Herr Bundesminister, welche Ziele verfolgen Sie mit dem Programm AT:net?
Die Weiterentwicklung der Infrastruktur in der Telekommunikation liegt mir in meinem Ressort neben dem Verkehrsbereich sehr am Herzen. Für diese Entwicklung ist der Bereich der Nachfrage nach Diensten und Anwendungen wichtig, da diese den Markt in seiner Entwicklung treibt.
Das bedeutet, dass Anwendungen wie heute die Routenplaner oder Videoplattformen Menschen öfter veranlassen, das Breitband zu verwenden. Dadurch werden in diesem Bereich Investitionen ausgelöst, eine verstärkte Nachfrage stärkt das Angebot - bei Hardware, bei Software und bei den Anschlüssen. Hier soll das Programm AT:net greifen. Das Ziel des Programms ist es, die Einführung von qualitativen und innovativen Diensten sowie Anwendungen zu ermöglichen und zu beschleunigen. Dabei soll auch die innovative Verwertung von Forschungsergebnissen unterstützt werden.
Die Förderung soll weiterführende Innovationen im Umfeld der österreichischen IKT- Branche stimulieren, die sich positiv auf das technologische Niveau auswirken. Damit stärken wir mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere der kleineren und mittleren Unternehmen. Diese profitieren zum einen vom Einsatz neuer Technologie in den Arbeitsabläufen und zum anderen als Lieferanten im Umfeld der Infrastruktur und neuer Anwendungen.
Darüber hinaus arbeiten wir derzeit in enger Zusammenarbeit mit Telekomanbietern und der Regulierungsbehörde an Modellen für den weiteren Ausbau der Infrastruktur. Eine "Breitbandkarte Österreichs" wird erstellt, um eine genaue Sicht der momentan verfügbaren Bandbreiten in allen Regionen zu bekommen.
An welche Zielgruppe richtet sich das Programm?
Das Programm richtet sich insbesondere an einzelne Förderwerber und an Konsortien, die IKT-Lösungen, also Dienste und Anwendungen, im öffentlichen Interesse unter Nutzung der Breitbandtechnologie anbieten.
Im Frühjahr gab es einen Aufruf zur Einreichung von unverbindlichen Projektideen, um herauszufinden, wie die Unternehmen darauf reagieren. Können Sie uns sagen, wie die Rückmeldungen auf den Aufruf ausgefallen sind?
Insgesamt 163 Projektideen wurden eingereicht, die meisten davon kamen mit 75 aus Wien, gefolgt von Niederösterreich mit 24 und Salzburg mit 19. Dabei verteilen sich die Projektvorschläge fast gleichmäßig auf die vorgegebenen Kategorien. Spitzenreiter ist hier der Bereich der Zugangstechnologien, gefolgt von den Themen E-Learning, Sicherheit und Awareness.
Herr Minister, in der Sonderrichtline heißt es, Österreich strebe das Ziel an, in fünf Jahren weltweit zu den Top 5 im IKT-Bereich zu gehören. Schafft Österreich das mit diesem Programm oder sind weitere Schritte nötig, um dieses Ziel zu erreichen?
Dieses Programm stellt nur einen Baustein in der gesamten Strategie dar. Im Bereich der Forschung, hier wird der IKT Bereich stetig ausgebaut, wird das bmvit für IKT jährlich über 120 Mio € ausschütten. Im Bereich Breitband, hier arbeitet mein Ressort parallel an der Verfügbarkeit von breitbandigen Anschlüssen, ist die mit dem AT.net unterstützte Förderung der Nutzung eine der Maßnahmen, das Angebot und die Nachfrage zu stimulieren. Ein nachhaltiger Kreislauf für weitere Investitionen soll unterstützt werden.
Vielen Dank für die Antworten.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 