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eduhi - Innovationszentrum für Schule und Neue Technologien

Oberösterreich: Überall digital

Der oberösterreichische "education highway" ("eduhi") wurde 1985 ins Leben gerufen und 2000 in eine GmbH. umgewandelt. Mag. Anton Knierzinger, Geschäftsführer und Breitband-Beauftragter des Landes Oberösterreich, erläutert im MONITOR-Gespräch die erreichten Ziele und die kommenden Aufgaben.

Der „education highway“ wurde 1985 ins Leben gerufen und 2000 in eine GmbH. umgewandelt. Er hat seinen Sitz im techcEnter in der Linzer Hafenstraße, wo auch die OÖ. Technologie- und Marketing- gesellschaft (TMG) angesiedelt ist.

"Mit unseren 40 Mitarbeitern konzentrieren wir uns insbesondere auf die Schulen in Oberösterreich, für die wir sowohl die Infrastruktur wie auch die Inhalte erstellen. Die Inhalte sind aber österreichweit ausgelegt", umreißt Knierzinger das Aufgabengebiet. Der "eduhi" (Untertitel: Innovationszentrum für Schule und Neue Technologien) hat seinen Sitz im modernen techcEnter in der Linzer Hafenstraße, wo auch die OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG) angesiedelt ist.

Infrastruktur-Provider

Das Hauptaufgabengebiet unterteilt sich in vier Ebenen. Zunächst wird für etwa 1.000 OÖ. Schulen die IT-Infrastruktur zur Verfügung gestellt und laufend modernisiert. "Die EDV-Betreuer an den Schulen sind sehr froh, dass sie die komplexen Anforderungen der modernen IT nicht selbst umsetzen müssen, sondern von uns bekommen", weiß Knierzinger. Dafür befindet sich im Keller des TMG-Gebäudes das Rechenzentrum: "Etwa die Hälfte unserer Mitarbeiter sind Techniker, die etwa auch die wachsenden Sicherheitsanforderungen - kürzlich wurde die "Secure Box" vorgestellt - berücksichtigen."

Erstellung von Inhalten

Mag. Anton Knierzinger, Geschäftsführer des „education highway” und Breitband-Beauftragter des Landes Oberösterreich

Der zweite wichtige Bereich ist die Erstellung von Inhalten für die Schulen. Viele dieser Materialien können auch von anderen Nutzern kostenlos verwendet werden: "Wir verzeichnen ein Drittel unserer Zugriffe aus Deutschland, was uns einmal mehr beweist, das dieses Service praktisch einmalig und wirklich nützlich ist!" Die Website wurde in einer Bewertung als beste nicht kommerzielle Seiten gereiht, etwa 600.000 "unique visitors" besuchen den "eduhi" monatlich. Ein eigenes Team im Haus erarbeitet gemeinsam mit Spezialisten aus dem Schulbereich die Inhalte: Angefangen von den täglichen Bildungs-Nachrichten über Modell-Wochenpläne für Volksschullehrer bis zu Hintergrund- und Unterrichtsmaterialien für die verschiedensten Schulfächer.

"Wir betreuen Gegenstands-Portale für 33 Unterrichtsfächer, von Volks- bis zu recht spezialisierten Fachschulen. Auch in der Erwachsenenbildung finden unsere Materialien Einsatz", freut sich der Geschäftsführer. Neu eingeführt wurden kürzlich sogenannte "Querschnitts-Portale", die vor allem bei Bibliotheken und im E-Learning auf Interesse stoßen. An eine eigene ASP-Lösung für E-Learning sind bereits 600 Schulen angeschlossen: "Es gibt schon viele Notebook-Klassen, die so aus den über 1.000 von uns ausgearbeiteten Themen wählen können!"

Ein ebenfalls neues Gebiet sind Video-Filme bzw. IP-TV. "Wir mussten in diesem Bereich feststellen, dass die Übertragung der klassischen Schulfilme veraltet sind und wir auch auf die Angebote der Broadcaster zugreifen müssen", erläutert Knierzinger. Wichtig sei auf jeden Fall, die Filme unabhängig vom Ort und vom verwendeten Gerät abspielbar zu machen. Experimentiert wird dabei mit digitalen Fernsehern und Info-Screens, die an zentralen Plätzen in Schulen hängen. 150 Schulen sind bereits an das Glasfasernetz angeschlossen und können so auf bis zu 25Mb/s an Übertragungsleistung zugreifen. "Als Breitband-Beauftragter des Landes OÖ. bin ich natürlich auch dahinter, dass die Schulen für die neuen IP-TV-Dienste mit ausreichender Bandbreite versorgt sind!" Kürzlich wurde ein eigenes IP-TV-Studio im Haus eingerichtet, das weiter ausgebaut werden soll. Im Studio können mit Unterstützung eines speziellen Flip-Charts Inhalte vermittelt werden, was im e-learning oder bei Live-Konferenzen zum Einsatz kommt. Erste Erfahrungen sammelte man auch mit Live-Übertragungen von Bildungsveranstaltungen: "Wir haben derzeit einen IP-TV-Schwerpunkt in Oberösterreich, mit dem wir aufzeigen wollen, welche Möglichkeiten diese neue Technik bietet."

