Post-disruptiver Markt

Der E-Book-Reader von Amazon könnte dem Nischenmarkt elektronischer Bücher einen Schub verpassen. Ob dies gelingt, entscheidet sich 2008.
Für 2008 soll sich daraus ein so genannter post-disruptiver Markt ergeben. Frank Gens, Senior Vice President Research bei IDC: "Diese Technologien haben sich in sämtliche Bereiche, von Unternehmenssoftware zu Consumer-Gadgets bis hin zu Telekommunikationsdiensten ausgebreitet und Anbieter gezwungen ihr Angebot zu überdenken."
Im neuen Jahr soll die Zeit der Testläufe vorbei sein, der Echtbetrieb steht bevor. Unternehmen machen also ernst und verändern ihre Produkte, um Nutzen aus den neuen Technologien und Business-Modellen zu ziehen. Entsprechend wird 2008 von verstärkten Investments in Emerging Markets geprägt sein. Die Markteinführung zahlreicher neuer Online-Produkte und -Dienste steht ebenso bevor wie die Öffnung geschlossener Business-Modelle für Communities.
Grüne, wandelbare Hardware
Der in den letzten beiden Jahren begonnene Trend zu grünerer IT wird sich 2008 verstärken. Unternehmen sollten laut Gartner stets vorbereitet sein und etwaige am Horizont auftauchende Bestimmungen einkalkulieren. Die Trendwende könnte zudem schneller kommen, als manchen lieb ist, immerhin verändern viele Unternehmen bereits ihre Einstellung zu sozialer Verantwortung. Dies könnte zunächst im Wechsel zu grüneren Anbietern resultieren und dazu passenden IT-Policies.
Eine US-Studie von Forrester identifizierte kürzlich zwölf Prozent der Amerikaner als sogenannte "bright greens" ("strahlend Grüne"). Diese seien bereit für umweltschonender hergestellte Elektronikprodukte entsprechend tiefer in die Börse zu greifen. Hinzu kommen Durchschnittsgrüne - rund 90 Mio. US-Amerikaner -, die sich zwar besorgt zeigen, aber nicht notwendigerweise mehr Geld für nachhaltiger produzierte Technik ausgeben. Forrester Research Senior Vice President Christopher Mines bringt die Entwicklung auf den Punkt: "Die grüne Führungsposition ist noch offen: Welcher Hersteller wird das ‚Prius-Produkt der Consumer-Elektronik' herausbringen?"
Im Bereich der Enterprise-Hardware beginnt indes das Konzept des "Computing Fabric" Platz zu greifen. Das als Blade-Design von morgen beschriebene Modell ermöglicht es Speicher, Prozessoren und I/O-Karten als in einem Pool befindlich zu betrachten, aus dem man sich je nach Anforderung bedienen kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Server kann einfach aus 32 CPUs zusammengestellt werden, diese treten dann über das Fabric als Einheit gegenüber dem Betriebssystem auf. Partitionierung und Konfiguration "on the fly" stehen dabei ebenso im Raum wie geringere Komplexität, weil keine zusätzlichen Software-Layer notwendig sind.
Höhere Speicherdichten und sinkende Preise treiben unterdessen bei Notebooks den Einbau von Festspeichern voran. Auch dieses Konzept scheint rundum attraktiv. Das Fehlen beweglicher Teile verleiht den Notebooks mehr Robustheit, der Stromverbrauch ist geringer, der Zugriff auf die Speicher blitzschnell. Einzige Einschränkung sind derzeit noch Größe und Preis. Doch auch das dürfte sich 2008 ändern.



7/2011
6/2011
5/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 