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Ökologie und IT

Grüner wirds noch

Im Rahmen der Konferenz "ECO-X" diskutierten Ende Mai in Wien Vertreter von Industrie und Wissenschaft unter anderem über die Herausforderungen der Elektronikschrottlinie der Europäischen Union (WEEE - Waste Electrical and Electronic Equipment). Rund 90 Teilnehmer widmeten sich Themen wie Recycling-Technologien, Rücknahmesystemen und Herstellerverantwortung im Rahmen von Produktdesign.

Die so genannte E-Schrott-Richtlinie der EU definiert seit 2005 Vorgaben für die Verwertung und Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten. Festgelegt werden etwa Quoten für den Recycling-Anteil eines Produktes. Ziel ist es ab Dezember 2006 pro Person und Jahr nicht weniger als vier Kilogramm Altgeräte zu recyclen.

Eine weitere EU-Richtlinie, die RoHS (Restriction of Hazardous Substances), verlangt überdies, dass bestimmte giftige Stoffe wie Blei, Cadmium, Chrom und Quecksilber in der Produktion vermieden werden. Von den Mitgliedsstaaten wurden diese Richtlinien unterschiedlich in nationales Recht umgesetzt. Entsprechend unübersichtlich kann es für internationale Hersteller auch sein, in den verschiedenen Staaten ihre Rechte und Pflichten ableiten[Robert Ko1]. Daher bietet das Kompetenzzentrum KERP [Robert Ko2]etwa auch Unternehmen Consulting in diesem Bereich an.

In Österreich heißt das dazu gehörige Gesetz Elektronikaltgeräte-Verordnung. Diese regelt seit zwei Jahren die Sammlung nicht mehr gebrauchter Elektronik. Verlangt wird dabei zum Beispiel die kostenlose Rückgabe für Altgeräte entweder bei Sammelstellen oder im Handel. Eine seit 1. März 2007 geltende Novelle definiert unter anderem Verpflichtungen von Sammel- und Verwertungseinrichtungen bei Unter- und Übererfüllung der Quoten.

Ähnliche Gesetze sind auch in den USA gerade in Entstehung. Texas will etwa seine Hersteller künftig verpflichten, alle neu verkauften Geräte ohne zusätzliche Kosten zurückzunehmen. Dell, das sein Hauptquartier im texanischen Rock Round hat, soll sich dem Vernehmen nach für den Gesetzesentwurf stark gemacht haben, nicht zuletzt, weil der Hersteller ein solches Service bereits anbietet. In anderen Bundesstaaten, darunter New York, New Jersey und North Carolina steht noch im Laufe des Jahres eine ähnliche Entscheidung an.

Going green

Große Komponentenhersteller wie Intel bauen indes eifrig ihre Produktionen um. Der Chipriese, der vor fünf Jahren den ersten bleifreien Flash-Speicher auf den Markt brachte, will seine Prozessoren ab der zweiten Jahreshälfte ohne Blei herstellen. Nach langer Suche nach einem Ersatzmaterial soll von nun an eine Legierung aus Zinn, Silber und Kupfer bei den Verbindungsstellen eingesetzt werden über die die Chips auf dem Substrat aufgebracht sind.

Und nicht genug: Folgen sollen laut Nasser Grayeli, Vice President Intel Technology and Manufacturing Group, auch eine höhere Energieeffizienz, ein geringerer Schadstoffausstoß und die verstärkte Wiederaufbereitung von Wasser.

Passieren soll dies unter anderem in Rahmen der "Climate Savers Computing Initiative". Gemeinsam mit IT-Riesen wie AMD, Dell, eBay, EDS, EMC, Fujitsu, Hitachi, HP, IBM, Lenovo, Microsoft, NEC, Sun Microsystems und Unisys will man energiesparende Technologien forcieren und so den Ausstoß von Treibhausgasen verringern.

Konkret peilt man bis 2010 eine Energieeffizienz von 90 Prozent an. Dies soll die jährlichen Energiekosten um 5,5 Mrd. Dollar (4,1 Mrd. Euro) und die Treibhausgas-Emissionen um 54 Mio. Tonnen reduzieren.

Urs Hölzle, Senior Vice President, Operations und Google Fellow wies zuletzt auf das Einsparungspotenzial hin. So würde ein herkömmlicher PC etwa die Hälfte der Energie, die ihm zugeführt wird, verschwenden, bei Servern betrage dieser Wert ein Drittel.

Pat Gelsinger, Vice President bei Intel zeigt sich zuversichtlich: "Bis 2010 wird die Initiative Treibhausgas-Emissionen in einem Umfang einsparen, der dem Rückgang von elf Millionen Autos oder der Abschaltung von zwanzig 500-Megawatt Kohlekraftwerken entspricht."

Die Climate Savers Computing Initiative orientiert sich grundsätzlich an den "Energy Star"-Richtlinien des US-Umweltschutzministeriums (EPA), geht in einigen Punkten allerdings darüber hinaus. Anstatt der von der EPA geforderten Energieeffizienz von 80 Prozent will man 90 erreichen, im Server-Segment sogar 92.

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Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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