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Netz & Telekom

Interview mit Axel Diekmann, Kaspersky

Hosted Sevices im Kommen

MONITOR sprach mit Axel Diekmann, dem neuen Geschäftsführer bei Kaspersky Lab für die DACH-Region, über aktuelle Trends im Anti-Malware-Business.

Axel Diekmann, 44, war ursprünglich Bundeswehroffizier, musterte 1993 ab und kam über den Xerox-Vertrieb ins Produktmanagem- ent zu Network Associates und später zu Integralis. 2004 stieß er als Channel Sales Manager zu den in Zentraleuropa gerade durchstartenden Kaspersky Lab.

Herr Diekmann, Sie folgen als Geschäftsführer für die DACH-Region Andreas Lamm nach, der zum neuen Kaspersky-Europachef bestellt wurde. Was wird sich für die Region unter Ihrer Leitung verändern?

Kaspersky Lab hat in den vergangenen Jahren eine atemberaubende Entwicklung gemacht und es gilt diesen Aufwärtstrend fortzusetzen. Wir wollen die Marktführerschaft im Retail-Markt ausbauen und im Unternehmensmarkt unter die "Top 3" vorstoßen. Gerade deshalb ist mir aber Konstanz sehr wichtig. Natürlich schauen wir uns den Markt an, analysieren und suchen Verbesserungspotential, aber wir werden an unserem rein indirekten Vertriebsmodell festhalten.

Wie schätzen Sie die zunehmende Kriminalisierung und Vernetzung unter den Malware-Verbreitern ein?

Schadsoftware ist heute ein Milliardengeschäft, außerdem werden die Angriffe immer zielgerichteter. Die Vorgangsweise muss es deshalb sein, ein möglichst engmaschiges Sicherheitsnetz zu knüpfen. Hier gehen wir zwei parallele Wege. Der eine ist ein technischer und zielt darauf ab, zum Beispiel die Erkennungsheuristik der Software immer weiter zu schärfen, der zweite zielt auf Kooperationen wie jetzt in Deutschland mit dem Bund Deutscher Kriminalbeamter. Unser Viruslab gewinnt jeden Tag neue Erkenntnisse über die Strategien und Technologien der Cyberkriminellen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dieses Wissen mit den Sicherheitsbehörden zu teilen.

Letzten Herbst wurden die Kaspersky Hosted Security Services gelauncht. Sehen Sie in der Entlastung der Unternehmen durch solche Hosted Services auch eine Möglichkeit, Lücken im Sicherheitsnetz zu vermeiden?

Ich halte das nicht für eine allein seligmachende Lösung, aber für eine langfristig sehr interessante. Wir haben diese Services auf der letzten "Systems" vorgestellt und können jetzt Sicherheit auch als Dienstleistung anbieten. Der Datenverkehr wird von Kaspersky Lab über sicherheitszertifizierte Rechenzentren umgeleitet und anschließend schadsoftware- und spamfrei an die Kunden ausgeliefert. Hier eröffnen sich auch neue Chancen für unsere Reseller, die jetzt mit einer spannenden neuen "Story" zum Kunden gehen gönnen.

Wie wird diese neue Dienstleistung angenommen?

Wir haben inzwischen in der DACH-Region erfreulich viele Kunden gewonnen und denken, dass die Vorteile vor allem auch im Umfeld von Klein- und Mittelbetrieben immer wichtiger werden. Die Unternehmensadministration wird dadurch genauso entlastet wie die Systemressourcen vor Ort. Die Sicherheitsanforderungen für das gesamte Unternehmen können zentral administriert werden.

Sind Österreichs Unternehmen beziehungsweise Ihre Vertriebspartner schon "ready to be hosted"?

Es kommen bereits gegen 20% der Kunden aus Österreich und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man hier sehr innovativ und neugierig ist. Das Partnerumfeld beginnt auch schon dementsprechend zu reagieren: Es gibt welche, die davon begeistert sind und welche, für die es weniger in Frage kommt.

Wie schätzen Sie hier das Umsatzpotential für Kaspersky Lab ein?

Für die DACH-Region peilen wir 3-5% des Gesamtumsatzes an, derzeit liegen wir bei unter 1%. Man muss sehen, dass es für die meisten Partner absolutes Neuland ist: Wir müssen hier Entwicklungsarbeit leisten - und die Partner müssen dann das Thema bei ihren potentiellen Kunden richtig adressieren.

Wie sehen Sie die Entwicklung bei Malware im "Mobile"-Umfeld?

Je mehr bestimmte Betriebssystemplattformen verbreitet sind, desto mehr werden sie korrumpiert werden. Doch die Frage müsste eigentlich viel früher ansetzen: Wissen Unternehmen, wie viele "Mobiles" im Einsatz sind? Können diese zentral verwaltet werden? Gibt es einen Diebstahlschutz? Wir adressieren diese Herausforderungen mit unserer Kaspersky Open Space Security, die weit über den traditionellen Schutz des Arbeitsplatz-Computers hinaus geht.

Andere Security-Anbieter zielen darauf, ihr Produktportfolio zu ergänzen und zum Beispiel auch in naheliegenden Umfeldern zu investieren?

Man sollte sich immer fragen, womit man sein Geld wirklich verdient. Wir stellen fest, dass uns die bislang weltweit größten Mitbewerber inzwischen sehr ernst nehmen - und wir sehen auch, dass es dort eine Reihe hausgemachter Probleme gibt, die wir vermeiden wollen.

www.kaspersky.com/de

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MONITOR-Autoren
Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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