An den Unternehmensstandorten Bruck an der Mur und Kapfenberg entwickelt, erzeugt und vertreibt Pankl seit 1985 hochpräzise Leichtbaukomponenten für Motor- und Antriebssysteme sowie Fahrwerksteile für die Motorrennsport-, Luxusautomobil- und Luftfahrtindustrie. Weitere Produktionsstätten in Großbritannien, in der Slowakei und in den USA sorgen für die Nähe zum Kunden. Als technologische Kompetenzzentren werden die Stützpunkte Kapfenberg für den Bereich Antrieb und Bruck an der Mur für den Bereich Motor stetig ausgebaut und aufgerüstet.
Gerade im Motorrennsport gilt es Kundenanforderungen zu erfüllen, die es sonst in kaum einer Industrie gibt. Die Produktlebenszyklen der Höchstleistungskomponenten dauern oft nur eine kurze Zeit an. Aufwändige Materialforschung und umfangreiche Test- und Simulationsmöglichkeiten sind ebenso Voraussetzung wie Einzelfertigung und Just-in-Time Delivery mit höchster Flexibilität. Doch auch die Märkte als Zulieferer für die Luxusautomobil- und Luftfahrtindustrie sind anspruchsvoll.
Zentrale IT

Pankl Racing Systems entwickelt, erzeugt und vertreibt Motor- und Antriebssysteme sowie Fahrwerksteile für den Motorrennsport, für High-Performance-Autos und die Luftfahrtindustrie.
Für den Betrieb der Software abas-ERP (Enterprise Resource Planning) ist Walter Harrich verantwortlich, der mit seinem siebenköpfigen Team die komplette IT, inklusive der CAD-, CAM- und PDM-Applikationen betreut. Das Rechenzentrum im steirischen Bruck beherbergt die Server für die Anwendungen und Daten des ERP-Systems. "Für die AG und ihre Tochterunternehmen in Europa haben wir insgesamt neun Mandanten angelegt. In den USA steht ein separater Server, der von hier administriert wird", erklärt Harrich.
Bei der Vielzahl von Standorten ist es nach Ansicht des IT-Leiters notwendig, besonders auf die Datenkonsistenz zu achten und Datenverlust zu vermeiden. Die Strategie der zentralen IT und der von Österreich aus verwalteten Mandanten kommen diesen Forderungen entgegen. "Der abas-Server läuft hier unter Linux mit einem Opteron 64-Bit-Prozessor von AMD, mit dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben und der auch relativ preisgünstig ist. Ein weiterer Server steht in den USA, der von Bruck aus betreut wird. Derzeit sind weltweit 120 abas-Lizenzen im Einsatz, die von rund 140 Mitarbeitern genutzt werden", erklärt Harrich. Im Einsatz sind alle abas-Module, lediglich für den Bereich Lohn wird ein separates Programm eingesetzt.
Viele Aufgaben - ein System
In den Jahren seit der Einführung des ERP-Systems hat sich dieses nicht nur durch seine Stabilität bewährt, es ist auch "mitgewachsen". "Wir haben hohe Anforderungen an die Flexibilität der Software, da wir sehr unterschiedliche Geschäftsbereiche und -prozesse abdecken müssen und sich die Aufgaben - bedingt durch das Wachstum von Pankl - oft ändern", betont Harrich. Viele frühere Insellösungen beziehungsweise Software-Eigenentwicklung wie beispielsweise für die Chargenverwaltung werden heute standardmäßig mit abas-ERP abgedeckt.
Die Steirer produzieren nicht auf Lager, sondern - wie im Rennsport üblich - auf Kundenanfrage und müssen deshalb extrem flexibel in der Kapazitätsplanung sein. Pankl entschied sich daher für eine Erweiterung der abas-Standardfunktionen Fertigung/PPS um eine Software für die Fertigungsfeinplanung. ABAS bietet hierfür den simcron Modeller an, die der Dresdner Partner simcron GmbH entwickelt hat.
Im Seriengeschäft des Herstellers hingegen ist die Datenqualität von Relevanz, denn hier dominiert der Kostendruck. Hier ist unter anderem eine zuverlässige Betriebsdatenerfassung (BDE) sehr wichtig, um beispielsweise hohe Maschinenauslastungen zu gewährleisten oder auch zu hohe Ausschussquoten schnell zu erkennen und zu reagieren. Dies kommt nicht nur der Kostenkontrolle zugute, sondern unterstützt auch die Qualitätsphilosophie der Steirer.
Überblick behalten

Pankl hat sich 1996 für ein ERP-System von der deutschen ABAS entschieden, welches das das Unternehmen auf seinem rasanten Wachstumskurs unterstützt.
Das gilt auch für die Software, die immer auf dem neuesten Stand sein muss. Gute Erfahrungen habe man mit der Update-Strategie des deutschen Herstellers gemacht. "Man weiß woran man ist bei ABAS und deren Partner Nittmann & Pekoll - die Software ist ausgereift, der Hersteller ist solide aufgestellt und die Beratung der Wiener fundiert", fasst er seine Eindrücke und Erfahrungen zusammen.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 