Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologie in Österreich ist unbestritten. Der Anteil des IKT-Marktes am BIP liegt bei etwa sechs Prozent, die Zahl der Beschäftigten liegt bei rund 125.000. Die österreichische Volkswirtschaft ist auf diese Branche angewiesen, will sie weiter wachsen und sich im weltweiten Wettbewerb behaupten.
Voraussetzung für den Erfolg ist ein gut ausgebauter Datenhighway. Mit der Breitbandinitiative hatte die österreichische Politik in der Vergangenheit versucht, den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur zu unterstützen und dabei durchaus Erfolge erzielen können, verdoppelte sich doch zwischen 2004 und 2006 die Zahl der Breitbandanschlüsse auf 1,35 Mio. (Stand September 2006).
Aber die Wachstumskurve verläuft nicht mehr so steil und daher forderte die European Competitive Telecommunications Association (ECTA) im Frühjahr die europäischen Länder zu verstärkten Anstrengungen auf. Dieser Aufforderung bedurfte Österreich nicht mehr, denn seit Mitte Januar gibt es das Programm AT:net (austrian electronic network), für das bis 2010 mindestens 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
AT:net unterstützt die Markteinführung von Prototypen
Allgemein geht es darum, das technologische Niveau der österreichischen Volkswirtschaft zu erhöhen und wirtschaftliche Impulse zu setzen. Konkret heißt das, bis 2010 die Zahl der Haushalte und Unternehmen mit Breitbandanschluss von derzeit rund vierzig auf sechzig Prozent zu steigern. Neben der Infrastruktur dient AT:net aber auch dazu, Unternehmen dabei zu unterstützen, darauf basierende innovative Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen.
Zu beachten ist, dass bei AT:net Forschung und Entwicklung bereits abgeschlossen sein müssen. Das Programm fördert den Schritt vom Prototypen bis zum Markteintritt und ist damit ein letzter wichtiger Schritt, um österreichische Unternehmen auf dem Weg in die Märkte zu unterstützen.
Wann geht es los? Der erste Call ist im Herbst zu erwarten, in den Folgejahren soll es dann jeweils in Frühjahr und Herbst eine Ausschreibung geben. Wer sich in den Ausschreibungsrunden durchsetzt, erhält einen nichtrückzahlbaren Zuschuss, der maximal 25 Prozent der förderbaren Projektkosten ausmachen darf und unter Berücksichtigung der De minimis-Regelung bei 200.000 Euro liegt. In der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), die für die Abwicklung des Programms zuständig ist, rechnet man damit, etwa 25 Projekte pro Call zu unterstützen.
Weitere Informationen zu AT:net finden Sie unter: www.ffg.at/atnet




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8/2011
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Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 