Monitor: Herr Hundsberger, warum sollten Unternehmen IT-Monitoring betreiben? Genügt es nicht, wenn der IT-Verantwortliche eines Unternehmens den Überblick über die Firmensoft- und -hardware hat?
Hundsberger: Natürlich ist davon auszugehen, dass Unternehmen qualifiziertes IT-Personal haben; dieses sollte aber meines Erachtens nicht für Routineaufgaben – die man eben mit unserer Lösung gut automatisieren kann – eingesetzt werden, sondern für entsprechend fachspezifische Herausforderungen, die über den IT-Alltag hinausgehen. Das ist auch für die Motivation ein wichtiger Faktor.
Monitor: Sie sagen, dass Unternehmen mit Ihrer Lösung ihre Geschäftsprozesse abbilden können. Sind diese Prozesse denn in allen Unternehmen bekannt oder führt die Implementierung einer Monitoring-Lösung nicht dazu, dass sich Unternehmen in einem ersten Schritt über ihre Geschäftsprozesse Gedanken machen?
Hundsberger: Natürlich kennen die meisten Unternehmen ihre Geschäftsprozesse. Probleme tauchen aber auf, wenn es um Details und vor allem die Dokumentation der Geschäftsprozesse geht. Um den Status eines Geschäftsprozesses in der Konsole, im Reporting oder im Dashboard darzustellen, sollte dieser vollständig und exakt abgebildet werden. Unser Berater und die unserer Partnerunternehmen können bei der exakten Definition der Geschäftsprozesse durch ihre Erfahrung den Unternehmen dabei sehr gut weiter helfen.
Oft ist auch der Ansatz zielführend, Geschäftsprozesse aus Anwendersicht zu überwachen und die wesentlichen IT-Komponenten schrittweise in die Überwachung aufzunehmen. Damit kann selbst bei komplexen Prozessen rasch ein Benefit erzielt werden.
Monitor: IT-Monitoring ermöglicht die Überwachung der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Profitieren von Ihrer Lösung auch Klein- und Mittelbetriebe oder ist IT-Monitoring, schon alleine wegen der Kosten, eher etwas für große Unternehmen?
Hundsberger: Hier ist die Größe der IT das Messkriterium. Ab einer Struktur von 10-20 Servern kann man von einem sinnvollen Einsatz sprechen. Ab einer Größe von 50 Servern sehen wir Monitoring als verpflichtend, um nicht zuletzt den sinnvollen Einsatz der oft nicht unerheblichen IT-Investitionen laufend zu überwachen.
Wir bieten für beide Größenordnungen spezifische Lösungen an und seit einigen Monaten auch optimal abgestimmte und sehr preisgünstige Pakete für Klein- und Mittelbetriebe, die die wichtigsten Anforderungen abdecken.
Monitor: Hat sich das IT-Monitoring in den österreichischen Unternehmen bereits etabliert und welches Wachstumspotenzial sehen Sie in diesem Bereich, auch für Ihr Unternehmen?
Hundsberger: Reine Monitoring-Funktionen sind in den meisten österreichischen Unternehmen vorhanden. Was sehr oft fehlt und auch in den nächsten Jahren eine große Nachfrage mit sich bringen wird, sind die Bereiche
- Dashboards zur einfachsten Status-Anzeige ganzer IT-Services,
- Reporting zum Nachweis der Leistungsfähigkeit der IT und für IT-Controlling,
- End-To-End-Überwachung um die Sicht der Anwender objektiv darstellen zu können und in besonders komplexen Geschäftsprozessen das Risiko auszuschalten, einzelne Komponenten zu übersehen.
Generell denke ich, dass gerade Unternehmen, die sich mit hohem Einsatz von F&E neue Märkte und Marktanteile sichern wollen, häufig auch im IT-Bereich die „Nase vorn“ haben wollen. Eine Analyse des Marktes zeigt, dass immer häufiger vor allem userfreundliche, klare und überschaubare Lösungen nachgefragt werden. Diese Nachfrage zu befriedigen und unsere Kunden zufrieden zu stellen, sehen wir auch zukünftig als unsere Aufgabe an.


1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 