Das Arbeitsmarktservice (AMS) ist führender Dienstleister am Arbeitsmarkt in Österreich. Täglich sorgen rund 4.300 MitarbeiterInnen für die Vermittlung zwischen ArbeitnehmerInnen und offenen Stellen am Arbeitsmarkt. Zusätzlich dazu bietet das AMS sowohl für Arbeitssuchende als auch für Unternehmen, Berufsinformation, Beratung und Förderung. Damit das erfolgreich gelingt, wird effizientes Controlling sowie der Zugriff auf entscheidungsunterstützende Daten benötigt.
Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurde jetzt die Gesamtumstellung auf Cognos 8 BI (C8) vorgenommen. Damit ist es möglich, jederzeit wichtige Daten wie offizielle Arbeitslosenzahlen, offene Stellen, Förderbudget usw. auf Knopfdruck bereitzustellen. Bereits 1994 wurde mit dem Projekt AMS 2000plus der Aufbau eines Management-Informationssystems geplant. 1998 wurde mit dem Ausbau des AMS Data Warehouse begonnen, welches die Fülle verschiedenster Daten, die auf historisch unterschiedlich gewachsenen Speichermedien und Datenbanken vorhanden waren, zusammenführen sollte.
Monitoring der Erwerbskarrieren
Um auf dem Arbeitsmarkt bestmögliche Ergebnisse für Arbeitssuchende zu erzielen, ist das Monitoring der Erwerbskarrieren, der Beschäftigten in Österreich, eine zentrale Aufgabe. Die Data Warehouse Monitoring Funktionen ermöglichen die Beobachtung unterschiedlicher Bereiche und Segmente des Arbeitsmarktes mittels anonymisierter Daten. So können zum Beispiel jene Bereiche definiert werden, in denen für Arbeitssuchende die Chancen am größten sind, einen Arbeitplatz zu finden, oder Personengruppen, die einem erhöhten Arbeitsplatzrisiko ausgesetzt sind, beobachtet werden.
Die Flexibilität der Lösung spielt eine große Rolle. Nicht nur, weil die arbeitsmarktpolitischen Ziele jährlich den sich wechselnden Bedingungen des Arbeitsmarktes angepasst werden müssen, sondern auch weil das AMS bei der Zielgestaltung immer mehr die KundInnensicht abbildet und vermehrt vertiefte Analysen - wie etwa Nachhaltigkeitsbetrachtungen - durchführt.
Neben Personen, die auf der Suche nach Arbeit sind, zählen auch Unternehmen zu den Kunden des AMS. Hilfestellung bei der Personalsuche, Beratung und Information über verschiedene Förderungen des AMS sowie die direkte Möglichkeit über den eJob-Room (Online Job Plattform des AMS) Personal zu finden, sind nur einige der Leistungen die das AMS Unternehmen anbietet. Um den Unternehmen optimalen Service gewährleisten zu können, liefert das Data Warehouse auf Knopfdruck einen Überblick über alle Unternehmenskunden nach Region, Wirtschaftsklasse, Einstellverhalten etc. Dadurch ist den Management- und UnternehmensbetreuerInnen die Segmentierung dieser Kundengruppe sowie das Ermitteln der Top-Kunden nach flexibel einstellbaren Kriterien möglich.
Fördermittel im Einsatz
Rund 850 Mio. Euro stehen dem AMS jährlich für seine Arbeit zur Verfügung. Der Einsatz, das Reporting und Controlling dieser Fördermittel gestaltete sich früher aufgrund der Tatsache, dass neben der Bundesgeschäftsstelle weitere neun Landes- und rund 100 regionale Geschäftsstellen mit Daten versorgt werden mussten, als äußerst komplex. Mit dem Schwerpunkt der Optimierung der Fördermittel, erfolgt das Förderbudget-Controlling über eine SAP-Anwendung, wobei das SAP-BWA als Datenpumpe verwendet wird, um die Kombination von Budget- und Personendaten im Data Warehouse zu ermöglichen. Auch das Monitoring von Fördermaßnahmen und TeilnehmerInnen spielt eine große Rolle. So können der Erfolg mittels Beschäftigungsanteilen und Arbeitsaufnahmen gemessen und die einzelnen Förderungen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.
Das Schlüsselelement ist die Möglichkeit des Vergleichs von "Vor- und Nachkarrieren", d.h. ein Vergleich der Beschäftigungszeiten (laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger) der TeilnehmerInnen vor der AMS-Maßnahme mit jenen nach der Maßnahme. Darüber hinaus erlaubt die Flexibilität der Cognos-Würfel die Integration von Referenzgruppen, also von AMS-KundInnen, welche keine Maßnahmen erhalten haben und damit auch den Einsatz quantitativer statistischer Methoden. Die enorme Bedeutung dieses Projektes wird klar, wenn man bedenkt, dass das AMS jährlich über 800 Millionen Euro für Förderung ausgibt und jedes Prozent wirksamer eingesetzter Fördergelder somit budgetär relevant ist.




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8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 