Wer heute ein Studium beginnen will, hat es gut - einmal abgesehen von den Studiengebühren, die pro Semester anfallen. Das Studien-Angebot im Bereich Informationstechnologie lässt heute keine Wünsche offen. Erste Entscheidung für jeden angehenden Studiosus ist die Frage, welche Institution prinzipiell in Frage kommt: Universität oder Fachhochschule. Wer eher ein sehr praxisbezogener Typ ist und von vornherein den raschen Einstieg in Wirtschaft und Industrie zum Ziel hat, ist mit einer Fachhochschule sicher gut beraten. Die Universität wiederum ist etwas für forschungsorientierte Maturanten. Vermittelt werden fundierte Grundlagen und darauf aufbauend Spezialwissen, die Lehrenden sind Wissenschaftler. Das Bachelor-/Master-System gilt sowohl an der FH als auch an den Unis.
IT-Hochburg Hagenberg

„Jährlich gibt es ca. 70 bis 80 BewerberInnen, demgegenüber stehen 36 genehmigte Studienplätze.“ - Harald Fischer, Medizinische Informationstechnik, FH Kärnten, Standort Klagenfurt
"Die Firmen treten uns im Moment die Türen ein, wir könnten allerdings mehr Bewerber vertragen", sieht Fachbereichsleiter Stefan Hinterholzer im Moment einen großen Bedarf nach "seinen" Absolventen. Rund 600 Studenten haben bis dato das Studium Software Engineering erfolgreich abgeschlossen. Pro Jahr werden 80 Studienplätze vergeben, "wir würden uns wünschen, dass sich wieder mehr trauen, Technik zu studieren", meint Hinterholzer. Das sei auch volkswirtschaftlich absolut wichtig. "Wenn wir kritische Köpfe und Software-Qualität in Österreich halten wollen, müssen wir dafür auch etwas tun", appelliert Hinterholzer an Bildungsverantwortliche und Politik. Es sei aber ein allgemeiner Trend, dass das Interesse für die technischen Studiengänge eher mager sei. Dabei sei das Klischee vom Hacker im stillen Kämmerlein absolut passé. "Heute geht es viel mehr darum im Team Freude am Zusammenbauen zu haben. Es geht mehr ums Legobauen als Hacken und wir bauen auch selbst Legosteine", hat Hinterholzer ein anschauliches Beispiel parat.

„Absolventen haben ausgezeichnete und spannende Jobchancen in einem breiten Spektrum von Anwendungsgebieten.“ - Gerald Gruber, FH-Kärnten, Standort Villach
Zwei Drittel Mädchen
Weniger technisch geht es im Studiengang "Medientechnik und -design" zu. Und hier gibt es auch gleich mehr Mädchen. "Wir hatten schon Jahrgänge mit zwei Drittel weiblichen Studenten", berichtet Studiengangsleiter Wilhelm Burger, derzeit gehe der Frauenanteil allerdings leicht zurück. Was die Oberösterreicher nicht stört, denn sie haben ohnehin viel zu viele Bewerber bei dem seit 1996 bestehenden Studium. Bereits 2003 wurde auf das Bachelor/Master-System umgestellt. Seit 2004 ist auch ein Master-Studium im Angebot. Das Konzept technische Grundausbildung verbunden mit gestalterischen Themen wird von den Studenten geschätzt. "Uns geht es darum, nicht nur leichte Dinge an den Mann zu bringen, sondern den Leuten eigenständiges Denken und tieferes Verständnis beizubringen", ist Burger neben der fachlichen Ausbildung auch die persönliche Zugangsweise und intelligente Nutzung der Lehrinhalte ein wichtiges Anliegen. Wichtig ist Burger auch die gute Partnerschaft zur Universität: "Schließlich kommen wir Lehrende ja fast alle von dort". Den Absolventen eröffnet sich ein breiter Markt: Ob im Web-Bereich oder in der Umsetzung in einer Fullservice-Agentur, ob für Computerspiele oder aber auch im klassischen Printbereich - Möglichkeiten gibt es genug.

„Unser Studium ist vielschichtig und breit, das reicht vom Programmieren bis zu Kostenrechnung und Buchhaltung.“ - Ewald Jarz, FH Kufstein
Salzburg sehr beliebt
Bereits seit Herbst 1995 wird ein IT-Studiengang an der FH Salzburg angeboten. Damals wurde das Studium "Telekommunikationstechnik & -systeme" eingeführt und die FH gleichzeitig damit gegründet. 2005 erfolgte die Umbenennung des Studiengangs in "Informationstechnik und Systemmanagement" (ITS). Drei Bachelor-Spezialisierungen (Netzwerk- und Kommunikationstechnik, Medieninformatik, Industrielle Informationstechnik) werden zurzeit angeboten. Das Studienangebot gibt es inhaltsgleich in Vollzeitform (50 Plätze/Jahr) und berufsbegleitend (30 Plätze/Jahr). Für 2009 ist die Einrichtung von vier Spezialisierungen im Masterstudium ITS (Adaptive Software Systems, Embedded Signal Processing, Convergent Networking & Mobility sowie Telemedicine) fixiert. Das Angebot wird von Maturanten, Berufstätigen und der Wirtschaft gut angenommen. Es gibt derzeit mehr als doppelt so viele Bewerber wie Studienplätze. "Wir haben jede Woche Firmenanfragen betreff Praktika und Jobangebote für Absolventen", freut sich Studiengangsleiter Thomas Heistracher. Auch über die Grenze hinweg hat sich das offenbar herumgesprochen. Rund 20 Prozent der Studienanfänger 2007 stammen aus dem nahen Bayern. Besonders stolz ist Heistracher auf das gute Abschneiden seines Studiengangs bei der AQA-Studie 2006 (AQA: Österreichischen Qualitätssicherungsagentur).





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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 