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Strategien

Intwerview mit Jean-Paul Bergmans, Sun

Österreich als Ost-Drehscheibe

Jean-Paul Bergmans wohnt zwar mit seiner Familie in Genf, hat aber für Sun in den letzten zehn Jahren den Markt in der SEE-Region aufgebaut. Im MONITOR-Interview spricht er über Österreich als idealen Ausgangspunkt in den Osten und die rasanten Entwicklungen dort.

„In Österreich sind die Strukturen sehr weit entwickelt und die Erfahrungen können zum größten Teil in die östlichen Nachbarstaaten übertragen werden.”- Jean-Paul Bergmans, Sun

"Ich war schon vor meiner Zeit bei Sun für Digital im Osten und kenne die Entwicklungen daher über einen langen Zeitraum", resümiert Bergmans, derzeit Sun-Präsident für die vielen Länder der SEE-Region (Southern & Eastern Europe, Middle East & Africa). Dabei sei ihm die Rolle Österreichs als Katalysator gerade für Osteuropa (CEE) immer aufgefallen: "In Österreich sind die Strukturen sehr weit entwickelt und die Erfahrungen können zum größten Teil in die östlichen Nachbarstaaten übertragen werden." Die guten Ost-Beziehungen Österreichs hätten das Unternehmen letztlich dazu bewogen, die Alpenrepublik nicht mehr der deutschen Region anzugliedern, sondern dem zentraleuropäischen Raum.

Dezentrale Struktur

Die gesamte SEE-Region sei ein stark wachsender Markt, in dem bereits viele Österreicher ihre Erfahrungen weitergeben. Man habe sich aber entschlossen, kein eigentliches "Hauptquartier" für die Region (etwa in Wien) einzurichten, sondern die Personen verteilt zu lassen. "Die Leute bleiben lieber, wo sie leben. So nimmt zwar die Reisetätigkeit zu, gleichzeitig entfallen aber die Kosten für eine etwaige Übersiedlung und die Verbindung unserer Mitarbeiter mit ihrem Land bleibt voll erhalten", so Bergmans.

Sun investiere jährlich Milliardenbeträge in die Forschung, um technologisch immer eine Nasenlänge voraus zu sein. "Gerade in Osteuropa wird die Technologie gerne akzeptiert und unser Aufgabe besteht darin, möglichst schnell mit unseren neuen Angeboten vor Ort zu sein, um den Vorsprung weitergeben zu können", weiß der Experte. So gebe es in der ehemaligen DDR inzwischen deutlich mehr Mobiltelefone als Festnetzanschlüsse und auch Banken in Russland böten innovative Dienste: "Ich erhalte bei einer Abhebung von meinem Konto sofort eine SMS mit dem abgehobenen Betrag. Das können mir nicht einmal die Genfer Banken bieten!"

Verstärkte Kommunikation

Die Partner vor Ort müssten die Vorteile der Systeme noch viel deutlicher machen, denn Geld für nützliche IT-Ausstattungen sei durchaus vorhanden. "Im Gesundheits-, Finanz- oder Erziehungsbereich suchen viele Institutionen und Unternehmen geeignete IT-Lösungen, um ihre Dienste besser an die Kunden zu bringen." Man komme bei den regionalen Geschäften den Partnern auch nicht in die Quere: "Unsere Leute sind nur für das Design, die IT-Architektur zuständig, die Partner für die komplette Lösung." Auch die kürzlich vom Unternehmen vorgestellte "black box" - ein fertig installiertes Rechenzentrum in einem Standard-Blechgehäuse - käme den Bedürfnissen im Osten sehr entgegen. So liefen etwa in Russland viele IT-Dienste im Normalfall durchaus zufriedenstellend, nicht aber im Störungsfall: "Schon ein Sturm kann zu tagelangen Ausfällen der IT führen, da es keinen Ersatz gibt. Da kann unsere black box rasch Abhilfe schaffen." Auch das Problem der nicht vorhandenen Räume für Rechenzentren sowie die stark steigenden Grundstückspreise ("Moskau ist das teuerste Pflaster der Welt!") würden den Erfolg dieses Konzept unterstützen.

Bekannter "Outsider"

Sun sei aufgrund seiner offenen Software-Politik im Osten als "Outsider" bekannt und beliebt.

So sehe er gute Chancen für die weitere Verbreitung der "Thin-Client-Strategie" (Sun Ray), die die Anschaffungs- und Verwaltungskosten senken helfe. Auch die vom Unternehmen unterstützte "Green-IT" (energiesparende IT) werde im Osten begrüßt: "Weniger aus klassischen Umweltschutzüberlegungen als viel mehr ganz pragmatisch wegen der vorhandenen Engpässe im Energiebereich", weiß Bergmans aus Erfahrung. Im Bereich der Software-Entwicklung finde man im Osten bestens ausgebildete Mitarbeiter: "Hier zählt immer weniger die niedrigere Entlohnung als vielmehr die hervorragende Ausbildung." Derzeit werde in seiner Organisation nichts verändert, er könne sich aber eine Erweiterung um neue Länder, z.B. Rumänien, durchaus vorstellen.


Jarmo Kuusivuouri wurde Mid-Europe Regional Director

"Jarmo Kuusivuori hat die wichtige Aufgabe uns bei der Vergrößerung unseres Marktanteils zu helfen", sagt Jean-Paul Bergmans. "Wir freuen uns, dass Jarmo Teil unseres Teams wird und wir werden sein Wissen und seine Erfahrung nutzen, um Wachstumschancen in Österreich, der Slowakei, in Ungarn, Polen und der Tschechischen Republik weiter auszubauen." Bevor Jarmo Kuusivuori in die Mid European Region wechselte, war er Country Director für Finnland, Estland, Lettland und Litauen.

In seiner Rolle als Mid European Regional Director folgt Jarmo Kuusivuouri Giovanni Di Filippo nach, der das Unternehmen verlassen hat um sich neuen Herausforderungen zu stellen.

http://at.sun.com

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MONITOR-Autoren
Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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