Die Management Factory wurde 2001 als Spin-off von Cap Gemini Ernst & Young gegründet und hat sich auf Dienstleistungen für Chief Financial Officers und Kapitalgeber spezialisiert. Seit Anfang 2007 hat das Unternehmen sein Angebot um die gesamte Lösungspalette von CPM erweitert.
"Wir haben im Zuge unserer Projekte festgestellt, dass die Nachfrage nach CPM-Kompetenz stark ansteigt", erläutert Dr. Gerhard Wüest, Geschäftsführer Management Factory. "Auch für unsere eigene Arbeit ist es immer wichtiger geworden, nicht nur die konzeptionelle Seite zu betrachten, sondern auch die Umsetzung zu übernehmen. Deshalb bieten wir jetzt die gesamte CPM-Lösungspalette an, von der Planung über das Reporting bis zur Analyse."
Betriebswirtschaftlicher Ansatz entscheidend
Unternehmensteuerung muss sich heute vielen Herausforderungen stellen: einem globalisierten Markt, der rasche Entscheidungen erfordert; einer Flut an Informationen, aus denen man die eigentlichen Kennzahlen gewinnen muss; besonderen Anforderungen wie Firmenan- und -verkäufen, Restrukturierungsaufgaben, gesetzlichen Vorschriften. CPM verspricht hier eine verbesserte Entscheidungs- und Planungsqualität, weil sich das "Bauchgefühl der Manager", so Wüest, mit aktuellen Zahlen stützen lässt.
Doch weil technisch sehr viel möglich ist, wie Herwig Fritzl, Business Unit Manager für BI und CPM bei Management Factory betont, "ist es wichtig, dass man von einem betriebswirtschaftlichen Ansatz ausgeht". Das Ziel muss die Verbindung von betriebswirtschaftlichem Fachwissen mit technologischer Kompetenz sein: "Im Vordergrund stehen dabei die Bedürfnisse der CFOs, nicht die Technikverliebtheit. CPM soll die Unternehmenssteuerung mit Intelligenz unterstützen und es den Anwendern ermöglichen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren."
Stolpersteine
Wohin soll sich das Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren strategisch orientieren? An welcher Drehschraube soll mit CPM gedreht werden? Welche Informationen sind für mich relevant? Solche Fragen stehen deshalb für die CPM-Spezialisten von Management Factory ganz am Beginn eines CPM-Projektes. "Man sollte zuerst den Fokus auf zwei bis drei Kernfragen schärfen", so Wüest, "und sich überlegen, was man mit CPM erreichen will." Überhaupt habe die technische Machbarkeit an Bedeutung verloren, weil sich die Qualität einer CPM-Lösung nicht an den Berichtstapeln messen lässt, die sie erzeugt oder an einem besonders hübschen Userinterface.
"Weniger ist in diesem Fall eindeutig mehr", so Wüest, "die Berichtsqualität wird nicht automatisch besser, je mehr Details man berücksichtigt." Dass eine zu große Anzahl an Auswertungsdaten bei der Entscheidungsfindung eher hinderlich sein kann oder sogar dazu beiträgt, eine solche bewusst hinauszuzögern, sollte dem Top-Management bewusst sein. Es entstehe dann eine "unproduktive Scheingenauigkeit", meint Fritzl und betont, dass man die computergenerierten Ergebnisse ohnehin nicht unkritisch übernehmen dürfe.
Neben einer zu wenig fokussierten Zielsetzung ist die Frage nach der Datenqualität die zweite große Hürde, die ein CPM-Projekt zu nehmen hat. Dabei geht es nicht nur um einen Abgleich der Stammdaten, sondern auch um betriebswirtschaftliche Definitionen, die in unterschiedlichen Fachbereichen durchaus verschieden gehandhabt werden können. Wenn es keine einheitliche "Sprachregelung" gibt, wird man auf keine vergleichbaren Kennzahlen kommen.
Softwarefragen
Bei der Management Factory setzt man zur CPM-Umsetzung auf Softwareprodukte von Microsoft und Winterheller. Microsoft hat in den letzten Jahren neben Excel als Frontend und dem SQL-Server als Datenmanagement- und Analyse-Plattform, eine BI-"Middleware" aufgebaut. Mit dem Microsoft Office PerformancePoint Server 2007 wurde beispielsweise eine integrierte Performace Management Lösung präsentiert. "Der Bekanntheitsgrad von Excel und das Preis-/Leistungsverhältnis von Microsoft sind derzeit unschlagbar", ist Wüest überzeugt. Außerdem habe eine Marktebereinigung eingesetzt, bei der inzwischen schon die "ganz Großen die Großen" schlucken. "Daraus ergeben sich oft erhebliche Integrationsprobleme", weiß Fritzl.
Der "Professional Planner" von Winterheller wird im Controlling-Umfeld eingesetzt und bietet spezielle, auch auf Österreich bezogene Auswertungs- und Planungstools. Mit ihm ergänzt die Management Factory den "CPM-Mainstream" von Microsoft in speziellen Anwendungsnischen.




1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 