Samsung Electronics Austria zählt zu den Durchstartern des letzten Jahres. Wie lautet das Rezept für den Aufschwung?
Der Aufschwung resultiert aus mehreren Faktoren. Dazu zählt klarerweise das Produkt, aber in Österreich ist auch immer der Preis ein maßgebliches Kriterium. Ich glaube auch, dass das Vertrauen in eine Marke sehr wesentlich ist. Und last not least ist die österreichische Fachhandelslandschaft ein sehr wesentlicher Faktor. Wir sind zu 100% dem Fachhandel committed.
Wie konnten diese Faktoren in Österreich umgesetzt werden?
Bis zum Jahr 2006 war Samsung in Österreich über einen Generaldistributor vertreten. Das war für das IT-Segment die Firma Elsat, die die Marke Samsung im IT-Segment aufgebaut haben. Generaldistribution ist zwar ein sehr wichtiger Faktor, aber damit es noch weiter geht, muss man irgendwann von einer Single-Distribution-Strategie, wie es damals war, auf eine Multi-Distribution-Strategie wechseln. Deswegen ist Samsung im September 2006 als Sales-Niederlassung nach Österreich gekommen. Bis dahin war Samsung nur als Marketing-Office vertreten.
Was waren dabei Ihre größten Erfolge?
Einen großen Anteil am Erfolg hatte das Gewinnen des Bundesbeschaffungsdeals im Monitorsegment. Wir rechnen, dass wir im Zuge dieses Geschäfts rund 25.000 Monitore verkaufen werden. Im Printer-Geschäft bauen wir derzeit die Marke auf. Wenige wissen, dass Samsung auch eine Printer-Company ist, obwohl wir weltweit der zweitgrößte Hersteller sind. Ende vergangenen Jahres konnten wir einen Auftrag über einigen hundert Multifunktionsgeräte bei der Bank Austria-Creditanstalt gewinnen.
Wie wollen Sie die Marktanteile weiter steigern?
Dieses Jahr werde ich sehr stark in die Manpower investieren und unser Power-Partner-Programm erweitern. Zudem werden wir gemeinsam mit Lösungspartnern vermehrt in die vertikalen Segmente einsteigen. Wir haben zum Beispiel fürs Ärztesegment Drucker, die die Rezeptblöcke direkt aus der Lade heraus bedrucken können. Wir haben auch Monitore, die medizinisch zertifiziert sind.
Welchen Marktanteil und Umsatz peilen Sie für Österreich an?
In den Bereichen, in denen wir tätig sind, wollen wir die Nummer eins sein. Bei Monitoren sind wir es laut GfK bereits. Bei den Printern ist dieses Ziel auch realistisch, aber keineswegs ist das ein Ziel, mit dessen Erreichung ich 2008 oder 2009 rechne. Hewlett-Packard ist ganz einfach ein starker Printer-Faktor. Aber ich möchte eine sichtbar starke Nummer zwei am Printer- und Multifunktionsgeräte-Markt sein. Und das erwarte ich für Ende 2008.
Bei den Monitoren haben wir 2007 um die 85.000 Monitore verkauft. Wenn wir 2008 die 100.000 schaffen, wäre ich sehr glücklich. Bei den Printern möchte ich 2008 zwischen 25.000 und 30.000 Printer verkaufen. Der Umsatz für 2008 sollte realistisch gesehen nicht unter 30 oder 35 Millionen Euro liegen.
Was planen Sie, um die Marke zu stärken und noch bekannter zu machen?
Der Erfolg einer Marke läuft in Österreich im IT-Umfeld ganz klar über B2B. B2C ist extrem wichtig, aber es ist ganz klar kein nachhaltiges Geschäft. B2B ist ein nachhaltiges Geschäft. Da spreche ich nicht von Box-Moving, sondern von strategischen Lösungssegmenten. Wir haben eigene Monitore, die dank eingebauter Web-Cam und Konferenz-Software auch als Communication-Lösung fungieren. Im Druckerbereich sind wiederum vertikale Lösungen sehr gefragt. Also Lösungen, die individuell auf die Kundenbedürfnisse angepasst sind, ohne dass sie sich deswegen von einem Standard wegbewegen. Im Printersegment existiert meines Wissens kein Hersteller, der dem Kunden im Corporate-Account-Segment bei Bedarf die Firmware ändert. Wir können das.
Wie wichtig ist Green IT für Samsung?
Green IT ist extrem wichtig für uns. Wir haben schon lange Green-IT-Produkte, etwa einen Monitor, der Anionen beseitigt. In Asien ist das ein Renner, bei uns weniger. Jetzt bringen wir neue Monitore, die hardwaremäßig programmiert werden können, wann sich das Gerät abschalten soll. Das ermöglicht im Maximalfall eine Einsparung pro Jahr und Monitor von bis zu 200 Euro. Davon unabhängig werden unsere Monitore entsprechend der aktuellen Zertifizierungen (VESA, ISO 14000 etc.) gebaut.
Wann kommen Samsung Notebooks nach Österreich?
Ich werde nur dann Produkte auf den Markt bringen, wenn ich mit diesen auf dem Markt reüssieren kann. Entsprechende Ressourcen vorausgesetzt könnte ich mir theoretisch vorstellen, dass 2009 das Jahr wird, in dem Samsung auch in Österreich wieder Notebooks auf den Markt bringt.
Was erwarten Sie sich von der EURO 2008?
Für mich ist sie interessant, weil wir so genannte Multifunktionsgeräte haben, also Monitore mit eingebautem TV-Tuner, ideale Zweitgerät also. Wir arbeiten derzeit an Bundles und Angeboten für den Retail. Wir werden mit diesen Geräten auch neue Vertriebskanäle beschreiten. Diese Geräte sind ideal für Electronic-Partner- oder auch für Red-Zac-Händler. Sie ermöglichen ihnen einen Einstieg in die IT-Welt. Außerdem: Fernseher haben 1 Jahr Garantie, Monitore haben 3 Jahre Garantie.
Sie sind für die Region Österreich, Slowenien und Schweiz zuständig. Wie unterscheiden sich diese Länder voneinander?
In Slowenien haben wir einen Marktanteil von 35 bis 40%, also genau das was Hewlett-Packard in vielen Ländern hat. In Österreich und in der Schweiz gibt es bei den Printern noch sehr viel Potenzial und auch der Displaybereich kann noch ein gutes zweistelliges Wachstum bieten. Der geplante Gesamtumsatz für die Region Österreich, Slowenien, Schweiz liegt 2008 bei rund 100 Mio. Euro.




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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 