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JobTraining

IKT-Ausbildung Teil 2

Praxisorientiert und schnell zu Wissen und Titel

Das Ausbildungsangebot im Bereich Informationstechnologie (IT) oder Telekommunikation (TK) ist vielfältig wie noch nie. Waren im ersten Teil der MONITOR-Serie (Heft 9) die österreichischen Universitäten an der Reihe, so berichten wir im zweiten Teil über alle IT/TK Studiengänge der Fachhochschulen in Wien, Niederösterreich, Burgenland und in der Steiermark.

Die Fachhochschulen (FH) blicken auf eine erst junge Geschichte zurück. Zehn FH-Studiengänge waren es, die im Studienjahr 1994/95 den Studienbetrieb aufnahmen. Heute gibt es 195 (!) FH-Studiengänge in Österreich und knapp 30.000 Studenten an den österreichischen Fachhochschulen. Aus dem einst von den Unis eher belächelten Praktikerschmieden sind ernstzunehmende Konkurrenten im Bildungssektor geworden.

Drei Viertel aller Studiengänge sind heute schon auf das neue Studiensystem (Bachelor-Master) umgestellt, im kommenden Jahr sollen es 90 Prozent sein. Noch eine interessante Zahl: Die FH bietet auch Berufstätigen eine gute Weiterbildungsmöglichkeit. 40 Prozent der Studiengänge werden berufsbegleitend angeboten. Die meisten FH-Studenten finden sich in Wien (7.517), gefolgt von NÖ (4.181), Steiermark (3.782) und OÖ (3.742). (Alle Zahlen vom vergangenen Studienjahr 2006/07). Die Zahl der technischen und IT-TK-Studiengänge nimmt ständig zu bzw. ist ein echter Trend in Richtung Spezialisierungen (vor allem beim Masterstudium) zu bemerken.

Neu: Wirtschaftsinformatik neben dem Job

„Wir bieten Spezialisierungen wie Technische Informatik und Geoinformatik an.“ - Martin Staudinger, FH Wiener Neustadt, Studiengangs- leiter Informations- technik

Mit etwa 1.700 AbsolventInnen und knapp 2.200 Studierenden sowie derzeit elf Bachelor- und 14 Master-Studiengängen ist die Fachhochschule Technikum Wien der größte Fachhochschul-Anbieter für technische Studien in Österreich. In punkto IT- und Telekommunikation werden fünf Bachelor- und fünf Master-Studiengänge angeboten. (Alle Studienorte und Studiengänge siehe Kasten.) Ab dem kommenden Wintersemester kann zusätzlich noch das neue Master-Studium "Game Engineering und Simulation" belegt werden.

Heuer gibt es erstmals die Möglichkeit, Wirtschaftsinformatik auch berufsbegleitend am Technikum zu studieren. "Das bedeutet an drei Tagen in der Woche jeweils vier Stunden Unterricht", erläutert Studiengangsleiter Helmut Gollner. Im Unterschied zur Uni geht es bei der FH "um Lernen mit kleinen Gruppen und einen sehr starken Praxisbezug", betont Gollner. Das Technikum unterhält zahlreiche Kooperationen mit IT-Betrieben wie IBM, Microsoft, Unisys oder Accenture. "In jedem Semester wird auch ein praxisnahes Studentenprojekt durchgeführt, z.B. ein Webshop für eine Firma. "Das Wirtschaftsinformatik-Studium sorgt für eine gesamtheitliche Sicht auf IT-Lösungen", erklärt Gollner die Vorzüge des Studium. Neben der Technik werden auch Faktoren wie Finanzierbarkeit, Menschen, Organisation oder Wissen um die Einführung von Systemen vermittelt. Gut für die Studenten sind auch die vielen externen Lektoren aus der Praxis (80 Prozent), die ein lebendiges und anschauliches Bild aus der IT-Praxis zeichnen. Insgesamt sind etwa 1.220 Studenten in den IT-TK-Studien angemeldet, d.h. in etwa jeder zweite Student studiert IT.

Nur noch Bachelor-Master-Titel

„Im Unterschied zur Uni geht es bei der FH um Lernen mit kleinen Gruppen und einen sehr starken Praxisbezug.“ - Helmut Gollner, FH Technikum Wien, Fachbereichs- leiter Wirtschafts- informatik

Zweitgrößter Wiener Anbieter ist die FH Campus Wien, die erst im Sommer 2004 den Status Fachhochschule verliehen bekommen hat. Sie hat alle Studiengänge ab dem heurigen Wintersemester auf das neue Bachelor-/Master-System umgestellt. Zurzeit gibt es drei Bachelor Studiengänge. Drei Master-Studiengänge ("IT-Security", "Vernetzte Systeme", "Technisches Management") werden noch in den kommenden Jahren eingeführt. Beim Bachelor Studiengang "IT und Telekommunikation" wird heuer neu ein "Kompetenzteam IT-Security" eingebunden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf abhör- und manipulationssicherer Datenübertragung.

"Wir erreichen dadurch neben dem Know-how-Zuwachs auch eine deutliche Qualitätsverbesserung und einen vermehrten Praxisbezug in der Lehre", hofft Studiengangsleiter Johannes Walzer die positiven Faktoren gut nutzen zu können. Beim Bachelor "IT und Telekommunikation" besteht zudem die Möglichkeit, sich aus den drei Bereichen "Angewandte IT-Sicherheit", "Web-Engineering" sowie "Telekommunikation" einen Studienschwerpunkt zu wählen. Insgesamt hat die FH Campus Wien mit 207 Inskribierten (davon 23 Frauen) im IT/TK-Bereich deutlich weniger Studenten als das Technikum, das allerdings auch schon zehn Jahre länger besteht.

Von der EU gut bewertet

„Mit dem Security-Angebot zählen wir zu den Ersten in Österreich.“ - Sonja Gögele, FH Joanneum, IT-Studiengangs- leiterin am Standort Kapfenberg

Die Wiener haben es gut: Es gibt sogar noch eine dritte Fachhochschule vor Ort: Die FH des bfi bietet seit dem WS 2001/02 den FH-Studiengang "Projektmanagement und Informationstechnologie" (PIT) an. Jährlich beginnen je 45 StudentInnen sowohl in der Vollzeit als auch berufsbegleitend. "Bei uns können sich PIT-Studenten in den zwei Bereichen Digitale Medien und Medieninformatik spezialisieren", sagt Studiengangsleiter Christian Malus. Die Umstellung vom alten Diplomstudium auf das Bachelor-Master-System erfolgte schon 2006. Nach dem 6-semestrigen Bachelor kann noch das Master-Studium "Projektmanagement und Organisation" angeschlossen werden, das dann nochmals drei Semester dauert. Der Master wird nur berufsbegleitend angeboten.

Die FH des bfi erhielt letztes Jahr als einzige österreichische Hochschule das ECTS-Label ("European Credit Transfer System") von der EU-Kommission verliehen. Dieses Label führen außerdem nur die TU Graz und die FH Vorarlberg in Österreich. Mit der ECTS-Auszeichnung wird die internationale Ausrichtung anerkannt. Auslandssemester und Praktika werden an der FH problemlos angerechnet und in das reguläre Studium integriert. 

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Serie: IKT-Ausbildung

Wer in Österreich eine Ausbildung im Bereich Informations- technologie (IT) oder Telekommunikation (TK) anstrebt, hat die Qual der Wahl. Universität oder doch Fachhoch- schule? Informatik oder Wirtschaftsinformatik? Oder ein spezielles Studium wie z.B. Medizininformatik? MONITOR beleuchtet in einer vierteiligen Serie das Angebot in Österreich.

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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