"Der Einsatz von BI-Anwendungen wird für Unternehmen immer wichtiger. Doch Hemmnisse in der Bereitstellung entsprechender Werkzeuge für fast jeden Mitarbeiter liegen weiterhin in der häufig hohen Komplexität und geringen Anwenderakzeptanz der Software sowie in hohen Kosten für Anschaffung und Betrieb", stellen die BARC-Analysten Dr. Carsten Bange, Patrick Keller und Steffen Vierkorn eingangs in ihrem Text (ab S. 14) fest.
Die neuesten Entwicklungen im Softwaremarkt zeigen jedoch, dass die Anbieter diese Herausforderung verstanden haben und mit neuen Funktionen und Lizenzmodellen die Vision von BI an jedem Arbeitsplatz realisieren helfen. Eine ansprechende Visualisierung, einfache Bedienbarkeit mit einer Komplexität, die zur Aufgabe oder dem gewünschtem Ergebnis passt sowie hohe Flexibilität und Anpassbarkeit an sich schnell ändernde Anforderungen sind zwingende Eigenschaften moderner Softwarewerkzeuge für BI. Gleichzeitig müssen die Kosten auch bei einer sehr breiten Verteilung der Software im Unternehmen sowohl hinsichtlich der Lizenzen als auch des Betriebes überschaubar bleiben, um einer Verbreitung nicht im Wege zu stehen.
Problem Stammdaten
Wie lassen sich nun aber aus der Unmenge an Daten die richtigen auswählen? "Stammdatenkonsolidierung" heißt dafür das Zauberwort und es klingt nach "einfallslosem Saubermachen", findet MONITOR-USA-Korrespondentin Alexandra Riegler. Doch mit SOA wird das sogenannte Master Data Management (MDM) zum höchst strategischen Akt, der präzise Kalkulationen und Beweglichkeit für das Unternehmen ermöglicht.
MDM soll bei einer einheitlichen Sicht auf die Daten helfen. Nach wie vor ist es nämlich durchaus üblich, dass innerhalb einer Firma mehrere Sichten auf einen Datensatz kursieren - wenngleich nur auf den ersten Blick. Während sich die MDM-Anbieter vor zwei Jahren noch die Kritik gefallen lassen mussten, dass ihre Anwendungen eher im Versuchsstadium als für den Rollout bereit seien, hat man heute ausreichend Projekterfahrung gesammelt. Hinzu kommt die inzwischen verbreitete Ansicht, dass Informationen unternehmenskritisch zu behandeln seien. MDM bietet daher ein Potenzial, das sich viele nicht entgehen lassen wollen. Erfahren Sie alles über MDM ab S. 24.
Immervolle Regale
Für unseren Branchen-MONITOR "Industrie und Logistik" hat sich Autor Klaus Lackner eine Software-Lösung angesehen (ab S. 32), die durch neue Algorithmen und Markterfahrung nahezu alle Bestellvorgänge automatisieren kann. "Die dm-Drogeriemärkte waren einer der ersten Kunden in diesem Segment. Und heute werden dort 98% der Bestellvorgänge automatisch abgewickelt", erläutert Dr. Andreas von Beringe, CEO und Gründungsmitglied der SAF AG stolz.
Die Idee, neueste statistische Methoden zur automatischen Disposition in die wirtschaftliche Praxis umzusetzen, entstand bereits in den 90er-Jahren. Eine besondere Herausforderung besteht dabei auch darin, dass die Verarbeitung von Tausenden Produktdaten über die Lösung möglichst schnell laufen muss. Jedenfalls soll die neue Software es schaffen, auf Lagerebene die Prognosen um 30% zu verbessern. Die existierenden Komponenten werden laufend durch neue Instrumente erweitert. Damit unterstützt die bisher im Wesentlichen auf Handelsunternehmen konzentrierte Produktreihe auch branchen- und unternehmensübergreifende Prozessketten, wie sie von Handel und Industrie im Rahmen neuer logistischer Konzepte wie Vendor Managed Inventory (VMI) und Collaborative Planning Forecasting Replenishment (CPFR) verstärkt realisiert werden.
Mit Peer-to-Peer auf Websuche
MONITOR ist für Sie, liebe Leserinnen und Leser, immer auf der Suche nach interessanten Neuigkeiten aus der IT-Welt. Dafür bauen wir auf ein umfassendes Netz an Autorinnen und Autoren, das wir auch in Zukunft weiter ausbauen werden. Daher vergab MONITOR heuer ein Stipendium zum Besuch des erstmals durchgeführten IT-Wissenschaftsjournalismus-Workshops im deutschen "IT-Schloss Dagstuhl" bei Saarbrücken.
Aus den eingelangten Bewerbungen wählten wir die Tiroler Autorin Mag. Andrea Salzburger aus, die ab S. 44 das Projekt vorstellt, mit dem sie sich während ihres Aufenthalts intensiv beschäftigte. Ausgangspunkt der Forscher des Max-Planck-Instituts war die Erkenntnis, dass selbst die beliebte Suchmaschine Google letztlich meist sehr schwammige Ergebnisse liefert. Bei der Websuche bedient sich der promovierte Informatiker Matthias Bender daher lieber eines Peer-to-Peer(P2P)-Netzwerks und hat so das Prinzip der Tauschbörsen - etwa Napster, Gnutella oder BitTorrent - auf die Web-Suche übertragen. Er baute mit vier Kollegen ein Programm namens "Minerva", das einen Info-Marktplatz für Gleichgesinnte eröffnet. Was sich die Nutzer im Netzwerk teilen sind schlicht Internet-Links. Nicht irgendwelche, sondern "Links, die auf gute Webseiten zeigen". Denn das Suchnetz macht sich das Wissen der Teilnehmer zunutze, indem es bewertete, bezeichnete oder auch oft angesurfte Seiten zu einem bestimmten Thema nach vorne sortiert. Für Bender der entscheidende Quantensprung: "Erst so wird eine thematische Suche möglich."
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 