So geht's
Wer sich für eine Niederlassung im Süden interessiert, kann zwischen mehreren Formen wählen: der Gründung einer Zweigniederlassung, der Gründung eines Free Zone Establishments (FZE) und der Gründung einer Free Zone Company (FZCO). Im Gegensatz zur Zweigniederlassung sind die FZE und die FZCO juristische Personen mit eigener Rechtspersönlichkeit.
Die FZE und die FZCO sind als Gesellschaften mit beschränkter Haftung zu qualifizieren. Die FZE kann nur als Ein-Mann-GmbH gegründet werden, wohingegen die FZCO durch zwei bis fünf ausländische Gesellschafter gegründet werden kann. Das Mindeststammkapital variiert in den verschiedenen Freihandelszonen. In der Jebel Ali Free Zone sowie der Dubai Airport Free Zone beträgt das Stammkapital beispielsweise für eine FZE Dhs 1.000.000 (€250.000) und für eine FZCO Dhs 500.000 (€125.000).
Kritikpunkte
Doch auch in Arabien ist nicht alles Gold, was glänzt. So muss beispielsweise bei Geschäften mit den Regierungs- und Verwaltungsstellen der Emirate mindestens 51 Prozent der Firmenanteile ein VAE-National, also ein Einheimischer, besitzen. Thomas Glück: "Außerdem liegt hier das Geld nicht auf der Straße." Die Konkurrenz ist groß und aus aller Welt. Martin Strüber von RTC Travel, einem Reiseanbieter, der auf arabische Destinationen spezialisiert ist und eineinhalb Jahre in Dubai bei einem lokalen Reiseanbieter beschäftigt war, kann dem nur zustimmen: "Viele gehen in einer Goldgräberstimmung nach Dubai und scheitern nach wenigen Monaten."
Die Finanzierung drehe beispielsweise vielen einen Strick: "Kredite bekommt man nur schwer und nur gegen persönliche Haftung." Dass der Pass einbehalten wird, ist laut Strüber keine Seltenheit. Ein weiteres Problem sind seiner Auffassung nach die hohen Kosten in den Emiraten. Strüber: "Wenn man für eine europäische Firma arbeitet, übernimmt diese meist Krankenkasse, Mietkosten und so fort. Arbeitet man für eine lokale Firma, kann das schnell die eigenen Kapazitäten enorm strapazieren." Auch Rechtssicherheit nach europäischem Verständnis, etwa im Mietrecht, gibt es kaum. Wohnungen und Gewerberäume werden oft nur für ein Jahr vermietet - danach kann die Miete steigen, wie der Vermieter will. "Das kann das Doppelte sein, das Dreifache, das Zehnfache", so Strüber. Auch können die kulturellen Unterschiede manchen Europäern den Aufenthalt durchaus verleiden. So moniert Strüber beispielsweise, dass das Freizeitverhalten in den Emiraten nur auf Konsum ausgelegt ist. Auch das Tempo, das Dubai ja auch in kurzer Zeit groß gemacht hat, kann zu schaffen machen. 14 bis 16 Stunden-Arbeitstage, sechs Tage in der Woche sind zumindest bei einheimischen Arbeitgebern Standard. Da die Mobilfunknummer auf jeder Visitenkarten zu finden ist, wird der letzte freie Tag meist ebenfalls geschäftlich genutzt. Strübers Fazit: "Es ist ein deutlicher Unterschied, ob man für ein europäisches Unternehmen mit europäischen Standards arbeitet oder für ein regionales. Aber in beiden Fällen eignet sich ein beruflicher Aufenthalt vor allem für Junggesellen ohne familiäre und finanzielle Verpflichtungen."
Hilfe holen
Wer sich für einen Dubai-Auftritt interessiert, sollte sich im Vorfeld gut beraten lassen. Thomas Glück: "Wir empfehlen eine Kontaktaufnahme mit der Außenhandelsstelle, die auch Bahrein, Kuweit, den Oman, Quatar und Pakistan betreut." Es ist halt mit Dubai wie bei jedem beruflichen Unterfangen: Übermut tut selten gut.
(Alle Bilder: Department of Tourism and Commerce Marketing, Government of Dubai.)
(Wirtschafts- und Unternehmensberatung u.a. für Firmengründungen in Dubai) - www.emskg.de
Global Competenz Forum
(Seminaranbieter für einen reibungslosen interkulturellen Geschäftsablauf) - www.gcforum.at
Netzwerk internationaler Rechtsanwälte und Steuerberater
(Juristische Beratung bei internationalen Firmengründungen) - www.firma-ausland.de
Österreichische Botschaft Abu Dhabi
(Mit der Auslandsniederlassung der WKO in den Vereinigten Emiraten)
www.austrianembassy.ae, http://wko.at/awo/ae, www.austriantrade.org/ae
RTC Travel
Reiseanbieter, spezialisiert auf Firmen- und Privatreisen im arabischen Raum)



1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 