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Web 2.0

Wiki im Enterprise - Teil 1

Warum Atlassian Confluence?

Es gibt bereits eine riesige Auswahl an Open Source-Wikis mit unterschiedlichen Schwerpunkten und in unterschiedlicher Qualität. Der Autor ist nicht gerade ein Cheerleader für proprietäre Software, aber Atlassian Confluence ist ein ausgezeichnetes Produkt, kostet nur 100 Dollar pro Nutzer und fühlt sich fast an wie Open Source Software:

  • Quellcode ist im Lieferumfang enthalten
  • große Auswahl an ergänzenden Modulen, viele davon Open Source
  • sehr brauchbare Systemdokumentation, inklusive Datenmodell
  • Unterstützung mehrerer Datenbank-Backends
  • lebendige Community

Die prominenteste Wiki-Software ist die Software für den Wikipedia-Server, die am Markt gut verstanden wird und gut entwickelt ist. Atlassian Confluence ist aber Dank einiger Leistungsmerkmale der Wikipedia überlegen:

  • Confluence unterstützt "Labels", d.h. Tags, bzw. Beschlagwortung
  • Confluence unterstützt "Child Pages", d.h. hierarchische Ordnung von Seiten
  • Confluence ist in Java programmierbar, auch in Form von Plug-Ins
  • Makros und Templates rücken Wiki-Programmierung in die Reichweite von nicht-technischen Benutzern
  • ausdrucksstarke Abfragesprache für die Suchmaschine
  • Web 2.0-Anmutung, d.h. AJAX-GUI (etwa so wie Google-Mail)
  • Integration mit MS Sharepoint ist möglich
  • einzelne Seiten oder Sammlungen von Seiten können auf Knopfdruck als
  • PDFs gelayoutet werden
  • feinkörnig verwaltbare Privilegien für Benutzer und Benutzergruppen

All diese "Enterprise Features" machen Atlassian Confluence herkömmlichen Dokumentmanagementsystemen im Bedarfsfall ähnlicher. Gute Erfahrungen machte der Autor mit der Verwendung von Confluence als Prototyping-System für Workflows. Das Potential dafür konnte er gar nicht vollständig ausreizen: Man kann in Confluence erst informell, billig und unter Freunden ausprobieren, was man später in einem "richtigen" und "ernsteren" Workflow-System implementiert.

Wie die Wikipedia-Software unterstützt Confluence die Versionierung von Seiten, komplett mit Rollback und automatischer Sicherung. Nicht nur Wiki-Seiten können dem Server einverleibt und verlinkt werden, auch Fremddokumente wie Spreadsheets, MS Word-Dateien, Bilder oder PDFs. Die Confluence Markup-Sprache zur Formulierung von Links, Integration von Bildern, Formatierung von Text und dergleichen ist an die Wikipedia angelehnt und sehr durchdacht, aber nicht ganz gleich. Notwendig ist die Beherrschung der Markup-Sprache für Teilnehmer nicht, denn Confluence unterstützt "Rich Text Edit", d.h. der Benutzer kann Text, Links und Bilder – wie beispielsweise in MS Word – per Maus und Klick formatieren und manipulieren.

Atlassian Confluence ist mit dieser Implementation der graphischen Textverarbeitung im Browser durchaus auf der Höhe der Zeit, aber Wiki-Markup ist dem Schrubben von Maus-Pads am Schreibtisch prinzipiell überlegen. Der Autor rät dazu, auch Teilnehmer mit Respekt vor Syntax aller Art in der Kunst des Wiki-Markups zu schulen. Auch bekennende Computer-Antitalente erleben dabei wahrscheinlich eine Überraschung, besonders jene, die blind maschinschreiben können: Wiki-Markup ist einfach und schneller als das Fahren mit der Maus. Die Finger bleiben auf ASDF-JKLÖ, das spart Handgriffe.

Damit sind wir beim nächsten Thema: Best Practices für den Wiki-Betrieb.

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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