Wie bereits in der letzten Kolumne angekündigt werden in dieser Ausgabe die ITIL V2 - Zertifizierungsschritte beschrieben und die Änderungen, die sich durch ITIL V3 ergeben. Als Ko-Autor - wie bereits erwähnt - konnte ich einen der erfahrensten ITIL-Kenner Österreichs gewinnen, Herrn Ing. Alexander Wiltschek von der BAWAG/P.S.K IT. Bei der ITIL V2 - Zertifizierung haben wir drei Levels unterschieden:
- Foundation
2 Tagesschulung mit anschließender Zertifizierung - Überblickwissen
- Practitioner
Tagesschulung mit Zertifizierungstag - detailliertes Prozesswissen einer Prozessgruppe des Service Support Bereiches (Release & Control, Support & Restore, Agree & Define, Plan & Improve und Service Level Management)
- Service Manager
2 x 4 Tagesschulung mit zwei Tagen schriftlichen Zertifizierungsarbeit - detailliertes Prozesswissen über Service Support und Service Delivery
Mit der neuen ITIL-V3 ändert sich auch das Zertifizierungsschema in folgender Weise:
Foundation Level
Basis für die ITIL-Ausbildung bildet weiterhin die Foundation. Die Prüfungsinhalte sind ab sofort - jedoch zunächst nur auf Englisch - verfügbar. Durch die ITIL Foundation sammelt der erfolgreiche Teilnehmer 2 Punkte.
Intermediate Level
Im Rahmen der nächsten Ausbildungsstufe - dem Intermediate Level - sind zwei parallele Ausbildungswege vorgesehen. Diese entsprechen voraussichtlich in etwa dem heutigen Service Manager (Lifecycle Stream) bzw. dem Practitioner (Capability Stream). Der Lifecycle Stream orientiert sich an den fünf neuen Büchern. Jedes Modul wird mit drei Punkten honoriert. Sie heißen:
- Service Strategy
- Service Design
- Service Transition
- Service Operation sowie
- Continual Service Improvement.
Der Capability Stream orientiert sich ähnlich den heutigen Practitioner-Kursen an Themenbereichen, die mit je vier Punkten dotiert sind. Die Themenbereiche werden sein:
- Service Portfolio & Relationship Management
- Service Design & Optimisation
- Service Monitoring & Control and
- Service Operation & Support.
Mit einer Prüfung zum Thema "Managing accross the Lifecycle" im Wert von fünf Punkten schließt das Intermediate Level ab. In der Schulung geht es um die Zusammenhänge innerhalb des Service Lifecycles und damit um die Zusammenführung der Einzelaktivitäten innerhalb der Prozesse. Erreicht ein Kandidat die insgesamt 22 notwendigen Punkte, wird ihm das ITIL Diploma verliehen.
Advanced Level
Das Advanced Level existiert bisher lediglich in der Planung. Inhaltlich wird es um die individuelle Fähigkeit der Kandidaten gehen, die Konzepte von ITIL V3 in der Praxis anzuwenden, und sie in unbekannten Umgebungen einzusetzen.
Upgrade-Möglichkeiten: Der kürzeste Weg von V2 zu V3
Die gute Nachricht vorweg: Alle vorhandenen Zertifizierungen wie Foundation, Practitioner und Service Manager können genutzt werden, um die neuen V3-Zertifizierungen zu erlangen. Andererseits wird niemand zu diesen Upgrades gezwungen, denn die aktuellen Zertifizierungen behalten ihre Gültigkeit.
Die derzeit sicherlich attraktivste Möglichkeit bietet sich für zertifizierte ITIL (v2) Service Manager. Sie haben zukünftig die Möglichkeit, durch einen einzigen, dreitägigen Upgrade-Kurs das ITIL Diploma zu erwerben. Die aktuellen (v2) ITIL-Practitioner-Kurse werden auch im neuen V3-Zertifizierungsschema berücksichtigt. Pro v2-Practitioner werden 3,75 Punkte auf dem Weg zum ITIL Diploma angerechnet.
Auf Foundation-Niveau wird es eine eintägige Upgrade-Schulung geben, die ausreicht, um die "ITIL V3"-Foundation-Zertifizierung zu bekommen.
Sollten Sie Fragen zu diesem - nicht ganz einfachen - Weg zum ITIL-Diploma oder anderen Securityfragen haben, senden Sie bitte eine kurze E- Mail an die MONITOR-Redaktion.
Quellen: ITSMF Österreich, ITSMF UK, OGC, APM, EXIN, www.itil.org
Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, http://www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. Dr. Wöhrl ist Vortragender und Betreuer bei einer Reihe von Seminaren und Tagungen und gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger und im Vorstand der ADV und itSMF-Austria.
Ing. Alexander Wiltschek ist Teamleiter der Methodik und des Prozessmanagements der BAWAG/P.S.K IT. Er ist ehrenamtlich im Vorstand der itSMF-Austria, cert. IT Servicemanager, cert. ISO 20000 Consultant/internal Auditor, cert. Senior-Processmanager, cert. Prozessassesor, cert. IPMA Projectmanager, cert. IT-Controller und Dipl. ÖTZ-NLP Practitioner für Mediation und Coaching





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8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 