"Integrierte Analytik ist bei der Entscheidungsfindung der nächste Schritt nach Business Intelligence", ist BI/CPM-Experte Dr. Wolf Martin, überzeugt. "Die Integration von Analytik in betriebliche Prozesse bedeutet, dass die Informationslieferung mit der Prozessgeschwindigkeit synchronisiert wird, so dass zur richtigen Zeit Entscheidungen gefällt und Maßnahmen getroffen werden können. Dank integrierter Analytik werden Prozesse intelligent, und sie laufen ereignisgetrieben ab."
Durch die Kopplung von Business Intelligence mit Geschäftsprozessen können zudem Kennzahlen in einem kollaborativen Modell vermittelt werden und sie stehen nicht mehr nur den BI-Spezialisten zur Verfügung. BI wandelt sich vom Werkzeug, mit dem strategische Teilaspekte behandelt werden, zu einer maßgeblichen Unterstützung im operativen Geschäft: das Ziel ist die einheitliche sowie bereichs- und organisationsübergreifende auf die relevanten Daten.
Diesen Trend bestätigt auch Gartner Dataquest, die für 2006 einen deutlichen Zuwachs im Bereich "Embedded BI-Solutions" gemeldet haben (Report "Market Share: Business Intelligence Platforms, Worldwide 2006)": demnach wuchs der Markt für BI-Plattformen 2006 um 14,9 Prozent auf knapp 4,7 Milliarden US-Dollar (für Software plus Dienstleistungen). Das Marktsegment für "Embedded BI-Solutions" verzeichnete dabei einen Anstieg von 41,3 Prozent. Das Segment eigenständiger BI-Lösungen ("Stand-Alone BI solutions") blieb mit einem Wachstum von 9,9 Prozent dahinter zurück. SAP liegt laut diesem Report im Bereich der integrierten BI-Lösungen ("Embedded BI-Solutions") vor Spezial- und anderen Plattformanbietern und hält einen Anteil am BI-Gesamtmarkt von 8,2 Prozent.
NetWeaver "integriert" BI
SAP setzt bei seinem BI-Konzept auf die Flexibilität einer Enterprise Service-oriented Architecture (Enterprise SOA) für den Aufbau eines unternehmensweiten, strategischen Informationsmanagement zur Unterstützung der wichtigsten Geschäftsziele. Bereitgestellt werden eine Business-Intelligence-Infrastruktur, zahlreiche Werkzeuge und Funktionen für Planung & Simulationen sowie für Data-Warehousing und ein benutzerorientiertes Portal.
Die angestrebten Vorteile eines solchen Konzepts sind unter anderem:
- Bessere Entscheidungsfindung auf allen Ebenen:
Alle Beteiligten erhalten wichtige Informationen in einem spezifischen Format, das auf die Rolle und Funktion jedes Einzelnen zugeschnitten ist und dennoch eine einheitliche Sicht auf Unternehmensdaten gewährleistet.
- Erhöhte Effizienz:
Redundantes und aufwändiges Sammeln und Konsolidieren von Daten sowie überflüssige Berichte entfallen, da alle Mitarbeiter Zugang zu einem einheitlichen Business-Information-Framework haben.
- Kostensenkung und Umsatzsteigerung:
Bessere Geschäftsdaten sorgen für bessere Geschäftsentscheidungen. Und bessere Entscheidungen resultieren in niedrigeren Kosten, gestrafften Prozessen und neuen Umsatzmöglichkeiten.
- Reduzierte IT-Ausgaben:
Durch SAP NetWeaver als einheitliche Plattform sollen hohe Integrations-, Wartungs- und Supportleistungen von Speziallösungen vermieden werden.



1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 