TFT-LC-Displays (Thin-Film Transistor Liquid Crystal) dominieren weiterhin den weltweiten Markt, allein im ersten Jahresquartal 2007 wurden laut Marktforscher DisplaySearch knapp 80 Millionen großformatige Displays (oberhalb 10 Zoll Diagonale) im Wert von 13 Milliarden $ ausgeliefert, entsprechend einem Flächenzuwachs von 48 Prozent gegenüber Q1 2006 auf 10 Millionen Quadratmeter. Das Flächenwachstum reichte gerade aus, um den Preisverfall zu kompensieren. Die koreanischen Hersteller LG Philips und Samsung allein halten 44,5 Prozent Marktanteil in Q1 2007, die Taiwanesen 40,5 Prozent und die Festland-Chinesen 3,7 Prozent.
Trend zu Breitbild
Zulegen konnten besonders Breitbild-Displays (+ 240 %), Notebooks legten hier um 85 Prozent zu. Generell wuchs das Segment der Notebook-Displays um 24 Prozent auf 23 Millionen Einheiten gegenüber Q1 2006. LG Philips sicherte sich in Stückzahlen einen Anteil von 29,5 Prozent, gefolgt von AU Optronics (25,6 %) und Samsung (24,7 %). 15,4 Zoll Diagonale mit 1280 x 800 Punkten dominierte mit einem Anteil von 47,5 Prozent den Notebook-Sektor.
LCD-Monitore wuchsen um 29 Prozent Q1 2007/Q1 2006 auf 38,5 Millionen Einheiten, während der weltweite Umsatz durch den Preisverfall um 2 Prozent auf 4,7 Milliarden $ sank. Die konventionellen 17-Zoll-Monitore mit 1280 x 1024 Bildpunkten dominieren mit einem Anteil in Stückzahlen von 35,5 Prozent den Markt, gefolgt von konventionellen 19-Zoll-Varianten (20,5 %) sowie Breitbild (1440 x 900) mit 20,3 Prozent. Die Top-3-Hersteller AU Optronics, Samsung und LG Philips bedienten knapp 50 Prozent des weltweiten Marktes.
Samsung will im Laufe des zweiten Quartals die Produktion eines 24-Zoll-LCD-Panels mit LED-Hintergrundbeleuchtung starten, das in puncto Farbqualität mit den besten derzeit verfügbaren Fernsehgeräten vergleichbar ist. Die LED-Hintergrundbeleuchtung bietet eine Farbsättigung von 111% (des US-NTSC-Standards) und übertrifft damit herkömmliche Monitore, die eine Farbsättigung von 72% dieses Standards aufweisen. Das neue S-PVA-Technologie (Super Patterned-ITO Vertical Alignment) Display weist ein Kontrastverhältnis von >1,000:1 sowie Betrachtungswinkel von 180° auf und unterstützt WUXGA-Auflösung (1920 x 1200 Pixel), das Computer-Äquivalent für Full-HD-Auflösung.
Große Panels für TVs
LCD-TVs legten im ersten Quartal volumenmäßig um 98 Prozent auf 14,5 Millionen Einheiten gegenüber Q1 2006 zu, wertmäßig entsprechend einem Zuwachs von 54 Prozent auf 13,6 Milliarden $. Den größten Zuwachs verbuchten Bildschirm-Diagonalen über 30 Zoll. Marktführer ist Samsung, gefolgt von Sony, Sharp und Philips. TVs mit Plasma-Displays sind auf dem Rückzug (-9 %), ebenso Röhren-TVs mit starkem Rückgang 17 Prozent gegenüber Q1 2006.
Auf dem SID-Symposium (Society for Display) im Mai in Long Beach zeigte Samsung einen 40-Zoll-LCD-TV (1 Meter Diagonale) ebenfalls mit LED-Hintergrundbeleuchtung, das ein Kontrastverhältnis von 10.000 : 1 erreicht, fünfmal so viel wie ein konventionelles LCD mit Kaltkathoden-Fluoreszenslampen. Die Farbsättigung übertrifft den NTSC-Standard ebenfalls um 105 Prozent, und damit wurde dieses Diplay mit dem SID Gold Award ausgezeichnet. Und das größte in Serienfertigung produzierte LCD-Panel misst 70 Zoll.
Heutige LCD-TVs mit LED-Hintergrundbeleuchtung für große Schirme erfordern hunderte von solchen Leuchtquellen, um eine ausreichende Helligkeit und einheitliche Farbtemperatur zu erzielen. Die PhlatLight-Module der US-Firma Luminus für seitliche Hintergrundbeleuchtung bestehen aus nur zehn RGB-Chipsätzen, die jeweils eine rot, grün und blau leuchtende LED sowie eine Mikrolinse für die Farbmischung und seitliche Lichteinstrahlung enthalten. Ein Prototyp für 52-Zoll-TVs zeigte auf der SID das Potenzial dieser Technologie, Luminus erhielt dafür auch den Display Component Award. "PhlatLight ist die Basis für eine neue Klasse von High Definition TVs, unsere Chipsätze werden bereits in Serie produziert und in Rückprojektions-TVs u.a. von Samsung eingesetzt", freut sich CEO Udi Meirav.
OLEDs starten nun durch
Organic Light Emitting Displays (OLEDs) sind selbst leuchtend und ermöglichen hohe Auflösungen auf kleinstem Raum. Dabei handelt es sich um Polymerketten, die beim Anlegen von Strom Licht aussenden. So lassen sich Displays mit VGA-Auflösung realisieren, die kaum größer sind als eine Kreditkarte - das ermöglicht zum Beispiel detailreiche Anzeigen für Digitalkameras und mobile Abspielgeräte.
OLEDs sind kein Nischenprodukt mehr, denn laut DisplaySearch wurden im ersten Quartal 2007 weltweit mehr als 19 Millionen Displays ausgeliefert, entsprechend einem Wachstum von 71 Prozent und einem Marktvolumen von 121 Millionen $ (+ 56 % gegenüber Q1 2006). Der Einsatz von OLEDs bleibt auf absehbare Zeit auf kleine Formate für mobile Geräte und hier besonders MP3-Player sowie Bedienkonsolen im Automobil beschränkt, wo diese Technologie mit LCDs konkurriert. Die Top-5-Hersteller (Pioneer, Samsung, LGE, RiTDisplay und TDK) halten 85 Prozent des Marktes. Aktivmatrix-OLEDs sind derzeit noch ein kleines, aber stark wachsendes Segment. Samsung, Kodak, Sony und eMagin lieferten mehr als 330.000 Displays im ersten Jahresquartal aus, für das zweite Quartal erwartet DisplaySearch eine Verdoppelung.




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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 