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IKT in Europa

Perspektiven des IT-Business in Europa

Europa muss noch innovativer werden

Sechs Jahre nach dem Platzen der Internet-Blase blüht und gedeiht die Informationsgesellschaft oder die wissensbasierte Wirtschaft, um einen modernen Ausdruck zu verwenden nicht zuletzt in Europa. In den letzten beiden Jahren wurde der IKT-Sektor weniger vom Segment der elektronischen Kommunikation als vielmehr von der Ausweitung des Softwaremarkts beeinflusst.

Viviane Reding

Viviane Reding ist Mitglied der Europäischen Kommission und Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien.

Enorme Umsätze bei der Systemsoftware und bei E-Business lassen darauf schließen, dass Unternehmen neue und ausgereiftere Lösungen wählen, auch wenn diese neuen Investitionen bislang auf Großunternehmen oder Früheinsteiger in fortschrittliche E-Business-Lösungen beschränkt sein mögen.

Die digitale Konvergenz bringt neue Dienste mit sich, die von den Nutzern schnell angenommen werden. Breitband wird immer verbreiteter. Die Umwandlung des Markts für Inhalte zeigt sich bereits deutlich am Umsatzwachstum bei der Online-Musik und bei den neuen Digitalgeräten. Dieser Wandel hin zur Online-Verfügbarkeit geht einher mit einer geradezu explosionsartigen Zunahme der von Nutzern geschaffenen Inhalte.

Die EU kann aufbauend auf diesen Erfolgen ihre Wachstums- und Innovationspolitik weiter fortsetzen. In allen Mitgliedstaaten wird die Schlüsselrolle der IKT bei der Erreichung unserer Wachstums- und Beschäftigungsziele anerkannt. Trotz der weiterhin bestehenden Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten haben auf einigen Gebieten wie Breitbandeinsatz neue Dienstleistungen oder elektronische Behördendienste die führenden EU-Länder auch weltweit die Nase vorn.

So ist Österreich der EU-Spitzenreiter im Bereich E-Government: Österreichs Unternehmen können ihre Behördenwege zu fast 100% online erledigen. Allerdings hapert es noch an der Nutzung, sowohl was Unternehmen als auch Bürger betrifft. Auch bei anderen wichtigen Indikatoren wie Breitbandnutzung, digitale Fähigkeiten, Online-Shopping oder der Nutzung von IKT zur Reorganisation von Geschäftsprozessen liegt Österreich im guten Mittelfeld der EU-Staaten.

In den vergangenen Jahren haben sich die Bemühungen auf europäischer Ebene darauf konzentriert, die richtigen Bedingungen für den Ausbau von Breitbandnetzen und die Steigerung der Breitbandnutzung zu schaffen. Dies war gut und richtig. Die Entwicklung geht jedoch weiter. Von den heutigen Breitbandnetzen zu den zukünftigen, auf all-IP aufgebauten Netzen der nächsten Generation oder die sich ändernde Rolle der Nutzer – man denke nur an Entwicklungen wie Web 2.0. Wir müssen noch innovativer werden, damit Europa wettbewerbsfähig bleiben kann. Wettbewerb, der durch den europäischen Binnenmarkt erzeugt wird, ist dafür die entscheidende Trumpfkarte. Mit meinen Vorschlägen zur Reform des Telekomrechtsrahmens in Europa habe ich einen entscheidenden Schritt in diese Richtung gesetzt, und ich bin überzeugt, dass die Früchte dieser Maßnahmen in den nächsten Jahren in den Zahlen und Fakten kommender Jahrbücher des MONITOR zu sehen sein werden.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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