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Frauenförderung

Starke Förderung für starke Frauen

Mehr Frauen in die Wissenschaft und mehr Erfolg den Frauen: Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung bietet mit den "fForte Coachings" auch heuer wieder 20 Wissenschaftlerinnen eine Chance, an einem spezifischen Persönlichkeitstrainings-Progamm teilzunehmen.

„Die bisherigen Module haben mich stark motiviert, meinen eigenen wissenschaftlichen Weg weiter zu gehen.“ - Corinna Barth, Institut für Advanced Studies on Science, Technology and Society (IAS-STS) in Graz

Oft sind Frauen die besseren, weil eifrigeren Studenten. Viele kommen auch meist früher zu einem Studienabschluss an der Uni als ihre männlichen Kollegen. Manche entschließen sich dann auch noch zu einer Dissertation. Ab dann ist meist Endstation der weiblichen Karriere in Wissenschaft und Forschung. Nur wenige Damen beschreiten den Weg in Richtung Habilitation und steigen die Karriereleiter im Wissenschaftsbetrieb empor.

Um hier Abhilfe zu schaffen und auch junge Wissenschaftlerinnen in ihrem Schaffen zu unterstützen, hat das Wissenschaftsministerium das fForte-Coaching-Programm ins Leben gerufen, das bereits im letzten Jahr sehr gut angenommen wurde.

Heuer neu: Erstmals müssen die Teilnehmerinnen mit 300 Euro auch einen kleinen Betrag selbst aus eigener Tasche bezahlen. Trotzdem gab es genug Bewerberinnen, wie fForte-Coaching-Leiterin Susanne Schwinghammer, bestätigt.

20 junge Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichsten Disziplinen nehmen an dem Coaching-Programm 2007/08 teil. Verteilt auf acht aufbauende Module, jeweils einmal pro Monat an einem Freitag und einem Samstag, erlernen die Akademikerinnen die wichtigsten Instrumente zur erfolgreichen Projektabwicklung, angefangen von der Antragstellung bis hin zum erfolgreichen Projektmanagement. Dabei sollen den Frauen die Augen für alle Möglichkeiten der Realisierung von wissenschaftlichen Projekten geöffnet werden. Aber auch alltagstaugliches praxisgerechtes Wissen wird vermittelt.

Mit Hilfe von fForte Coachings sollen die Wissenschaftlerinnen zudem motiviert werden, sich vermehrt an nationalen und internationalen Forschungsprojekten zu beteiligen. Wichtig ist auch die Gruppendynamik. "Wir haben bei der Auswahl der Teilnehmerinnen besonders darauf geachtet, Frauen mit unterschiedlichstem wissenschaftlichen Background und aus unterschiedlichsten Disziplinen zum Coaching zusammenzuführen", betont Schwinghammer.

Teilnehmerinnen loben

„Es ist ein Forum, in dem ich Dinge erfahre, die ich in meinem Arbeitsalltag so nicht lernen würde.“ - Simone Gingrich, Institut für Soziale Ökologie der Universität Klagenfurt

Für die Mathematikerin Corinna Barth war es angesichts der Ausschreibung sofort klar, dass sie daran teilnehmen wollte. Aus gutem Grund: "Da ich angesichts bestehender Verhältnisse in der Wissenschaft nicht davon ausgehen kann, dass in nahe liegender Zukunft Stellen für "Gender Studies in der Informatik oder den Technikwissenschaften" an den Hochschulen eingerichtet werden, bleibt mir als einzige Möglichkeit, in diesem Fachgebiet weiter zu arbeiten, es selbst voranzutreiben und publik zu machen", so Bath, die derzeit am Institut für Advanced Studies on Science, Technology and Society (IAS-STS) in Graz beschäftigt ist und ein Projekt zum Thema "De-Gendering informationstechnologischer Infrastrukturen der Wissensgesellschaft" vorbereitet.

"Es ist erstens schwierig, in den Gender Studies zu forschen und zweitens interdisziplinär zu arbeiten, insbesondere wenn es sich dabei um die "große" Interdisziplinarität zwischen Natur-/Technikwissenschaften und Kultur-/Gesellschaftswissenschaften handelt, da die Karrierewege und Bewertungsmaßstäbe meist eindimensional ausgerichtet sind und bestimmte Methoden und Theorieansätze bevorzugt werden", schildert die Berlinerin.

Sie gibt dem Coaching-Projekt ein sehr positives Feedback. "Die bisherigen Module haben mich stark motiviert, meinen eigenen wissenschaftlichen Weg weiter zu gehen", fasst Bath zusammen. Insbesondere auch die Gruppenprozesse hätten dazu sehr positiv beigetragen. "Ich habe den Wert meines Engagements zwischen den Disziplinen besser einschätzen gelernt und Strategien entwickelt, um Hindernisse zu überwinden", freut sich Bath.

Positiver Gruppeneffekt

Auch für die erst 27-jährige Wiener Ökologin Simone Gingrich ist das fForte Coaching sehr positiv. Als "Drittmittel-Angestellte" des Instituts für Soziale Ökologie der Universität Klagenfurt sind für Gingrich das Verständnis von Förderprogrammen und Kompetenzen zur Antragstellung "Basics", um wissenschaftlich arbeiten zu können. Daneben ist Gingrich der Gruppeneffekt wichtig. Sich einfach austauschen zu können - dafür ist das Coaching-Projekt geradezu ideal.

Die "soft skills" wie Team- und Konfliktmanagement, Standortbestimmung sowie die persönliche Karriereplanung "machten mich neugierig", begründet Gingrich ihre Motivation zur Teilnahme. Sie ist mit den bis dato drei abgehaltenen Modulen zufrieden. "Es ist ein Forum, in dem ich Dinge erfahre, die ich in meinem Arbeitsalltag so nicht lernen würde", sagt Gingrich und meint abschließend: "Ich glaube, Frauen können erfolgreiche Wissenschafterinnen sein, ohne männliche Verhaltensmuster zu imitieren, wenn eine neue Kultur der wissenschaftlichen Zusammenarbeit entsteht. Das fForte-Coaching ist ein Beitrag dazu".

Der nächste fForte-Coaching-Durchgang ist auch schon gesichert. Das Ministerium hat Susanne Schwinghammer für 2008/09 wieder beauftragt.

www.fforte.at

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