Man erinnert sich an die vollmundigen Vorhersagen: Das IT-Security-Business werde in den kommenden Jahren ein Milliardenbusiness werden, tönten Marktforscher im Abklingen der Internet-Euphorie nach der Jahrtausendwende. Niemand mochte ihnen so recht glauben: Was sollte denn in IT-Netzwerken eine so große Bedrohung sein? Ein paar Software-Nerds, die Viren programmieren und Spam-Mails verschicken?
Heute wissen wir es besser: Spam ist zu einer Epidemie geworden, die nach neuesten Daten fast 90 Prozent (!) des weltweiten E-Mail-Verkehrs beansprucht. Die kleinen Computertüftler haben ausgedient, heute sind kriminelle IT-Spezialisten am Werk und bringen immer verfeinertere Schädlinge im Umlauf, nicht, um spaßhalber IT-Netzwerke zu stören, sondern um sich bewusst zu bereichern, mit all der kriminellen Energie, die dazu notwendig ist. Mailbombing, Phishing, Trojaner, Malware, Backdoor-Viren und so weiter bedrohen den IT-Alltag. Ohne mindestens eine Firewall und einen Virenscanner sollte man heutzutage wirklich keinen Computer, auch nicht den privaten, mehr einschalten. Vom komplexen IT-Netzwerken in Unternehmen ganz zu schweigen.
Die kriminelle Invasion in der IT bewirkt teure Schutzmaßnahmen und ist auch sonst hochgradig ärgerlich. Da vor allem die IT-Abteilungen in Unternehmen in höchstem Grade darauf erpicht sind, den Angreifern nur ja keine Hintertür offen zu lassen, werden E-Mail-Netzwerke behindert, Datentransfers blockiert, Logfiles mitgeschnitten und Spam auf riesige Mail-Server ausgelagert, weil man ja nie sicher sein kann, dass der Spamfilter nicht doch eine wichtige Nachricht unterschlagen hat.
IT-Security ist heute zum Computeralltag geworden. Zuletzt mischte sich auch der Staat ein und überlegt, ob er seine Bundesbürger nicht mittels Trojanern überwachen soll. Die zunehmende Mobility in Unternehmen eröffnet zusätzlich ein weites Feld, von dem man erst in Ansätzen erahnt, was da noch auf uns zukommt. Erst kürzlich wurde wieder in Wien von WLAN-Piraten berichtet, die auf einer Tour durch die Stadt hunderte von WLANs fanden, die offen standen wie die Scheunentore. Mobile Security, Data Protection, Persönlichkeitsschutz und Kopierschutz sind die Themen der Stunde. Tatsache ist, dass das Schaffen von Sicherheit immer komplexer wird: Das ist schlecht für den Anwender, aber gut für IT-Security-Spezialisten, deren Boom noch lange nicht zu Ende ist.



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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 