Warum hat Schneider Electric American Power Conversion (APC) übernommen?
Durch den Zusammenschluss von APC und MGE UPS Systems entsteht ein Weltmarktführer auf den Gebieten USV-Systeme und Kühllösungen mit dem breitesten Angebot an Produkten, Lösungen und Services. Der gemeinsame Geschäftsbereich verfügt über ein globales Netz an Standorten, starke Innovationsressourcen und einen beispiellosen Zugang zu den Marktkanälen. Ein weiterer Grund für die Akquisition von APC ist sicherlich auch die sehr gute Vertriebsstruktur des Unternehmens im amerikanischen Markt sowie der renommierte Markenname.
Welche Vorteile bringt die Übernahme von APC für die Anwender?
Unsere Kunden werden vom Zusammenschluss von APC und MGE durch maßgeschneiderte Lösungen, ein weltweites Servicenetzwerk und ein großes technisches Fachwissen profitieren. Auch für unsere Aktionäre wird die Fusion wertsteigernd sein, wir können jetzt die Stärken beider Unternehmen noch besser nutzen und weitreichende Synergien schaffen.
Was wird sich bei den Produkten ändern?
Der neue Name "APC-MGE Critical Power and Cooling Services" steht für die USV- und Kühlungs-Sparte von Schneider Electric. Zudem wird es die Kennzeichnung "a company of Schneider Electric" im Logo geben. Die beiden Marken APC und MGE sollen als Brands bestehen bleiben und finden sich deshalb auch im Logo wieder.
Die Fusion wurde von Auflagen des Kartellamtes begleitet. Danach sind die einphasigen Systeme von MGE bis 11 kVA in einem eigenständigen Unternehmen zu führen. Der APC-Brand wird weiterhin in der Distribution und im Projektgeschäft den Verkauf von APC InfraStruXure-Lösungen, Management- und Überwachungssoftware sowie die Kühlung von Datencentern forcieren. Der MGE-Brand wird hingegen besonders im Projektgeschäft ab 20 kVA und bei den Key-Account-Kunden zum Einsatz kommen. Im Midrange-Bereich ab 10 kVA war MGE nach Frost&Sullivan-Studien 2006 weltweit die Nummer 1. Das wollen wir auch für alle anderen Lösungen erreichen und engagieren uns deshalb in allen Bereichen der physikalischen Sicherheit von IT-Infrastrukturen.
Was wird sich im Bereich Distribution, Projektgeschäft, Service ändern?
Auf die Eckpfeiler Distribution, Projektgeschäfte und Service haben sich sowohl APC als auch MGE bereits in der Vergangenheit ausgerichtet. Allerdings lagen die Stärken der beiden Firmen in unterschiedlichen Bereichen: Während APC schon immer Marktführer im Distributionsgeschäft war, hatte MGE einen sehr guten Ruf im Bereich Service. Durch die Fusion haben wir die Stärken von beiden Unternehmen kombiniert.
Wie schätzen Sie speziell die USV-Marktsituation im IKT-Bereich in Österreich ein?
Auf dem schnell wachsenden Markt für USV- und Kühllösungen 2007 erwarte ich in Österreich zweistellige Wachstumsraten. Dies entspricht auch dem europäischen Trend, der ein stark wachsendes Konjunkturbarometer zeigt. Ich habe ein großes Vertrauen in die österreichischen Mitarbeiter von APC und MGE, dass wir unsere starke Position weiter ausbauen und unsere gemeinsamen Ziele erreichen.
Finden Sie, dass hierzulande Unternehmen ihre IKT bereits ausreichend bei der Energieversorgung abgesichert haben bzw. wo gibt es Ihrer Meinung nach noch Nachholbedarf?
Wenn Unternehmen eine moderne IT-Sicherheitsstrategie verfolgen, investieren sie enorme Summen in digitale IT-Systeme, um Unternehmens- und Kundendaten sowie die Geschäftsprozesse zu schützen, die heute sehr eng mit ihren Informationssystemen verknüpft sind. Sind die Netzwerke und Systeme aber auch vor physischen Gefahren sicher? Fehlfunktionen von Klimaanlagen und Belüftungssystemen oder Stromausfälle bzw. Wasserschäden sind sicherlich keine technologisch komplexen Bedrohungen, sie können jedoch - ähnlich wie Hacker- und Spähangriffe - den Betrieb eines Unternehmens und somit die Hochverfügbarkeit von IT-Infrastrukturen empfindlich stören. Wir erleben täglich, dass immer mehr IT-Verantwortliche erkennen, dass ihre Sicherheitsstrategien nicht geeignet sind, um IT-Systeme vor physischen Gefahren zu schützen. Hier gibt es großen Handlungsbedarf.
Sind in der nächsten Zeit im USV-Bereich bahnbrechende technologische Neuerungen zu erwarten?
Bei akuten Stromausfällen versorgen USV-Systeme die IT-Infrastruktur von Unternehmen für eine bestimmte Überbrückungszeit. Um eine Hochverfügbarkeit von 99,999 % gewährleisten zu können, muss die unterbrechungsfreie Stromversorgung redundant aufgebaut und autark sein. Eine Aufgabe, für die bislang Bleibatterien und Dieselgeneratoren zuständig sind. Aber: Neben enormem Platzbedarf stehen ihrem Einsatz häufig auch baurechtliche Einschränkungen entgegen. Sukzessive rückt deshalb die Brennstoffzellentechnologie in dieses Segment vor.
Im Rahmen der positiven Marktentwicklung für USV-Systeme sehen wir eine stark wachsende Nachfrage im Leistungsbereich bis 200 kVA sowie nach durchgängigen Überwachungs- und Managementlösung für die zahllosen Datenknoten innerhalb der IT-Infrastrukturen. Auch im Hinblick auf effizientere und stromsparendere Rechenzentren sind deshalb Designtools zur Konzeption von Datencentern, IP-basierte Managementsysteme für Batteriesysteme, Kühlung oder Zugangskontrolle sowie Umgebungsüberwachung sehr wichtig. In diesem Bereich sind wir mit unserem ganzheitlichen InfraStruXure-Lösungsansatz von APC heute schon sehr gut aufgestellt.
Welche neuen Produkte sind in diesem Jahr noch zu erwarten?
Wir arbeiten momentan an der Zusammenführung der beiden Produktlinien von APC und MGE. Erst für Anfang 2008 planen wir weitere Produkteinführungen für APC- MGE.




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 