"Freundlicher, jünger, dynamischer", so sieht Robert Hackl, CEO der Österreich-Niederlassung von Tele2 das neue schwarz-gelbe Corporate Design. Die Schweden nutzten den europaweiten Marken-Relaunch, um sich in Österreich endlich der - optisch unschön angehängten Marke - "UTA" zu entledigen. Der Telekom-Anbieter UTA, der seinerseits im Jahr 2000 den Internetprovider "Netway" gekauft hatte, wurde im Oktober 2004 vom schwedischen Konzern Tele2 für 213 Mio. Euro erworben.
Jetzt erfolgte auch der Abschied vom rot-gelben Tele2-Design, das immerhin 13 Jahre im Einsatz war. "Wie wirkt rot-gelb? - Billig", beantwortete Hackl seine Frage vor den Journalisten gleich selbst. Auch die Assoziation zu einer großen Supermarktkette lag nahe. Dem ist jetzt nicht mehr so. Schwarz-gelb ist die neue Tele2-Optik, die bereits perfekt durchexerziert wurde. Neben Werbematerialien und Werbespots, Drucksorten und Plakaten, wurde auch die Website schwarz-gelb neu gelauncht.
Hackl betonte einmal mehr (siehe Interview im Monitor 04/2007), dass neben dem Privatkundengeschäft auch Businesskunden wichtig sind. Die rund 50.000 Businesskunden machen laut Hackl auch die Hälfte des Umsatzes aus.
Insgesamt geht es beim größten alternativen Telekom-Anbieter mit derzeit 370 Mitarbeitern - ganz im Sinne des schwedischen Konzerns - um beinharten, aggressiven Vertrieb, so günstig wie möglich. Für Privatkunden gibt es demgemäß ab sofort 16 Tele2Shops (fünf Shop-in-Shops, zehn Partnershops und ein eigener Tele2-Shop im Wiener Donauzentrum). Für Geschäftskunden wird eifrig am Ausbau des indirekten Partner-Vertriebs gebastelt. Derzeit agieren 35 lokale IT-Dienstleister als Tele2-Berater für kleinere und mittlere Unternehmen, 100 sollen es heuer noch werden.
Die Strategie auf Ausbau der Entbündelung und des Breitbandmarktes forciert Tele2 produktmäßig mit den "Complete"-Angeboten (Festnetz plus Internet). "Wir haben das billigste Flat-Rate-Produkt, der Fixpreis beträgt 29,90 Euro", betont Hackl kämpferisch in Richtung Mitbewerb. Gegen anderslautende Aussagen sind derzeit Klagen gegen die Telekom Austria und eTel im Laufen. Neu: Ab sofort kann von Complete zu Complete kostenlos telefoniert werden.
Nur über das Thema Mobilfunk spricht Hackl eher ungern. Die Aktivitäten sind hier seit Wochen auf Eis gelegt. Tele2 hat sein Mobilfunk-Angebot bis dato über eine Partnerschaft mit One angeboten. Wie es jetzt weitergeht - nach dem Verkauf von One an die France-Telekom-Tochter "Orange" - ist noch offen. In den nächsten Wochen wünscht sich Hackl trotzdem ein Mobilfunkangebot für Businesskunden auf den Markt zu bringen. Dem Vernehmen nach könnte es ein Wunsch bleiben. Zur Zeit hat Tele2 hat etwa 165.000 Mobilfunkkunden, die Netzinfrastruktur kommt von One.




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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 