Mit 37% setzen 22% mehr auf die aktuelle Kernlösung von SAP als noch vor einem Jahr. Gestiegen sind auch die IT-Budgets für das laufende Jahr, um rund sechs Prozent. Rund 35% des IT-Budgets sollen in das SAP-Produktportfolio fließen.
In der in diesem Jahr bereits zum fünften Mal durchgeführten Umfrage der DSAG zum Investitionsverhalten nahmen 257 Mitgliedsunternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen teil. Im Fokus stand dabei traditionell das Investitionsverhalten der Anwender in Bezug auf SAP-Lösungen. Die Umfrage belegt, dass sich der bereits im Vorjahr aufkommende Trend hin zur aktuellen Kernlösung SAP ERP 6.0 verstärkt hat.
„Die Zahlen zeigen einerseits, dass die Anwender im vergangenen Jahr ihre Upgradevorhaben umgesetzt haben und ihre IT-Landschaften modernisieren. Zum anderen wird deutlich, dass es keine Frage mehr über die Akzeptanz von SAP ERP 6.0 gibt“, so Prof. Dr. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender der DSAG. Die Vorgängerversion von SAP ERP 6.0 kam in der aktuellen Umfrage auf rund zehn Prozent. Damit setzt bereits knapp die Hälfte der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, auf die aktuelle Kernlösung SAP ERP 6.0 oder deren Vorgängerversion als führendes SAP-System.
Der Trend hin zu SAP ERP 6.0 wird sich laut Umfrage zudem fortsetzen: Von den rund 44%, die in diesem Jahr einen Upgrade planen, wollen rund 95% auf SAP ERP 6.0 umsteigen. Knapp drei Prozent erwägen einen Upgrade auf deren Vorgängerversion, nur noch rund zwei Prozent auf SAP R/3 Enterprise (4.7). Dieses Ergebnis spiegelt sich in den Verträgen wider. So haben rund 55% derzeit einen SAP-Business-Suite- (Vorjahr 48%), rund 35% einen SAP-ERP- (Vorjahr 41%) und noch knapp zehn Prozent einen SAP-R/3-Vertrag (Vorjahr 11%).
Enterprise SOA kein Treiber
Kaum Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Beweggründen für einen geplanten Releasewechsel. Bei rund 50% erfolgt der Wechsel, weil die Wartung der derzeit im Unternehmen eingesetzten Lösung ausläuft (Vorjahr 47%). Etwas mehr als ein Drittel wollen den Releasewechsel nutzen, um neue Funktionalitäten einzusetzen (Vorjahr 38%). Nach wie vor spielt Enterprise SOA als Beweggrund eines Upgradeprojekts eine untergeordnete Rolle. Positiv festzustellen ist, dass sich der Prozentsatz derer, die sich gut mit der Enterprise-SOA-Strategie von SAP vertraut fühlen, mit 43% etwas höher lag als im Vorjahr.
„Bezüglich einer einfacheren und flexiblen Gestaltung von Geschäftsprozessen sieht die knappe Mehrheit der Unternehmen grundsätzlich den Nutzen von Enterprise SOA, gleichzeitig wissen sie aber nicht, wie sie an die Projekte herangehen sollen“, erklärt Prof. Dr. Karl Liebstückel. Diese Unsicherheit bei der Herangehensweise lässt sich an den Ergebnissen der Umfrage messen. Demnach haben 75% der Unternehmen noch keine Planungen für Enterprise-SOA-Projekte unternommen. Das restliche Viertel setzt sich aus Unternehmen zusammen, die derzeit eine konkrete Realisierung planen, mitten im Projekt stecken oder Enterprise SOA ansatzweise in Form eines Prototypen umsetzen bzw. einzelne Enterprise-SOA-Projekte bereits abgeschlossen haben.
Investitionen in Dienstleistungen, Branchenlösungen und Experten
Insgesamt planen die Anwenderunternehmen knapp 35% ihrer IT-Budgets in SAP-Produkte und Services zu investieren. Rund 60% davon wollen sie für Dienstleistungen aufwenden, ein Plus von rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. 18% fließen in neue Hardware. Investitionen in Software fallen dagegen mit 23% um rund fünf Prozent geringer aus als in 2007. Der größte Anteil entfällt dabei auf SAP NetWeaver und dessen Komponenten. Auf Platz zwei liegen die SAP-Branchenlösungen, gefolgt von SAP ERP Financials.
Eine leichte Aufwärtsbewegung ist in den Unternehmen bei den sogenannten Business Process Experts festzustellen, also Mitarbeitern, die sich mit der Gestaltung von Geschäftsprozessen befassen. In rund 50% der Unternehmen kommt diese Rolle zwischenzeitlich zum Tragen. „Die Unternehmen erkennen, dass sie verstärkt Mitarbeiter brauchen und ausbilden müssen, die einerseits ein Verständnis für die technischen Möglichkeiten einer Systemarchitektur besitzen und die zugleich einzuschätzen wissen, wie Geschäftsprozesse mit den von Anbietern derzeit verfügbaren Tools modelliert werden können“, resümiert Liebstückel.


1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 