Training, Beratung und Forschung

Als dritten Aufgabenbereich bietet der "eduhi" Unterstützung und Training für seine Nutzer. Hier werden über eine Hotline pädagogische und methodische Fragen behandelt. "Das Online-Training wird von vielen Gruppen gerne genutzt. Neben der Lehrer-Fortbildung läuft derzeit auch ein Projekt mit Deutschkursen für tschechische Manager, die in deutschsprachigen Firmen arbeiten." Nicht zuletzt lässt sich auf diesem Weg die Integration von Migrantenkindern unterstützen.

Das vierte Aufgabenfeld ist klar in die Zukunft gerichtet: Hier geht es darum, in Forschungsprojekten neue Gebiete zu erschließen und zukünftige Erfordernisse frühzeitig zu erkennen. "Derzeit beschäftigen wir uns mit etwa 20 Projekten, die sehr unterschiedliche Zielrichtungen haben. Fertig gestellt wurde z.B. kürzlich eine Studie über soziale Kompetenz, ein Gebiet, das im heutigen Wirtschaftsleben eine immer wichtigere Rolle einnimmt und das auch in den Schulen stärker vermittelt werden muß", blickt der Geschäftsführer voraus. Ein anderer Schwerpunktbereich ist die Heranführung von Jugendlichen an die Technik, was über Projekte wie "Power-Girls" oder die "Technik-Box" unterstützt wird. "Nach unseren Erfahrungen dauert es ziemlich genau sechs Jahre von einer neuen Idee bis zu deren breiten Umsetzung. In diesem langen Zeitraum unterstützen wir viel versprechende Ideen, wo kommerzielle Anbieter längst wieder ausgestiegen wären", weiß Knierzinger um die wichtige Rolle als Innovator und Ideenbringer. Der "eduhi" sieht sich als Vorreiter für Innovationen, die hier auf ihre Alltagstauglichkeit abgetestet werden.

Förderung dezentraler Strukturen

Eine Grundvoraussetzung für die digitale Zukunft ist jedenfalls die breite Verfügbarkeit des Zugangs über Glasfasernetze. Als Breitbandbeauftragter ist Knierzinger stolz, dass in OÖ. in zweieinhalb Jahren eine Internet-Verfügbarkeit von 99,58% erreicht und ein Glasfaser-Backbone in alle Gemeinden verlegt wurde. Diese Aktivitäten laufen über die BBI Infrastruktur GmbH., bei der alle Provider zu gleichen Preisen ihre Leitungen anmieten können. "Wir sind stolz darauf, in OÖ. eine breite Provider-Szene erhalten zu haben, so dass die weitere Wertschöpfung im Land bleibt!" 11 kleinere Internetfirmen bekamen insgesamt 10 Mio. Euro an Fördermitteln, was zu Investitionen von 100 Mio. Euro geführt hat. Diese Betreiber seien nun auch aufgefordert, regionale Programme für die Gemeinden zu erstellen und so das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Regionen zu stärken. "Die Politik will damit lebendige Regionen fördern, in denen sich die Menschen wohl fühlen, arbeiten können, breit informiert sind und daher auch nicht in die Ballungsräume abwandern", erläutert der Breitbandbeauftragte. Nach Fertigstellung der Infrastruktur (seit März 2007) sollen in einem nächsten Schritt Pilotprojekte aufzeigen, welche neuen Dienste digital abgewickelt werden können. Eines davon betrifft die Tele-Radiologie, die deswegen sehr aufwändig ist, da Röntgenbilder laut Vorschrift nicht komprimiert werden dürfen. Aber auch Themen wie die Betreuung alter Menschen oder der Behördenkontakt am Gemeindeamt werden beleuchtet. "Im Herbst wollen wir eine Initiative "Glasfaser bis nach Hause" ("fibre to the home") starten", blickt Knierzinger in eine weiter arbeitsreiche Zukunft.

www.eduhi.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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