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Editorial

Editorial Dezember 2007

Datenflut steigt weiter

Das Speicher-Thema beschäftigt die Unternehmen nach wie vor sehr intensiv, daher widmet sich die vorliegende Ausgabe des MONITOR den Herausforderungen und Trends in diesem IT-Bereich. Die derzeit viel diskutierte "Grüne IT" findet natürlich gerade auch hier einen fruchtbaren Boden.

Dipl.-Ing. Rüdiger Maier, Chefredakteur

Laut IDC wächst die weltweite Datenflut weiter jährlich um 60%. Nicht nur große Unternehmen, sondern auch Mittelständler sind derzeit mit stark wachsenden Datenmengen konfrontiert. Deshalb gewinnen professionelle Speicherlösungen auch in diesem Segment stark an Bedeutung.

MONITOR-Autor Alexander Hackl hat sich deshalb für Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf der "Storage Networking World 2007" in Frankfurt umgesehen (ab S. 12). Konsolidierung, Virtualisierung, Thin Provisioning, Daten-Deduplizierung und ILM sind dabei die Schlagworte, flankiert von den umweltbezogenen Diskussionen um eine "Grüne IT". Deutlich wurde dabei, dass ehemalige Highend-Konzepte wie Storage Area Networks (SAN) oder Network Attached Storage (NAS) zusehends den Mittelstand erobern. Der Absatz vernetzter Speichersysteme stieg von 2006 auf 2007 um 15%. Direct Attached Storage (DAS) ist zwar noch sehr verbreitet, aber die Firmen tun sich immer schwerer mit dem Management einer wachsenden Zahl unterschiedlicher Speichergeräte. Im SAN oder NAS werden die Daten der verschiedenen Server über einen Switch auf die Speichergeräte bewegt. Die Vorteile: ein einheitliches Speichernetzwerk mit zentralem Management, ein einheitlicher Backup-Prozess und eine Übertragungssprache.

Ergänzend führte Dominik Troger (ab S. 17) ein Gespräch mit Horst Heftberger, Country Manager Österreich von Hitachi Data Systems. Die Situation am Storagemarkt wird, so Heftberger, derzeit von drei sehr unterschiedlichen Trends gekennzeichnet: einem enormen Zuwachs an Speichermengen, zunehmend gesetzlich reglementierten Aufbewahrungspflichten sowie der Kostenfrage. Dafür biete man mit dem zentralisierten Ansatz der "Universal Storage Platform" das Rüstzeug für Storagekonsolidierung und eine anforderungsgerechte Datenarchivierung.

FAN: File-Daten im Griff

Im Bereich der Speicherortvernetzung steht, so Hackl, noch ein weiterer Paradigmenwandel an. Was die SANs im Bereich der blockbasierenden Daten sind, sollen "File Area Networks" (FANs) bei den File-Daten werden. Denn die schnelle Zunahme an Dateidaten und neue Anwendungen wie Web 2.0 und SOA, die eine dynamische Konfiguration statischer Daten voraussetzen, machen diesen neuen Ansatz notwendig. "Während die IT-Administratoren mit SAN schon sehr gut umgehen können, stehen sie im Bereich der File-Daten meist noch ziemlich am Anfang", erläuterte mir dazu am Rande des Microsoft IT-Forums Marco de Luca, Manager Solution Architects FAN (File Area Networking) bei Brocade, die aktuelle Situation (ab S. 22).

Immer mehr Anwendungen erfordern nämlich heute SAN-Funktionalitäten auch in der Welt der File-Daten und stellen damit ganz neue Anforderungen an Speicherkonzepte und das Speichermanagement. Die Taneja Group, ein Marktforschungsunternehmen, das sich insbesondere auf das Feld der Speichertechnologien konzentriert, hat im Juni 2006 ein erstes Papier zum Thema FAN verfasst. Ein FAN sei demzufolge kein Ersatz für ein SAN, sondern vielmehr eine Komplementärtechnologie.

EU: Telekom-Markt neu reguliert

Die MONITOR-Telekommunikations-Spezialistin Christine Wahlmüller besuchte die Telcon und holte sich dort brandaktuelle Informationen. Pünktlich zum Eröffnungstermin am 13. November veröffentlichte die EU den neuen Telekom Review 2007. Wolf-Dietrich Grussmann von der EU-Kommission präsentierte die wichtigsten Neuerungen: erstens die Verordnung zur Errichtung einer europäischen Telekom-Regulierungsbehörde sowie zweitens eine Reduzierung der zu beobachtenden und regulierenden Telekom-Märkte von 18 auf sieben. (Privatkunden: Festnetz-Zugangsmarkt, Unternehmen: fünf Märkte, Mobilfunk: ein Markt).

Die EU habe auch den Zugangsmarkt Festnetz als Problemfall geortet. Hier schlägt die Kommission die sogenannte "Funktionale Trennung" vor, die nach dem Erfolg in Großbritannien europaweit zum Einsatz kommen soll. Dabei soll zwar die Eigentümerstruktur erhalten bleiben, aber es soll zu einer organisatorischen Trennung von Infrastruktur- und Dienstebetreibern kommen. Lesen Sie den ganzen Bericht ab S. 38.

SAP hofiert Entwickler-Community

Bei der Eröffnung von SAPs Technologie-Konferenz TechEd hob Executive Officer Klaus Kreplin die "maßgebliche Rolle" der Entwickler bei der Geschäftsprozess-Innovation hervor. Eigentlich, so MONITOR-Autor Alexander Hackl auf S. 31, war es fast schon ein Appell, den Kremplin an die 4.000 Entwickler, Partner und Kunden in der Münchner Messe richtete.

SAP stelle jetzt alle Ingredienzien für die Entwicklung neuer Geschäftsanwendungen zur Verfügung. Nun liege es an den Entwicklern, neue Geschäftsprozesse und Business-Modelle zu entwerfen. Der Appell kam nicht von ungefähr. Denn Enterprise Service-Oriented Architecture (E-SOA) auf der Plattform SAP NetWeaver, also jenes Technologiekonzept, dem sich SAP auf Gedeih und Verderb verschrieben hat, steht und fällt mit seiner kreativen Nutzung und Weiterentwicklung durch Kunden, Partner, unabhängige Entwickler - und vielleicht sogar Mitbewerber.

Eine interessante Dezember-Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Rüdiger Maier

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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