"Go East" ist das Motto für viele, gerade mittelständische Unternehmen. Doch viele Unternehmen werden durch ihre eigene Globalisierung vor große Herausforderungen gestellt. Es gilt Prozesse und Führungssysteme mit den neuen Anforderungen abzustimmen. Eine wichtige und häufig unterschätzte Rolle spielen dabei ERP-Systeme, die letztlich schon heute für die Prozesseffizienz zuständig sind. Diese gilt es, an die neuen Anforderungen anzupassen.
Die Welt ist rund und hört schon lange nicht mehr an den Landesgrenzen auf. Diese an sich einfache Beobachtung schafft gerade für ERP-Systeme erhebliche Probleme, da viele EPR-Anbieter gerade im Mittelstand noch immer eher national ausgerichtet sind. Mit der EU-Osterweiterung, der Öffnung des chinesischen Marktes und den Kostenvorteilen in vielen Ländern Asiens und Osteuropas haben viele mittelständische Unternehmen in diesen Regionen Verkaufsniederlassungen, Produktionsstätten oder Service-Center gegründet.
In vielen Fällen ist der Schritt nach Osten am Anfang eher ein Abenteuer als ein straff geplantes Vorgehen. Mit der Zeit spielen Kosten- und Prozesseffizienz auch in den früheren "Billiglohnländern" eine erhebliche Rolle. Damit gewinnt das Thema "ERP Einsatz" an Bedeutung, führt jedoch auch zu erheblichen Problemen: Die meisten ERP-Systeme sind weder für einen internationalen Mehrstandort-Betrieb mit durchgängigen Prozessen gerüstet, noch werden die Lokalisierungsanforderungen vieler Länder erfüllt.
Ein neues ERP-System für die ganze Unternehmensgruppe kostet Geld. Die Alternative, ein eigenes System etwa für die Tochter in China, schafft neue Inseln und verhindert Transparenz und Kontrolle - von der Kreativität der eigenen Mitarbeitenden bei der Entwicklung immer neuer Excel-Sheets ganz zu schweigen.
Was also sind die "Best Practices" für den Einsatz von ERP-Systemen "im Osten"? Das renommierte Zürcher Beratungs- und Marktforschungsunternehmen i2s research hat zu diesem Zweck eine Initiative unter dem Titel "ERP goes EAST" gestartet. Ziel ist es, Best-Practices und kritische Erfolgfaktoren für global tätige Mittelständler aufzuzeigen, die den Schritt nach Osteuropa oder Asien gewagt haben oder ins Auge fassen.
"Für 2008 liegt unser Augenmerk auf China", so Dr. Eric Scherer, Geschäftsführer der i2s research und unabhängiger ERP-Experte. "Während vor wenigen Jahren noch klar war, dass ein Mittelständler nur einen Standort hat und bestenfalls ein paar Verkäufer in exotischen Ländern unterwegs sind, gehören Standorte in China, Indien, Thailand, Russland und vielen anderen Ländern 'im Osten' heute zum Projektalltag."
Neben dem Schwerpunkt China sind in der Folge Studien zu Indien sowie Osteuropa geplant. Die Studie wird von wichtigen Organisationen unterstützt, u.a. der Transfer-Organisation CH-ina, dem Swiss Center Shanghai, dem Netzwerk Vienna IT Enterprises (VITE), sowie dem GIGA Institut für Asien Studien in Hamburg. Die Studie verfügt über ein eigenes Webportal - www.erpgoeseast.info - hier ist auch der Online-Fragebogen zum Schwerpunkt China zu finden.
Die i2s research ist der Marktforschungsbereich der Zürcher i2s GmbH. Die i2s fokussiert auf Probleme und Aufgabenstellungen an der Schnittstelle zwischen Strategie, Prozessen und Informatik. Sie richtet sich klar auf die Interessen und Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen im deutschsprachigen Raum aus. U.a. ist die i2s Urheber und Initiator der regelmässig in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführten ERP-Zufriedenheitsstudie (www.erp-z.info). Zu den Kunden der i2s gehören namhafte, global agierende Mittelständler.


1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 