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Thema

Kompetenznetzwerk Softnet Austria

Auf Herz und Nieren

Kompetenznetzwerk "Softnet" sichert Qualität von Programmen

Franz Wotawa, Leiter des Instituts für Softwaretechnologie an der Uni Graz und Mitgründer des Netzwerks

Dass eine Software nicht für die Ewigkeit gemacht ist, beweisen die Anbieter durch eine Fülle an neuen Releases, Updates und - im schlimmsten Fall - Bugfixes immer wieder aufs Neue. Dass eine Software aber auch nach zahlreichen neuen Releases noch immer nicht so problemlos läuft, wie sie sollte, wird auch von großen Softwarehäusern wie Microsoft in regelmäßigen Abständen immer wieder bestätigt.

Qualitätssicherung ist also das Gebot der Stunde, denn Programme werden immer komplexer, und auch die Anforderungen an die Funktionen sowie die Schnittstellen zwischen Anwender und Computer sollten immer wieder verbessert werden, um einerseits alle Möglichkeiten eines Programmes ausnutzen zu können, andererseits, um dem Anwender möglichst wenig Zeit bei der Bedienung zu stehlen.

Die Technische Universität Graz, die sich in letzter Zeit mit interessanten Projekten im Bereich Software hervor getan hat, rief zum Zweck der Qualitätssicherung für Softwareentwicklungen ein so genanntes Kompetenzzentrum ins Leben, das auf den Namen "Softnet Austria" hört. Dieses Netzwerk soll die Universität mit Unternehmen verbinden und diese bei der Softwareentwicklung, Fehlerbehebung und "Veredelung" ihrer Programme unterstützen.

Es gebe in der täglichen Anwendung immer wieder Fälle, wo eine an sich funktionelle Software ihren Dienst versagt, meint Franz Wotawa, Leiter des Instituts für Softwaretechnologie an der Uni Graz und Mitgründer des Netzwerks. Seine Argumente: Wenn ein Auto plötzlich stehen bleibt oder ein Bankomat seinen Dienst verweigert, liege der Fehler mitunter in der Software. Leistungen von Softwaretechnologen finden sich in allen Lebensbereichen, so Wotawa, bemerkt werden sie oft aber erst, wenn sie nicht so funktionieren, wie es sich der Nutzer wünscht.

Wie eine Studie in den USA kürzlich gezeigt hat, ist der gewöhnliche Bewohner eines westlichen Industrielands am Tag von durchschnittlich 26 Computern abhängig: Das betrifft sämtliche Lebensbereiche, etwa Telefon- und Internetsysteme, Gebäudesteuerungen, Auto-Bordcomputer, Logistiksysteme, Sicherheitsanlagen, Reservierungssysteme, Bank- und Kreditkartennetzwerke, Datenbanken usw. "Werden nicht alle Anforderungen an eine Software erfüllt, kommt es zu Schwierigkeiten an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine", erläutert Wotawa. Software müsse hohen Qualitätsanforderungen entsprechen, vor allem für so genannte sicherheitskritische Anwendungen wie etwa im Automobil-Bereich.

Denn seit rund einem Vierteljahrhundert begleiten Softwarelösungen das Leben der Menschen in allen Bereichen, meinen die Grazer Softnet-Experten. Software sei eine "Schlüsseltechnologie", die selbst andere Schlüsseltechnologien ermöglicht: Erkenntnisse in Nano- oder Biotechnologie wären ohne Software-"Werkzeuge" nicht denkbar. Die Bedeutung intelligenter Softwarelösungen für Wirtschaft, Wissenschaft oder den Heimgebrauch werde in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen.

Und hier hakt "Softnet Austria" ein. Unter Federführung des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz bündelt die Initiative das Know-how führender Hochtechnologie-Unternehmen Österreichs und mehrerer wissenschaftlicher Partner. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und die Länder Steiermark und Wien machen dafür Förderungen locker.

Die Grundidee und zugleich die Arbeitsweise des neuen Netzwerks ist die "Verifikation" von Software-Programmen. Dabei werden von den beteiligten Wissenschaftlern Werkzeuge entwickelt, die es Softwarespezialisten ermöglichen, ihre meist sehr komplexen Systeme auf korrekte Funktion zu überprüfen. Der Vorteil dabei sei, dass hier eine ganze Reihe von Kompetenzen gebündelt werden können, so Wotawa. Der Nebeneffekt: Auf diese Weise lässt sich ganz gut auf die Bedeutung der Softwareentwicklung in Österreich aufmerksam machen sowie die Bekanntheit der Entwickler steigern, denn: "Die Anforderung an die Arbeit der Entwickler kennt kaum jemand", wie Wotawa beklagt. Ein Programmierer bzw. Softwareentwickler sei "wie ein Architekt", der bei einer Hausplanung zuerst das zugrundeliegende System, also gleichsam die "Versorgung" und "Haussteuerung" der IT-Anlagen, entwerfen müsse. Darauf ziele der "Designprozess" eines Softwareentwicklers ebenso ab. Und dafür brauche es auch Maßnahmen wie eine Qualitätssicherung.

Die dürfte mit der Liste namhafter Netzwerkpartner gewährleistet sein. An Bord des Softnet-Netzwerks befinden sich elf Industriepartner und neben der TU Graz fünf weitere akademische Partner.

Softnet-Partner:

AVL List GmbH, www.avl.com

arctis Softwaretechnologie, www.arcits.at

Cicero Consulting GmbH, www.cicero-consulting.com

Kapsch CarrierCom, www.kapschcarrier.com

Mobilkom Austria, www.mobilkomaustria.com

Sail Labs Technology, www.sail-technology.com

Siemens AG Österreich (PSE), www.siemens.at

Softlab GmbH, www.softlab.at

Software Competence Center Hagenberg, www.scch.at

UMA Information Technology AG, www.uma.at

Ximes GmbH, www.ximes.com

TU Wien, www.tuwien.ac.at

TU Graz, www.tugraz.at

Universität Wien, www.univie.ac.at

Universität Innsbruck, www.uibk.ac.at

Alpen-Adria Universität Klagenfurt, www.uni-klu.ac.at

Center for Usability Engineering, www.cure.at

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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. ..mehr..

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