In manchen Bereichen führt die Beschäftigung mit den internen Prozessen ja wirklich zu interessanten Ergebnissen. So war bei einer Diskussion über e-Government in Berlin zu erfahren, dass das deutsche Saarland vor dem Übergang in das elektronische Zeitalter knapp 70% seiner Gesetze und Regelwerke abschaffte, da die Verwaltung befand, dass man ohne Verluste darauf verzichten könne. Damit wird aber auch deutlich, dass bei Einführung einer Business Process Management-Lösung (BPM) ein Großteil der Arbeit in der Sichtung und Straffung der Prozesse liegt, bevor diese dann elektronisch abgebildet werden.
BPM ist den Unternehmen wichtig

Thomas Volk, Vorstandsvorsitzender von IDS Scheer ist stolz, dass sich bereits 80% der in einer Umfrage befragten Unternehmen intensiv mit BPM beschäftigen
Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist die Tatsache, dass sich rund 80% der befragten Unternehmen stark bis sehr stark mit BPM befassen. BPM hat für zwei Drittel im Zusammenhang mit Service-orientierten Architekturen (SOA) höchste Priorität, der Einsatz von BPM-Lösungen ist wichtig. Die Befragten meinen darüber hinaus, dass der CIO künftig eher gestalterisch als technologie-orientiert für das gesamte Geschäft wirken soll. "Bisher haben nur acht Prozent der befragten Unternehmen ihre Maßnahmen rund um das Geschäftsprozess-Management abgeschlossen, und ein Drittel der Teilnehmer ist mit der Prozessorientierung im Unternehmen noch nicht zufrieden. Daher werden die Unternehmen auch künftig in die Verbesserung ihrer Geschäftsprozesse investieren", so Volk abschließend.
Anbindungen verbessert
Dr. Wolfram Jost, Vorstand für Produktstrategie, -entwicklung und -marketing wiederum unterstrich, dass man neben SAP nun immer mehr Schnittstellen zu anderen Systemen (IBM, Oracle, Tibco etc.) entwickelt habe und viele dieser Anbieter ihrerseits ARIS ihren Kunden empfehlen. Das unterstrich im MONITOR-Gespräch auch Wolfgang Kelz, Direktor Solution Consulting von Tibco: "Unsere Lösung ergänzt sich sehr gut mit ARIS, da wir auch eine Umsetzungs-Komponente anbieten, die den erstellten Geschäftsprozess sozusagen erst mit Leben erfüllt." In einem weiteren Schritt sei man nun auch dabei, in Richtung Geschäfts-Optimierung zu arbeiten: "Durch Beobachtung und Analyse der aktuell laufenden Prozesse können wir dank Muster-Erkennung sehr rasch Probleme oder auch neue Geschäfts-Chancen herausfiltern und aufzeigen", so Kelz. Damit werde es Kunden in besonders "schnellen Branchen" (z.B. Mobilfunk) möglich, noch rascher auf Grund von Datenauswertungen reagieren zu können.
Consulting-Vorstand Dr. Dirk Oevermann unterstrich in seiner Stellungnahme die Bedeutung des SAP-Beratungs-Geschäfts und verwies auf die USA und Asien als besondere Wachstumsmärkte für das Unternehmen. Man wolle aber mit klarem Fokus und in klar definierten Branchen aktiv werden, wobei die fortschreitende Verbreitung der SOA-Strategie eine gute Basis für Expansion sei.
Jazz und Innovation
In einer von der Jazzband des Unternehmensgründers Professor August-Wilhelm Scheer umrahmten Veranstaltung gab der neue Chief Innovation & Marketing Officer Dr. Mathias Kirchmer den Start eines Innovations- und Bildungsnetzwerks bekannt. Ziel dieses Brain Trusts, dem derzeit weltweit acht Universitäten angehören, ist der Aufbau eines Netzwerks zur Förderung eines konstanten Ideenaustauschs in Bezug auf Innovationen sowie zur Unterstützung von Bildungsinitiativen im BPM-Bereich.




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 