"In Österreich machen wir Teradata-Projekte seit 1995 und konnten in dieser Zeit den Anteil des Umsatzes aus diesem Bereich auf über die Hälfte des Gesamt-Umsatzes steigern", erläutert Eschenlor die rasante Entwicklung. Erstes großes Projekt war damals gleich eine Data Warehouse-Lösung für Metro. Die Trennung werde nun jedenfalls beiden Unternehmen helfen, sich auf die jeweiligen Spezialgebiete konzentrieren zu können. NCR werde sich dann unter dem Geschäftsführer Ing. Hubert Schauerhofer ganz auf den Bereich "self service" ausrichten. "Lösungen für Flughäfen, bei der Geldausgabe oder auch in Supermärkten werden zu den Lösungen zählen, die dann angeboten werden", so Eschenlor.
30 Jahre Erfahrung
Die Teradata-Geschichte reicht etwa 30 Jahre zurück, aber schon damals war der Fokus des Unternehmens die Entwicklung von Software für leicht änderbare Abfragen von Datenbanken. Das ursprünglich eigenständige Unternehmen wurde von NCR übernommen. Der Grundstein für den Loslösungsprozess wurde seit dem Jahr 2000 gelegt, als Produktentwicklung, Marketing oder Kundenservice innerhalb des Mutterkonzerns als eigene Marke festgelegt wurden. Zuletzt hat das Unternehmen auch seine Kundenbasis sowie sein Portfolio weiter vergrößert und neue Partnerschaften mit anderen Anbietern geschlossen. In einem Gesamtvergleich von Data Warehouse-Anbietern der Gartner Group hat das Unternehmen nun bereits im vierten aufeinanderfolgenden Jahr den ersten Platz erreicht. "Unser Weg geht ganz klar hin zu taktisch-strategischen Lösungen, die die Unternehmen im Wettbewerb flexibler und leistungsfähiger machen", so Eschenlor.
Strategische Technologie-Entscheidung
Als Hauptmitbewerber auch am heimischen Markt sieht man IBM und Oracle: "Eine Entscheidung für unsere Lösung ist letztlich ein strategischer Wechsel in der Technologie und führt mittelfristig praktisch immer zur Ablösung der bisher im Einsatz befindlichen Produkte", erzählt der Geschäftsführer aus dem Alltag. Daher hätten entsprechende Projekte oft lange Entscheidungszyklen, in denen die verschiedenen Lösungen intensiv getestet werden. Entsprechend wichtig ist natürlich das Beratungs-Geschäft: "Die reine Implementierung von Hard- und Software ist nur ein kleiner Teil unserer Arbeit. Viel mehr geht es um branchenspezifisches Wissen, um ein entsprechendes Datenmodell aufbauen zu können!" Die logischen Datenmodelle seien schon an die Branchen angepasst, nur etwa 10% müssten jeweils kundenspezifisch entwickelt werden. "Wir haben in Österreich etwa 50 Mitarbeiter, suchen aber weiterhin Spezialisten, die das notwendige Branchenwissen haben", kennt Eschenlor die Engpässe des Arbeitsmarkts. Wichtig sei es deshalb auch, im Bedarfsfall auf erfahrene Partner-Unternehmen zugreifen zu können. 2000 gelang es überdies, ein Expertenzentrum für Mittel- und Osteuropa in Wien anzusiedeln, was die Bedeutung des Standorts festigte.
Neue Verkaufsstrategien = neue Kunden
In Österreich ist man sehr gut im Mobilfunkmarkt verankert: "Zu unseren Kunden zählen etwa die Mobilkom, One oder über Telering auch T-Mobile." Heuer konnte man im Zuge der Konzentration auf den Bankensektor mit der Bank Austria und der Bawag gleich zwei große Kunden neu gewinnen. Weltweit werden jährlich durchschnittlich 90 Neukunden gewonnen. Meist werde bei den Kunden die Suche nach einem neuen System durch aktuelle Business-Konzepte angestoßen: "Themen wie "event based marketing" oder aktives Kunden-Management benötigen zur Umsetzung eine flexible Lösung, die die gewünschten Daten rasch und einfach zur Verfügung stellt", weiß Eschenlor. Hier gelte es, die Kunden über die Vorteile solcher Ansätze für die Verbesserung des Geschäfts und der Kundenbeziehungen zu informieren und gemeinsam zu erarbeiten, welche Daten dafür wie vorhanden sein müssen.
Auch im Bereich der Prognose von Geschäftsentwicklungen ist man erfolgreich: "Im amerikanischen Wal-Mart-Konzern müssen die Lieferanten aufgrund eines alle drei Minuten erfolgenden Daten-Updates dafür sorgen, dass immer genug in den Regalen ist", beschreibt der Geschäftsführer einen innovativen Ansatz. Hierzulande wurde etwa bei Baumax oder XXXLutz ein einfacheres Prognosemodell verwirklicht, dass hilft, den Lagerbestand zu reduzieren, ohne zu Knappheiten bei Produkten zu führen. "Hier kommen komplexe mathematische Modelle, sogenannte Algorithmen, zum Einsatz, die aus historischen Daten und verschiedenen Variablen das richtige Bestellverhalten berechnen. Und das für bis zu 50.000 Artikel", gibt Eschenlor Einblick in die komplexen Hintergründe der Technologie.




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8/2011
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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 