Outsourcing galt lange Zeit als Zauberwort, so Trivadis, wenn sich Unternehmen verstärkt auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und die Kosten im IT-Bereich senken wollten. Viele Topmanager machten mit der Auslagerung von IT-Services aber schlechte Erfahrungen, weil hierdurch oft Innovationen und Prozessverbesserungen gebremst werden. "Der Grund dafür ist, dass Outsourcing-Verträge zumeist nur die Aufrechterhaltung des IT-Betriebs beinhalten", sagt Urban Lankes, CEO des schweizerisch-deutschen IT-Dienstleisters Trivadis.
"Klassische Outsourcingstrategien sind nicht mehr zeitgemäß, weil ihnen die Nachhaltigkeit fehlt", erläutert Lankes. Die Entkoppelung der Unternehmens-IT von den laufenden Geschäftsprozessen führt dazu, dass Innovation nur mehr eingeschränkt stattfindet. Da die Anforderungen an die IT bestreffend Service, Qualität und insbesondere Flexibilität aber konstant steigen - ohne höhere Kosten verursachen zu dürfen - sind moderne IT-Dienstleister gefordert, neue Lösungsansätze zu liefern. Das Rezept von Trivadis dafür heißt "Multisourcing".
Der Vorteil von Multisourcing Strategien ist, dass die IT Prozesse ständig auf die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse des Unternehmens fokussiert werden. Aufgrund der daraus resultierenden Erkenntnisse wird das passende Service-Modell abgeleitet und angepasst. Das Unternehmen des Kunden kann vom IT-Dienstleister laufend unter neuen Bedingungen optimiert und durch Innovationen unterstützt werden.
Die Sourcing-Bedürfnisse der Kunden sind sehr unterschiedlich - eben abhängig von der Unternehmensgröße, dem Aktionsbereich, der Branche, der Wettbewerbssituation und der Abhängigkeit der Geschäftsprozesse von der IT. Für Großkunden steht die finanzielle Planbarkeit (Festpreis) im Vordergrund. Sie wollen die Operationsverantwortung für selektive IT-Komponenten an den Dienstleister übergeben und erwarten sich "Best in Class IT-Services" zu marktkonformen Preisen. Hinsichtlich IT-Engineering streben sie zumeist eine Partnerschaft an. Die Übergabe der Verantwortung erfolgt über kompetitive Preismodelle. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind Großkunden dabei sehr wichtig.
Ein anderes Bild zeigt sich bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Sie erwarten sich professionelle IT-Services zu marktkonformen Preisen und eine partnerschaftliche Koexistenz hinsichtlich der eigenen IT-Resourcen mit dem Sourcing-Anbieter. Know-how, Personal und Resourcen müssen für mittelständische Unternehmen bei Bedarf rund um die Uhr abrufbar sein, und alle Services müssen sich durch Transparenz und Nachvollziehbarkeit auszeichnen. Sie wünschen zumeist ein "Pay per use"-Modell mit geringen Basisgebühren und gehen davon aus, dass der Sourcingpartner auch Engineering- und Innovationstreiber ist - die Kosten müssen dabei immer planbar sein.




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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 