"Während die IT-Administratoren mit SAN schon sehr gut umgehen können, stehen sie im Bereich der File-Daten meist noch ziemlich am Anfang", umreißt Marco de Luca, Manager Solution Architects FAN (File Area Networking) die aktuelle Situation. Immer mehr Anwendungen erfordern heute SAN-Funktionalitäten auch in der Welt der File-Daten und stellen damit ganz neue Anforderungen an Speicherkonzepte und das Speichermanagement.
"Unter dem Begriff FAN stehen nun ähnlich wie bei SAN ein ganze Reihe von Funktionalitäten und Lösungen für die File-Welt zur Verfügung", ergänzt Josua Braun, Marketing Manager File Solutions. Die Taneja Group, ein Marktforschungsunternehmen, das sich insbesondere auf das Feld der Speichertechnologien konzentriert, hat im Juni 2006 ein erstes Papier zum Thema FAN verfasst. Ein FAN sei kein Ersatz für ein SAN, sondern vielmehr eine Komplementärtechnologie. Mit FANs könnten die spezifischen Probleme von file-basierten Speicher-Pools gelöst werden. Darunter fallen beispielsweise Daten die bei Wide Area File Services, WAN-Anwendungen, verteilten Cluster-Systemen oder bei der Virtualisierung beziehungsweise im Network File Management (NFM) entstehen. Diese file-basierten Daten haben die höchsten Zuwachsraten, so dass Administratoren vielerorts große Probleme sehen, diese sinnvoll, schnell und innerhalb der engen IT-Budgets zu organisieren, zu verwalten und zu konsolidieren. "Files sind vor allem Windows-Dateien und diese wachsen in den Unternehmen ja laufend. Gerade auch bei Übernahmen anderer Unternehmen kann es dann zu großen Problemen bei der Zusammenführung und gezielten Speicherung dieser Files kommen", erläutert De Luca.
Sechs Kernelemente

„FAN beschreibt ein neues Konzept für die Organisation und das Management von File-Daten im Unternehmen.“ - Josua Braun, Marketing Manager File Solutions bei Brocade
"Neu vorgestellt wurde kürzlich etwa die Microsoft-Lösung Global Name Space (GNS), mit deren Hilfe der User auf seine Files zugreifen kann, ohne zu wissen, wo diese physisch liegen", so Braun. Die vierte Instanz sind die File-Management- und Kontrollservices. Sie ermöglichen eine Vielzahl an Funktionalitäten und Lösungen, in denen das große Einsparungspotential eines FAN liegt. Beispiele für solche Services sind die Migration, Replikation, Klassifizierung, Zugriffsrechte, Wide Area File Services und viele andere Dienste. "Ein großes Problem bei der Datenbereinigung sind etwa die vielen Mehrfachkopien von Files, die es gezielt zu entfernen gilt", so De Luca. Das fünfte FAN-Element sind die Clients. Sie greifen im FAN über die Namespaces auf die Dateien zu, unabhängig von der Plattform. Die letzte und sechste Komponente ist die Connectivity, die über das LAN ebenso wie über Wide-Area-Technologien erfolgen kann.
Neue Produkte
"FAN beschreibt also ein neues Konzept für die Organisation und das Management von File-Daten im Unternehmen. Wir brachten bereits mit WAFS (Wide Area File Services), StorageX (Global Name Space / Management- und Kontrollservices) und weiteren Tools der Tapestry Produktreihe dafür erste Produkte auf den Markt", so Braun. Und man werde bald - angeregt durch den großen Erfolg der kostenlosen Software SAN Health - auch ein entsprechendes Produkt im FAN-Bereich veröffentlichen. Denn: In einer Umfrage der Taneja Group bei IT-Entscheidern, bezeichneten 62% der Befragten das "File-Management" als eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Priorität innerhalb der gesamten Speicherinfrastruktur.





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8/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 