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Hard & Software

VoIP am Handy

Zögernd in die Zukunft

VoIP am Handy lehrt Mobilfunkern das Fürchten. Dass sie die Entwicklung aufhalten könnten, scheint dennoch unwahrscheinlich.

Moderne Smartphones sind Alleskönner. Wer sie nicht zum Fernsehen nutzt, verschickt seine E-Mails damit oder kauft Zugfahrscheine. Was vielen fehlt, ist die Fähigkeit sich mit WLANs zu verbinden ? eine Einschränkung, die zumeist bewusst gesetzt ist. Denn was Benutzer mit WLAN-fähigen Handys alles anfangen könnten, ohne sich dabei in ein Mobilfunknetz einzubuchen, wollen sich Handyfunkanbieter gar nicht erst vorstellen.

Allen voran ist da VoIP-Software. Telefonate in IP-Datenpakete zu verpacken und diese etwa mittels Session Initiation Protocol (SIP) übers Internet zu verschicken, bietet gegenüber dem Mobilfunk mit seinen hohen Roaming-Kosten einen schlagenden Vorteil: Welttelefonie mehr oder weniger zum Ortstarif. Sobald ein WLAN verfügbar ist, könnte das Handy das Gespräch über dieses aufbauen, ohne erst das GSM-Netz zu nutzen.

SIP ähnelt in seiner Funktionsweise dem Versand von E-Mails: Voraussetzung ist eine Client-Server-Struktur. Da die Technologie weltweit funktioniert, ist etwa eine französische SIP-Nummer auch in Großbritannien erreichbar, was sich vor allem für Business-Kunden als gleichermaßen kostengünstig wie komfortabel erweist.

Modelle, für deren Betriebssysteme SIP-Clients existieren, wie für Nokias e61i, machen dies bereits möglich. Auf Windows Mobile basierenden Handsets lässt sich zumeist auch schon die Software des Internet-Telefoniedienstes Skype installieren - vorausgesetzt, die Prozessorleistung des Handsets ist hoch genug, um die Komprimierung der Daten zu schaffen.

Deutlicher wird das Bunkern der Handynetzanbieter gegenüber WLAN auf Smartphones in den USA. Geräten wie Motorolas "Q", Palms Treo-Modellen oder Nokias Handys der e-Serie, fehlt dort die WLAN-Fähigkeit. Nokias e61 ist in der Version e62 erhältlich, die drahtlose LAN-Tauglichkeit fehlt allerdings.

Wenig ändert an diesem Trend das neu eingeführte iPhone von Apple. Exklusiv vom Mobilfunker AT&T Wireless angeboten, verfügt das Smartphone zwar über WLAN-Fähigkeit. Da die Software auf dem Handy-iPod-Kombo aber nur innerhalb des Webbrowsers läuft und dieser auf Funktionen wie die Mikrofonsteuerung keinen Zugriff hat, bleiben hier VoIP-Clients außen vor. Diesen Umstand dürfte AT&T nicht bloß zufällig begrüßen.

Neue Wege

Nokia E61i

Analysten zeigen sich dennoch überzeugt, dass der Markt für duale Handys beste Aussichten auf einen kräftigen Anstieg hat. Zwar brachten es Chipsätze, die GSM und WLAN vereinen, im letzten Jahr nur auf drei Prozent der weltweiten Lieferungen, doch die Marktbeobachter von InStat erwarten sich, dass das Segment heuer zum Ausreißer wird. Bis 2009 sollen diese Komponenten ein Fünftel des gesamten Chipsatz-Marktes ausmachen. Immerhin bringen Hersteller wie Nokia und HTC die Technologie bereits zu den Kunden, die rasch auf den Geschmack der Dienste kommen dürften.

Dass die Zukunft des Mobilfunks auch ganz anders aussehen, versucht derzeit Drei unter Beweis zu stellen. Mit dem Angebot der so genannten "X-Series"-Dienste erhält der Kunde seit Ende Mai ein Bündel aus Multimedia- und Kommunikationsanwendungen zum Fixpreis. Mit dabei ist auch Skype. Doch fast erwartungsgemäß gibt es auch hier zunächst Einschränkungen. So sind zwar Anrufe von Skype zu Skype auf den Handsets des Anbieters kostenlos, dennoch empfiehlt es sich das klein Gedruckte zu lesen: Außerhalb der so genannten "3 Like Home Länder" Großbritannien, Italien, Irland, Schweden, Dänemark, Australien, Hongkong und Österreich ist Skype nicht verfügbar.

Nichts desto trotz kann dies als entscheidender Schritt von Skype gewertet werden, einen Fuß in die Tür des Mobilfunkbereichs zu bekommen. Besonders, weil die Marke inzwischen so bekannt ist, dass Anwender bald gezielt nach ihr verlangen könnten - am Handy wohl bemerkt.

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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