Site Surveys, also Funkmessungen und Analysen der Gegebenheiten vor Ort, machten den Anfang in den Filialen. Schließlich galt es herauszufinden, an welchen Stellen die insgesamt 4.600 Access Points angebracht werden müssen, um optimalen drahtlosen Zugang zum Netzwerk in der jeweiligen Filiale zu gewährleisten. Gemeinsam mit HP wurde für ein passendes "Drehbuch" für die Messungen gesorgt, die dann von den REWE Group Austria Technikern vorgenommen wurden. Während mit diesen Ergebnissen die Hardware-Installation und Verkabelung dann nur mehr reine Formsache waren, bedurfte die Konfiguration der Access Points deutlich größerer Anstrengungen. "Die Grundeinstellungen wurden zentral übermittelt, die restlichen Einstellungen für jeden einzelnen Standort manuell in der Filiale getätigt", so Bures.
Moderne Infrastruktur
"Die komplexe Architektur und der Umfang stellten eine echte Herausforderung für uns dar, die wir dank unserer Erfahrung mit Projekten in dieser Größe meistern konnten. Mit dieser neuen Infrastruktur besitzt REWE Group Austria die Basis für eine moderne Zukunft und ist gerüstet für weitere mobile Applikationen", weiß Gerhard Krennmair, Direktor HP Services von HP Österreich.
Rund 70 Prozent aller im Projekt vorgesehenen Access Points sind bereits in den Filialen installiert, im Laufe des Jahres 2008 soll das Projekt zur Gänze finalisiert werden. Auch wenn das komplette Roll-Out und die Schulungen in den Filialen noch nicht abgeschlossen sind, denkt Bures schon nach vorne. Eine Einbindung von mobilen Geräten externer Geschäftspartner, die Nutzung zentraler Intranet-Anwendungen auf den mobilen Endgeräten oder IP Telefonie über WLAN - dies sind nur einige der Überlegungen, die ihm vorschweben.
Derzeit existieren diese Ideen erst auf dem Papier, allzu lange dürfte eine Umsetzung nicht mehr auf sich warten lassen. "Dass wir in diesen neuen technischen Dimensionen überhaupt denken können, liegt komplett in der neuen, modernen Infrastruktur begründet", fasst Bures zusammen. "Und die Vorteile, die eine solche Infrastruktur mit sich bringt, wollen wir so gut es geht nutzen."
Fazit
Mussten früher Listen handschriftlich ausgefüllt und im Nachhinein übertragen werden, erfolgt die Eingabe heute direkt online in das zentrale Warenwirtschaftssystem über mobile Endgeräte. Die Ergebnisse sind nicht nur eine deutliche Reduktion der Papiermengen und eine höhere Genauigkeit bei der Eingabe, sondern vor allem die beträchtliche Zeitersparnis. Rund 60 Minuten Arbeitszeit bringt das neue Echtzeit-Erfassungssystem pro Filiale und Tag. Außerdem können durch das neue System die MitarbeiterInnen von Billa & Co fast durchwegs in den Verkaufsräumen präsent sein.


1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 