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Strategien

Google-Pressetag in Paris

Google setzt auf lokale Nähe und Online Werbung

Bahn frei zur Regionalisierung. Google hat im Juni neun nationalen Versionen von YouTube, Portal für Online-Videos, auf dem ersten europäischen Pressetag in Paris vor rund 150 geladenen Journalisten gelauncht.

Die schlechte Nachricht vorweg: Auf eine deutsche Version müssen YouTube Fans noch warten. Seit Mitte Juni gibt es das Online-Video-Portal in Brasilien, Frankreich, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien. Die deutsche Version scheiterte aufgrund von Problemen mit der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA).

So scheint es den YouTube-Verantwortlichen offenbar nicht gelungen zu sein, mit dieser und anderen Verwertungsgesellschaften zu einer Einigung über die Verwendung von geschützten Inhalten gekommen zu sein. Wie aus dem Umfeld von YouTube zu erfahren war, hat das Online-Videoportal auf einen GEMA-Freibrief, quasi eine Inhalts-Flatrate gedrängt, um sich und die Nutzer vor etwaigen Ansprüchen von vornherein abzusichern. Da dies aber von der GEMA nicht angenommen wurde, verzögert sich nun der Start. Das ist für Google ärgerlich, da der deutschsprachige Markt doch ein sehr wesentlicher ist. "Wir versuchen, so früh wie möglich auch deutschsprachig zu starten", versicherte Sakina Arsiwala, verantwortliche Marketing-Managerin für die YouTube-Landesversionen.

Mit den Nationalversionen wird vor allem den lokalen Konkurrenzplattformen der Kampf angesagt. Diese haben gerade wegen ihrer lokal interessanten Inhalte bis dato doch einen großen Vorteil gegenüber dem US-amerikanisch geprägten YouTube gehabt. Deutschsprachig Content-Partner gibt es bereits, den FC Bayern München (www.youtube.com/fcbayern), die Deutsche Welle (www.youtube.com/deutschewelle), die Kinowelt (www.youtube.com/kinowelt) sowie das Schweizer Fernsehen (www.youtube.com/schweizerfernsehen). "Wir würden es auch begrüßen, mit österreichischen Partnern wie z.B. dem ORF Content-Verträge abzuschließen", betonte Kay Oberbeck, Google Pressesprecher in Deutschland.

Um die hochdefizitäre YouTube-Plattform künftig zu finanzieren, die Google erst im vergangenen Oktober um 1,65 Mrd. US-Dollar erworben hat, soll in bewährter Weise "Advertising" für volle Kassen bei Google sorgen. Das ist ein weiterer Grund, warum die Realisierung der landestypischen YouTube-Versionen von Google heftig forciert wurde.

Handy und Universal-Suche

Die Zukunft des Internet liegt für Google-CEO Eric Schmidt in den Milliarden von Mobiltelefonen, die wir mit uns herumtragen. Für einen kurzen Augenblick zog er in Paris sein iPhone aus der Tasche, um die installierten Google Dienste wie den Kartendienst "Maps" zu loben. Zur Zeit sind jedoch die Internet-Plattformen noch die, wo das Geld mit Werbung verdient wird. Hier steht allerdings bereits seit längerem der Vorwurf des Klickbetrugs im Raum. Ein Problem, das von Google bislang nur halbherzig behandelt wird, da jeder Klick auf eine Online-Anzeige Geld einbringt.

Google kann es daher eigentlich nur recht sein, wenn wie bereits vielfach üblich, Unternehmen auf die Anzeige eines Konkurrenten so oft klicken, bis das Tagesbudget ausgeschöpft ist, und die Online-Anzeige damit für diesen Tag nicht mehr erscheint. "Wir lieben das Advertising Business", unterstrich Eric Schmidt in Paris, es wird bis auf weiteres auch der Hauptumsatzbringer bleiben.

Neuigkeiten gibt es in punkto alltägliche Such-Praxis: "Universal Search" gibt es in den USA bereits seit Mitte Mai. Diese universelle Suche kombiniert nach einer Sucheingabe auf einer Seite Ergebnisse aus dem Web, News-Fundstellen aus Medien, Fundstellen in Büchern, Bilder, Videos und Blogeinträge. Auf Deutsch soll es sie in Kürze geben. Über die Funktion "Google Translate" ist es möglich, Suchergebnisse in zwölf verschiedene Sprachen zu übersetzen. Für Google-CEO Eric Schmidt liegt der Schlüsselfaktor zum Erfolg heute und in Zukunft bei "partnerships", wobei vor allem TV und Radio im Blickwinkel sind.

Google wird "grün"

Positives Öko-Flair versprühte der Google-Technikchef Urs Hölzle: Schon bis zum nächsten Jahr will das Unternehmen CO2-neutral werden. Dazu wird statt der Klimaanlagen der Datacenter jetzt eine alternative Wasserkühlung eingesetzt ("Evaporative Cooling"). Der Stromverbrauch konnte so bereits um die Hälfte reduziert werden. In der Firmenzentrale wurde eine riesige 1,6 Megawatt-Sonnenkollektoren-Fläche am Dach eingebaut.

In den USA werden Google-Mitarbeiter auf Wunsch in Biodiesel-Bussen zur Arbeit chauffiert. In Europa schenkte Google jedem Mitarbeiter ein Fahrrad. Außerdem investiert Google in eine Flotte von Hybrid-Autos von Toyota. "Das ist erst der Anfang", versprach Eric Schmidt weitere Öko-Schritte.

www.google.at

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