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Netz & Telekom

Interview mit Martin Hell, Kapsch BusinessCom

Positive Bilanz

Vor zwei Jahren begann bei Kapsch BusinessCom AG die strategische Neuausrichtung: weg vom reinen Kommunikationsanbieter hin zum Key Player für Kommunikations-, Netzwerk- und IT-Lösungen. MONITOR sprach mit Martin Hell, Bereichsleiter Business Solutions IT, über den aktuellen Stand.

Gelebte Konvergenz zwischen Sprache und Daten: Martin Hell, Bereichsleiter Business Solutions IT, Kapsch BusinessCom

Der Kommunikationsspezialist hat die reine Sprachübertragung hinter sich gelassen: Kapsch BusinessCom zielt mit seinen Lösungen heute auf alle Bereiche der Sprach- und Datenübertragung in Unternehmen ab. Die zunehmende Konvergenz zwischen Sprache und Daten hatte eine strategische Neuausrichtung notwendig gemacht.

Auf dem Weg zum "führenden Anbieter für state of the art Kommunikations-, Netzwerk und IT-Lösungen" - so die Eigendefinition von Kapsch BusinessCom - erwiesen sich einige Akquisitionen als wichtige Meilensteine: etwa 2005 die Übernahme des Infrastrukturspezialisten ADS System sowie der oberösterreichischen Systrex Datentechnik GmbH oder 2006 der Erwerb der Getronics Tochtergesellschaften in Österreich, Tschechien, Slowakei und Polen. Der Kauf von Getronics war ein wichtiger Schritt, so Hell. Kapsch BusinessCom konnte damit seine Geschäftsfelder im IT- und Netzwerkbereich maßgeblich ausbauen und wurde zum größten heimischen Cisco Partner.

Dass die Neuausrichtung bereits Früchte trägt, zeigte schon das Ergebnis des Geschäftsjahres 2006 (Geschäftsjahresende: März 2007): der Umsatz lag etwas über 160 Mio. Euro bei rund 800 Mitarbeitern. Außerdem wird mehr als die Hälfte des Umsatzes nicht mehr im Telekommunikationsbereich erwirtschaftet, wie Martin Hell betont.

Themenfelder

Die von der Wirtschaft diktierte Prozessoptimierung macht auch vor heimischen Unternehmen nicht halt. "IT ist nicht mehr der Hauptzweck", fasst Hell den allgemeinen Trend zusammen. "Es geht um eine kostengünstige, effiziente und maßgeschneiderte Unterstützung der Geschäftsprozesse. Dieser Herausforderung müssen sich große, mittlere und kleinere Unternehmen stellen." Themen, die dadurch fokussiert werden, sind Server- und Storage-Konsolidierung und -Virtualisierung, Unified Communications, VoIP, Outtasking und Managed Services. Außerdem pflegt man bei Kapsch BusinessCom den Bezug zu bestimmten Branchen wie etwa der Hotellerie oder dem Health-Sektor.

Aus dem prozessorientierten Ansatz ergeben sich aber weitere Schritte, so Hell. So werde man zum Beispiel das bestehende CRM-Angebot in Kooperation mit Microsoft weiter ausbauen. Demnach strebe man in den nächsten Monaten die höchste heimische CRM Kompetenz von allen Microsoft Partnern an. Ein Schwerpunkt wird beim mobilen Einsatz von CRM bei heimischen Unternehmen liegen. Hell: "Über Windows Mobile können Kunden auch auf alle CRM Daten per PDA zugreifen und Daten werden live synchronisiert." In Kooperation mit Microsoft soll in den nächsten Monaten auch eine neue Generation IP basierender Echtzeit-Kommunikationssysteme für Unternehmen auf den heimischen Markt gebracht werden.

Interessante Projekte

Am besten wird der neue Status von Kapsch BusinessCom in der österreichischen IT-Dienstleisterlandschaft durch bereits abgewickelte Projekte dargestellt wie etwa ein Servervirtualisierungs-Projekt beim steirischen Edelstahl-Spezialisten Breitenfeld Edelstahl AG oder das Managed Service aller PCs und Notebooks beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV).

Breitenfeld Edelstahl konnte bei gleichbleibender Serverzahl eine Vielzahl neuer Anwendungen realisieren und hat ein umfassendes Security-Paket implementiert, das neben Netzwerksicherheit auch physische Sicherheit wie Zutrittskontrolle umfasst. "Durch diese Lösung ist es gelungen, die Ausfallzeiten und Kosten deutlich zu senken", freut sich Hell. Schließlich kann bereits ein kurzer Ausfall in der Steuerung eines Hochofens einen Schaden in der Höhe von mehreren hunderttausend Euro verursachen.

Der Großauftrag beim BEV hatte maßgeblichen Anteil daran, dass das Unternehmen mit dem "HP Channel Excellence Award 2007" ausgezeichnet worden ist. "Diese Auszeichnung hat uns ganz besonders gefreut", erläutert Hell, "weil sie uns in unserem Kurs bestätigt hat." Kapsch begleitete die Konsolidierung der BEV- Hard- und Software-Landschaft in über 67 Dienststellen und betreut in weiterer Folge 1.500 Clients als Managed Services. Mit den integrierten HP-Rechnern und HP OpenView Radia zur Softwareverteilung wurde eine automatisierte und standardisierte IT-Infrastruktur errichtet, die von Kapsch betreut wird.

Ein Plus ist bei solchen Projekten auch die regionale Präsenz. "Durch die lokale Nähe zum Kunden über unsere Bundesländerstandorte sind wir in der Lage österreichweit einen hohen Service Level zu bieten", so Hell.

Fazit: Auch wenn in der Öffentlichkeit Kapsch noch immer stark mit Telekommunikation assoziiert wird, hat Kapsch BusinessCom den Wandel zum umfassenden IT-Dienstleister praktisch vollzogen.

www.kapsch.net

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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