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Editorial

Editorial März 2008

SOA kommt, aber langsam

Über die Einführung Serviceorientierter Architekturen (SOA) in Unternehmen wird schon länger gesprochen, nun kommt aber mit einer neuen Studie und interessanten Angeboten mehr Bewegung in den Markt. Daher geben wir Ihnen im "Thema" dieser Ausgabe auf 20 Seiten einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen.

Dipl.-Ing. Rüdiger Maier

IBM, SAP und Software AG haben in einer gemeinsamen Studie die heimischen Top-500-Firmen ins Visier genommen und herausgefunden, dass bereits 43% den SOA-Weg eingeschlagen haben. MONITOR-Autor Alexander Hackl hat bei seinen Recherchen (S. 20) festgestellt, dass der SOA-Begriff von den Befragten "teilweise weit interpretiert" wurde. Das entspricht allerdings dem Umstand, dass auch die drei Auftraggeber unterschiedliche Ansätze verfolgen. 28% der befragten Firmen gaben an, dass sie SOA bereits einsetzen. Weitere 15% planen einen Einsatz innerhalb der nächsten drei Jahre. Wesentliche Treiber sind die Bestrebungen, Lieferanten, Partner und Kunden in die eigenen Systeme zu integrieren - im Schnitt das drittwichtigste Unternehmensziel der heimischen Top 500.

Angebote der großen Hersteller

Mit der Übernahme von BEA durch Oracle ist ein weiteres Kapitel im Wettbewerb um den besten Platz an der SOA-Sonne abgeschlossen. Daher stellte sich Daniel Liebhart, Informatik-Dozent in Zürich und Solution Manager von trivadis, die Frage: Wie sehen die Produktpaletten für SOA der Hersteller Oracle, IBM, SAP und Microsoft aus? Zunächst warten sie alle mit einer Vielzahl von Versprechen auf. Jenseits dieser Versprechen ist SOA aber eine Architektur, die es Unternehmen erlaubt, standardisiert, flexibel und kostensparend Anwendungen zu erstellen und zu betreiben. Die wichtigsten Stärken sind die Standardisierung durch Web-Services als Schnittstelle zu bestehender und neuer Funktionalität, die Kostenersparnis durch die Weiterverwendung bestehender Systeme und die Flexibilität durch die Trennung von statischer und dynamischer Funktionalität sowie durch den Einsatz graphischer Modellierungstools für Geschäftsprozesse und Geschäftsregeln. Hinzu kommt, dass die genannten Hersteller von demselben SOA-Modell ausgehen, sodass die Kombination verschiedener Standardsoftware wesentlich einfacher werden dürfte. Vergleichen Sie die Angebote der vier Hersteller ab S. 9.

Verschmelzung von BPM und SOA

MONITOR-Autor Lothar Lochmaier hat den IT-Veteranen Jan Baan zum Interview gebeten, um mit ihm über sein neues Unternehmen Cordys und die Verbindung von Business Prozess Management (BPM) und SOA zu sprechen. Aus seiner langen Erfahrung in der IT weiß der Niederländer, dass Unternehmen bei der Einführung einer neuen Software nicht auf ihr bereits bestehendes System verzichten möchten. Daher habe er seine neue Lösung so konzipiert, dass die Altsysteme durch das SOA-Grid weiter genutzt werden können. "Dank der intensiven und konstruktiven Entwicklungszeit ist die BPM-Lösung auf Basis von SOA ein integriertes, vollständig aufeinander abgestimmtes System geworden!" Lesen Sie das ganze Interview ab S. 12.

Univ.-Lektor und Chief IT Architect der Software AG Österreich, Christoph F. Strnadl, breitet im Beitrag ab S. 14 seine Erfahrungen mit Business-Process-Management-Systemen (BPMS) aus. Konkret geht es hier darum, ob Ihr Unternehmen nach wie vor im Stadium in der Prozessmodellierung steckt oder aber, ob Sie bereits "Prozessmaschinen" (BPMS) im Einsatz haben, in denen die Prozesse nicht nur modelliert ("gezeichnet"), sondern buchstäblich auf Knopfdruck ausgeführt werden. Mitarbeiter finden dann alle ihnen zugeordneten Aufgaben in einer Aufgabenliste und arbeiten diese in weiteren Formularen oder direkt in den (existierenden) Applikationen ab; Software-Funktionen werden ohnehin vom BPMS automatisch aufgerufen. Die Natur von BPMS bringt es allerdings mit sich, dass die Bereiche Anwender, Fachabteilungen, Organisation auf der einen Seite und die IT auf der anderen Seite besonders eng zusammenarbeiten müssen, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

IT-Berater auf dem Vormarsch

Angesichts solch komplexer Herausforderungen wie der Einführung einer SOA nimmt es nicht wunder, dass Unternehmen wieder zunehmend externe Kompetenz nachfragen. Dabei, so fand MONITOR-Autorin Dunja Koelwel heraus, nehmen es beratende Dienstleister inzwischen durchaus mit klassischen Managementberatern auf und haben sich bereits rund 25% des Beratungskuchens gesichert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Lünendonk, das im Rahmen von Studien Beratungsunternehmen auf ihre Kompetenz hin durchleuchtet. Als IT-Berater gelten dabei "große, meist internationale Dienstleistungsunternehmen, die neben Dienstleistungen wie IT-Beratung, Systemintegration, IT- und Business Process Outsourcing auch in großem Umfang Strategie und Managementberatung erbringen." Wie auch Sie den zu Ihnen passenden IT-Berater finden, lesen Sie ab S. 26.

Noch ein kleiner Tipp in eigener Sache: Abonnieren Sie doch auf unserer neu gestalteten Homepage www.monitor.co.at gleich unseren Newsletter, und machen Sie mit beim großen Gewinnspiel "25 Jahre MONITOR"!

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Rüdiger Maier

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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