Das Jahr 2007 kann als erfolgreiche Periode in der heimischen IT-Branche verbucht werden. Der Internet-Hype ist längst verdaut, das Geschäft ist stabil, die Investitionen fließen brav. Im Grunde kann man also zufrieden sein.
Doch Zurücklehnen ist nicht angebracht. Denn obwohl das Geschäft brummt, bleiben auch die Konsolidierungen in der Branche nicht stehen. Am besten zu sehen ist dies im Telekom-Markt. T-Mobile etwa hat sich zu Jahresende von 130 Mitarbeitern getrennt und wird weitere ziehen lassen, die Telekom Austria reduziert ihre Mitarbeiterzahl in den nächsten drei Jahren um mindestens tausend, und auch beim größten IT-Arbeitgeber in Österreich, Siemens, ist die Phase der Unsicherheit noch nicht beendet und sicherlich noch das eine oder andere Überraschende zu erwarten.
Doch man sollte sich auch den angenehmen Nachrichten zuwenden: Wie die Wirtschaftskammer, konkret die Bundessparte Information und Consulting, zu Jahresende 2007 festgestellt hat, verzeichneten 86 Prozent der heimischen IKT-Unternehmen "einen konstanten bis steigenden Geschäftsverlauf". Dieser positive Trend ziehe sich "quer durch alle Fachverbände und Bundesländer", freute sich Bundesobmann Hans-Jürgen Pollirer. Die wichtigsten Treiber dieser Entwicklung: Einmal mehr die Breitband-Technologie, weiters die steigende Effizienz der Unternehmen im Allgemeinen und die daraus folgende höhere Produktivität. Gut untermauert ist auch die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Firmen, wobei diese allerdings gerade bei kleineren Unternehmen, die sich manchmal von Auftrag zu Auftrag hanteln, manchmal etwas besser sein könnte, räumt Pollirer ein. Doch die "Risikopolster" seien vorhanden.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt aber der nun auf das Festnetz und damit die gesamte Breitbandbranche übergreifende Preiskrieg, der durch Sonderaktionen der Telekom Austria zu Jahresende 2007 eine letzten Höhepunkt erreicht hat. Dies könnte im schlimmsten Fall eine Wechselwirkung auf die doch erheblichen Investitionen der Unternehmen in diesem Bereich haben, weil sie so immer schwerer zurück zu verdienen sind. Allein die Telekom Austria investiert in die Aufrüstung ihres Festnetzes für ADSL-Breitband, Internet-TV usw. 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr. Diesen für die Branche lebenswichtigen Cash-flow sollte man sich nicht selbst abgraben.



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8/2011
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Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 