Die jährliche Security-Roadshow des IT-Marktforschers IDC gilt als Trendbarometer in Sachen IT-Sicherheit. Daher mischte sich MONITOR-Autor Alexander Hackl unter die rund 150 IT-Verantwortlichen aus österreichischen Unternehmen und verfolgte deren Diskussion mit den anwesenden Anbietern von IT-Sicherheitslösungen über Bedrohungen, Strategien und mögliche Auswege. Klar wurde dabei einmal mehr, dass das Thema bei IT-Verantwortlichen nach wie vor höchste Priorität genießt. Dazu IDC-Österreich-Geschäftsführer Joachim Seidler: "Der Security Markt boomt weiterhin. Wir prognostizieren global ein jährliches Wachstum für Security Services von 18,9% für die nächsten 5 Jahre, in Westeuropa steigt der Geschäftsbereich der Managed Security Services jährlich um 21,3%" bis 2011."
Aber bereits an der Frage, ob die wachsenden Sicherheitsbudgets auch richtig angelegt werden, scheiden sich die Geister. Macht mehr Security ein Unternehmen ganz automatisch sicherer? Bjarne Kaiser Lauritzen, Europa-Vizepräsident des Netzwerk-Equipment-Anbieters Juniper, beantwortet die Frage im MONITOR-Gespräch schlichtweg mit "Nein". Ein Grundschutz mit Firewalls, Virenabwehr und Co sei zwar erforderlich, aber den hätten die meisten Firmen ohnehin. "Die größte Gefahr geht von leichtsinnigen Benutzern aus. Nach wie vor sind viele Firmen-PCs mit Passwörtern auf gelben Post-its vollgeklebt. Und nicht selten geben sich Hacker am Telefon als Support-Mitarbeiter aus, erfragen Passwörter und bekommen bereitwillig Auskunft." Verfolgen Sie die spannende Sicherheits-Diskussion ab Seite 24.
Risikomanagement in der IT
Einen umfassenden Blick auf die in der IT verborgenen Risiken wirft der Buch- und MONITOR-Autor Ernst Tiemeyer. Er stellt fest, dass IT-Produkte, Prozesse und Projekte aufgrund der hohen Komplexität sowie der zu beachtenden zahlreichen Einflussfaktoren nicht frei von Risiken sind und so großen Unsicherheiten unterworfen. Angefangen vom menschlichen Versagen bis zur fehlenden Kontrolle können sich negative Einflussfaktoren zu großen Problemen summieren. Für die Handhabung von IT-Risiken sind inzwischen allerdings auch einige hilfreiche und für die Praxis unverzichtbare Lösungsansätze entwickelt worden, die erhebliche Potenziale zur Zukunftssicherung eröffnen. Immer noch steht aber die Mehrheit der Unternehmen heute vor der Herausforderung, ein Risikomanagement-System für den IT-Bereich neu aufzusetzen oder grundlegend zu erweitern. Lesen Sie mehr über die Schritte hin zum funktionierenden Risiko-Management ab Seite 12.
Komplexität der IT: Berater freuen sich
Nach der Krise 2002/2003 ist der IT-Berater-Markt in Österreich wieder gut erholt. Immer raschere Produktzyklen, der Innovationsdruck sowie die Komplexität der IT-Architektur und Applikationen verhelfen ihnen zu vollen Auftragsbüchern. Grund genug für MONITOR, Mitte Oktober eine Expertenrunde zum Thema "Aktuelle Trends und Herausforderungen in der IT-Beratung" zu versammeln. MONITOR-Autorin Christine Wahlmüller fasst ab Seite 46 die Ergebnisse der unter meiner Leitung sehr angeregt diskutierenden Runde zusammen.
Immer mehr Unternehmen erkennen nämlich, dass mit einer optimierten IT die Geschäftsprozesse besser laufen. Mit diesem Ziel werden gerne IT-Berater zu Hilfe geholt. Aber: Oft vernachlässigte Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Beratung ist das wechselseitige Verständnis von Management und Fachabteilungen einerseits und der internen IT-Abteilung sowie externen Beratern andererseits. Die hauseigene IT wird laut aktuellen Studien sogar als Wachstumsbremser gesehen und beschert nach Meinung der Manager den Unternehmen durchschnittlich fünf Prozent weniger Umsatzwachstum. Um nicht nur theoretisch zu diskutieren, war mit Anton Leitner der IT-Leiter der NÖM AG anwesend. Er war früher selbst IT-Berater bei Capgemini, und Spezialist für die Einführung von SAP, kennt also beide Seiten: "Früher, noch vor zehn Jahren, waren wir die Götter, und in den Unternehmen gab es wenig Wissen über SAP. Heute, vor allem nach dem Crash der Branche 2002, hat sich das Bild sehr gewandelt."
Fachhochschulen: Vielfältiges Angebot in der ITK-Ausbildung
Das Ausbildungsangebot im Bereich Informationstechnologie (IT) oder Telekommunikation (TK) ist vielfältig wie noch nie. Waren im ersten Teil der MONITOR-Serie (Heft 9) die österreichischen Universitäten an der Reihe, so berichtet MONITOR-Autorin Christine Wahlmüller im zweiten Teil unserer vierteiligen Serie über alle IT/TK-Studiengänge der Fachhochschulen (FH) in Wien, Niederösterreich, Burgenland und in der Steiermark. Die Entwicklung der FH ist beeindruckend: Mit nur zehn Studiengängen startete man 1994/95, heute gibt es 195 (!) Studiengänge in Österreich mit knapp 30.000 Studenten. Drei Viertel aller Studiengänge sind heute schon auf das neue Studiensystem (Bachelor-Master) umgestellt, im kommenden Jahr sollen es 90 Prozent sein. Und nicht zuletzt nimmt auch die Zahl der technischen und IT-TK-Studiengänge ständig zu bzw. ist ein echter Trend in Richtung Spezialisierungen (vor allem beim Masterstudium) zu bemerken (Seite 50).
Eine interessante und anregende Lektüre wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier




7/2011
6/2011
5/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 