Business Intelligence (BI) Software gibt es bereits seit etwa 20 Jahren. Software dieser Art unterstützt Führungskräfte und Mitarbeiter bei strategischen Entscheidungsfindungen innerhalb ihres Unternehmens. In der letzten Zeit ist das Thema immer stärker in den Vordergrund getreten.
Durch die steigende Anzahl von Unternehmensprozessen wird es immer wichtiger, Prognosen korrekt zu erstellen, um so die Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten zu können. Eine Studie von Gartner zeigt, dass BI-Anwendungen seit zwei Jahren die Top-Priorität für CIOs sind und dass Unternehmen planen, ihre Ausgaben in diesem Bereich zu erhöhen (Gartner EXP 2007 Survey of CIOs ). Heute liefert Business Intelligence nicht mehr nur rein strategische Entscheidungshilfen, sondern bewegt sich immer mehr in Richtung operativer Prozesse: dem sogenannten Operational Business Intelligence.
Operational Business Intelligence nutzt Business Intelligence Methoden, um das Tagesgeschehen in einem Unternehmen zu leiten und zu optimieren. Während also klassisches BI hauptsächlich die strategischen Unternehmensentscheidungen unterstützt, umfasst Operational BI das strategische, taktische und operative Management. Dabei nutzt zwangsläufig nicht nur eine kleine Anzahl von Führungskräften eine solche Lösung, sondern sie wird von einer weitaus größeren Anzahl von Mitarbeitern auf allen Unternehmensebenen verwendet.
Operational BI bietet dem ausführenden Personal automatisierte Lösungsvorschläge bereits innerhalb eines laufenden Projektes an, mit denen sie sofort arbeiten und auftretende Probleme lösen können. Auf Basis von Daten, die bis zu einem bestimmten Punkt innerhalb eines laufenden Prozesses gesammelt werden, gibt Operational BI Prognosen und Vorschläge für weitere Schritte. Dadurch unterscheidet sich Operational Business von traditionellem BI. Klassische BI-Lösungen stellen dem Management alle Daten zusammen, die beispielsweise nach einem abgeschlossenen Projekt analysiert werden können und auf Basis deren dann Entscheidungen für weitere Projekte getroffen werden können. Mit traditionellem Business Intelligence kann es vorkommen, dass das Management erst nach Tagen oder Wochen ein Problem erkennt. Operational BI warnt, sobald ein Problem auftaucht, zeigt, wo das Problem liegt, und gibt Vorschläge und Entscheidungshilfen.
Ein Beispiel aus der Logistik: Werden Waren von LKWs über verschiedene Stationen von A nach B transportiert, kann es passieren, dass sich die Lieferung an einer Station verzögert und den Anschlusstransport verpasst. Klassische BI-Lösungen würden am Ende eines Monats Statistiken über die Anzahl der verpassten Anschlusstransporte erstellen. Operational BI-Lösungen hingegen können die verantwortlichen Mitarbeiter über die Verzögerung informieren, den Anschlusstransport verzögern oder alternative Transportmöglichkeiten über den nächsten Anschlusstransport vorschlagen.
Da Operational BI nicht nur von einer kleinen Anzahl von Führungskräften genutzt wird, sondern von einer weitaus größeren Anzahl Mitarbeiter auf allen Ebenen, wäre es zwangsläufig auch kostenintensiver, alle Anwender auf dem selben hohen Level in die Software einzuführen wie dies bei Anwendern im oberen Management üblich ist. Aus diesem Grund muss die Anwendung von Operational BI einfacher und intuitiver gestaltet und zu nutzen sein als es bei klassischem BI der Fall ist.
Operational BI hat das Potential, Unternehmensprozesse massiv zu verbessern, Kosten zu senken und Kundenzufriedenheit zu steigern. Es bietet sofortige Wettbewerbsvorteile, und der ROI kommt oft schneller zum Tragen als bei strategischen oder taktischen Entscheidungen.




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8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 