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Strategien

MONITOR-Expertenrunde

Komplexität der IT beschert IT-Beratern Hochkonjunktur

Auslands-Ambitionen und Kritik

Ein Trend zeigt auch in Richtung Internationalisierung und Ausdehnung. Viele Berater begleiten ihre Kunden bei der Expansion ins Ausland. "Jeder Beratungs-Euro im Ausland hat einen Riesen-Multiplikationseffekt", freute sich UBIT-Vertreter Seyruck. "Kleinere Berater haben aber mit der Expansion schon Probleme", gab Ewald Halbedl zu bedenken. Größere Berater können es sich leisten "Tochterfirmen im Ausland bzw. in Osteuropa gründen", sagte Josef Matulka von Capgemini. Wien ist als Tor nach Osteuropa sehr beliebt. Auch Capgemini hat sein Osteuropa-Headquarter in Wien.

„Man muss auch die Leute in die Pflicht nehmen, die die Konzepte machen.“ - Wilfried Seyruck, WKO

Eine neue Perspektive steuerte Joachim Seidler, Österreich Geschäftsführer des Markforschungsunternehmens IDC, bei: Die Frage sei, wie User die Berater sehen würden. "Ich sehe da vor allem einmal das Problem der Verantwortlichkeit, aber auch die mangelnde Unabhängigkeit der Berater", so Seidler. "Am Ende schaut bei ERP-Projekten meist SAP heraus." Leider sei die Beratung oft zum Scheitern verurteilt, "weil es für viele Unternehmen schwierig ist, zu erkennen, wie die IT optimal zur Unterstützung der Geschäftsprozesse eingesetzt werden kann." In der Beratungsbrache, prognostizierte Seidler, werde es künftig "weiter große Wachstumsraten" geben.

Weiterer Aspekt: Auch viele Systemhäuser und IT-Hersteller wollen beim IT-Beratungsgeschäft mitmischen und bezeichnen sich selbst gerne als Berater. Die Konkurrenz am Markt ist groß. Insgesamt droht der Branche in Zukunft ein echter Fachkräfte-Mangel. "Leider ist IT auch noch immer eine Männer-Domäne", bedauerte Seyruck. Frauen hätten da gute Chancen.

Trends und Wünsche

"Wir produzieren viel zu wenig SW-Produkte, das ist ein wesentlicher Mangel in Österreich", stellte Siegmund Priglinger fest. "Wenn es uns nicht gelingt, SW-Produkte auf den Markt zu bringen, werden wir mit der Dienstleistung auch in Zukunft ein Problem haben", so Priglinger. "SAP war ein Glücksfall für Europa. Ich würde mir wünschen, dass wir ein zweites, drittes oder viertes SAP bekommen", schloss sich Georg Lankmayr an.

„Die Rolle des IT- Beraters ist es, die Unternehmen bei der organisatorischen Veränderung einfach zu begleiten.“ - Keith Stammers, Softlab

"Ich wünsche mir eine bessere Kommunikation zwischen IT und Management", meinte Keith Stammers kurz und bündig. "BI und Datawarehouse sind die wichtigsten Themen. Herstellerunabhängigkeit sehe ich als wichtiges Thema der Zukunft", sagte Michael Bauer. "Eine gute IT-Beratung muss sich in der Umsetzung beweisen. Den Kunden interessiert nicht allein das Konzept, sondern der Beweis, dass es funktioniert", meinte Josef Matulka.

Wichtig ist sicher das "Verständnis des Beraters, eine Wissensorganisation zu sein", betonte Johannes Adler. "Ein guter Berater muss ein guter Kommunikator und Netzwerker sein, im besten Fall jemand, der nicht aus der IT kommt, aber IT versteht", formulierte IDC-Marktforscher Joachim Seidler. "IT sollte als value Lieferant gesehen werden, nicht als notwendiges Übel", so die Empfehlung von Ewald Halbedl. "Die Zahl der Berater wird sich weiter vergrößern und Spezialisierungen werden noch zunehmen", prognostizierte UBIT-Branchenvertreter Wilfried Seyruck rosige Zeiten für die IT-Berater. "Die NÖM wird 2008 ein großer Konsument von IT-Beratung sein", sorgte NÖM-IT-Leiter Anton Leitner für den passenden Schlusspunkt.

(Alle Bilder: Andreas Partusch/Fotofc)

Teilnehmer (alphabetisch):
  • Dr. Johannes Adler, Geschäftsführer ANECON
  • Michael Bauer, Geschäftsführer Trivadis Österreich
  • Dipl.Ing. Mag. Ewald Halbedl, Geschäftsführer von VMCP (Vienna Management Consulting Partner)
  • Dipl.Ing. Georg Lankmayr, Geschäftsführer INSET
  • Dipl.Ing. Anton Leitner, IT-Leiter NÖM
  • Dr. Josef Matulka, Mitglied der Geschäftsleitung, Capgemini Österreich & Eastern Europe
  • Dr. Siegmund Priglinger, BARC Österreich
  • Peter Schneyder, Geschäftsführer PanPlan
  • Dipl.Ing. Wilfried Seyruck, WKO, Obmann-Stv. UBIT
  • Joachim Seidler, Niederlassungsleiter IDC Österreich
  • Keith Stammers, Softlab, Prokurist und Senior Consultant

Moderation:

  • Dipl.Ing. Rüdiger Maier, Chefredakteur MONITOR

MONITOR-Autorin:

  • Dr. Christine Wahlmüller-Schiller

Fotograf:

  • Andreas Partusch

Ort der Diskussion:

  • Capgemini Consulting, 1020 Wien


 

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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