ.) kann zudem stolz auf die die Bewertung "Sehr gut" bei der letzten ERP-Zufriedenheitsstudie verweisen. "Wir haben jetzt auch ein neues Software-Konzept, das es erlaubt, die Prozesse völlig neu zu definieren. Es handelt sich daher um eine "gestaltbare" und nicht nur konfigurierbare Software", verriet Lexen, womit er bei den Kunden punktet. Eine Branchenspezialisierung sei daher gar nicht notwendig, so Lexen.

"Wir unterscheiden schon klar nach Branchen", präsentierte Peter Bereiter, Managing Partner von Terna, eine andere Strategie. Terna beschäftigt sich mit dem Vertrieb von drei bekannten ERP-Lösungen: Lawson Movex M3, Dynamics AX von Microsoft sowie IBS Enterprise vom schwedischen Hersteller International Business Systems. "Wir konnten 2007 einige Migrationsprojekte gewinnen und die Vertriebspipeline neu aufbauen", berichtete Bereiter. Das Unternehmen mit der Zentrale in Innsbruck hat übrigens zu 50 Prozent seine Kunden in Süddeutschland.

Internationalisierung?

Nationale Niederlassungen und ein gutes Vertriebs- und Consulting-Partnernetz sind in der ERP-Branche unverzichtbar. Auch der Münchner ERP-Anbieter SoftM, in Österreich mit Standorten in Wien und seit ein paar Monaten auch in Tirol vertreten, setzt auf ein regionales Betreuungsnetz. Die börsenotierte SoftM hat durch den Kauf der bekannten ERP-Software "Semiramis" zuletzt für Schlagzeilen gesorgt. "Wir werden mit Semiramis die Zukunft gestalten", zeigte sich Verkaufsleiter Gerald Morgner voller Tatendrang. Auch wenn wir hauptsächlich den österreichischen und deutschen Markt abdecken, dürfen wir jetzt die Internationalisierung nicht verschlafen", sagte Morgner.

Eine einhellige Meinung aller Teilnehmer, wie sich herausstellte. "Wir sind zwar nur ein kleines Unternehmen, aber trotzdem in zehn Ländern installiert", bemerkte Helmut Lexen einen Trend, "mit den Kunden mitzugehen". "Wir arbeiten derzeit an einer japanischen und chinesischen Version für einen Kunden, haben aber auch schon in Indien und den USA installiert", erzählte Markus Hufnagl. "Man muss in Zukunft sicher genau aufpassen, ob und wer international wie vertreten ist", gab Berater Christoph Weiss zu bedenken.

Pläne 2008?

"Wie sehen die Ziele und Strategien 2008 aus?" leitete Monitor-Chefredakteur Rüdiger Maier die Schlussrunde ein. Für Markus Hufnagl von oxaion war klar: 2008 geht es darum, sich am Markt mit der neuen, offenen Lösung, die auf allen Plattformen und Betriebssystemen läuft, zu positionieren. "Wir werden unsere neue Release bei der Cebit präsentieren", machte Helmuth Rath von proALPHA neugierig. Wichtig wird wieder einmal sein, die Bedürfnisse des Kunden genau zu erkennen und den Kunden zu verstehen. "Pollex-LC spricht die Sprache des Unternehmens, die Prozesse können frei definiert werden", unterstrich Helmut Lexen und will genau damit 2008 weiter zufriedene Kunden generieren. "Ein ERP-Projekt macht man nicht jedes Jahr, machen Sie sich die ERP-Zufriedenheitsstudie als Informationsquelle zunutze. Wer Kunde ist, sollte bei der Studie bitte mitmachen", meinte schließlich Consulter Christoph Weiss.

TIPP: Die ERP-Zufriedenheitsstudie 2008 erscheint im Oktober. Informationen und kostenloser Download der Management Summit der Studie 2006 unter www.erp-z.at

ERP-Gesprächsrunde ITnT, 7.2. 2008
Teilnehmer:
  • Peter Bereiter, Managing Partner Terna
  • Markus Hufnagl, GF oxaion
  • Dr. Helmut Lexen, GF Pollex-LC Software
  • Gerald Morgner, Vertriebsleiter softm Österreich
  • Mag. Helmuth Rath, GF proALPHA
  • Mag. Christoph Weiss, i2s Consulting, Büro Österreich

Moderation: Rüdiger Maier, Chefredakteur MONITOR

weitersagen: drucken
ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

maximize
Termine

18. Juni - 22. Juni

In ganz Österreich

SAP Mittelstandstage

Print-Archiv
Folgen Sie uns
Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Dr. Christine Wahlmüller

Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum