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Netz & Telekom

Erwartungen an ein völlig neues Internet:

Weitgehend unbekannte Wünsche erfüllen

Die Zukunft des Internets vorauszuahnen - eine Herausforderung

Chip Elliott von der BBN in Cambridge wird erster Leiter des GENI-Office und soll in dieser Funktion die Arbeiten an einer Plattform für ein völlig neues Internet koordinieren (Bild: William McCartney, ShoeFly Studio).

Eines ist sicher: Der neue durch GENI zu definierende Rahmen wird mehr als 25 Jahre halten müssen. Mit wachsender Größe des Internets wird es immer schwieriger werden, einen weiteren Neuanfang zu machen. Denn eine Erblast wird es immer mit sich herumtragen: Die Kompatibilität zum Vorgänger. Über solche Rückwärts-Kompatibilität sind viele Entwicklungen fast ins Schleudern gekommen: Eine einheitliche Weltnorm fürs Fernsehen zum Beispiel, eine gemeinsame digitale Plattform für Video-Aufzeichnung, oder der Zwang, über lange Zeiträume auf uralte Programmiersprachen Rücksicht nehmen zu müssen - kurz: Auch GENI wird sich Freiräume schaffen müssen, in man heute noch unbekannte Entwicklungen einpassen wird.

Chip Elliott hat das erkannt: "Man muss sich ein völlig neues Internet vorstellen, das aller Wahrscheinlichkeit nach physikalisch mit dem heutigen wenig gemeinsam hat. Wir müssen sicherstellen, dass diese nächste Stufe aus den besten Ideen entsteht."

Tim Berners Lee, heute Chef des W3C-Konsortiums auf dem MIT-Campus in Cambridge (MA), hat sich während seiner Zeit am CERN in Genf sicher nicht vorgestellt, heute der Oberaufseher des World Wide Web zu sein.

Eine virtuelle Visualisierung mag das Bild  geben. Man sieht die klare Unterscheidung zwischen terrestrischem Festnetz und drahtlose Netzen. Diese verbinden einerseits das nationale Netz in den transnationalen Raum via Satellit, andererseits den Endteilnehmer via WLAN (siehe Bildausschnitt). Über den von den erwähnten GENI-Substraten gestellten Netzteilen liegt eine Art Softwarerahmen, der die verschiedenen Arbeitsebenen der GENI-Substrate managt. In den Substraten laufen hunderte und tausende von Vorgängen zur gleichen Zeit, jeder in einer eigenen Ebene. Man muss sich das als riesige Software-Architektur vorstellen: Die Anwender des neuen Internets sollen sogar in ihm mitarbeiten können, um weitere Ideen für die Nutzung einzubringen und auszuprobieren. Unwillkürlich fällt einem da das LINUX-Betriebssystem ein, welches sich ebenfalls ständig durch Anpassung wandelt.

GENI wird modular aufgebaut sein, mit einer festgelegten Grundarchitektur sowie einem umfangreichen Satz definierter Interfaces. Gerade hier aber wird man mit Sorgfalt vorgehen müssen, um sich für neue, heute unbekannte Netzwerktechnologien und Anwendungen offen zu halten.

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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