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Computer

Ökologie und IT

Grüner wirds noch

Auf ein grünes Image kann kein IT-Unternehmen mehr verzichten. Am Beginn der Entwicklung steht der Verzicht auf einige Giftstoffe, am Ende eine nachhaltigere Produktion.

Ortet großes Einsparungspotenzial beim Energieverbrauch in PCs und Server: Urs Hölzle, Senior Vice President, Operations und Google Fellow

Greenpeace kämpft körpernah und medienwirksam. Als die Umweltschutzorganisation auf der MacWorld in San Francisco mit ihrer Kampagne "Green my Apple" auf die Schadstoffe in Apple-Produkten hinweisen wollen, wurde sie vom Gelände verwiesen. Was in den Medien als kleiner Eklat beschrieben wurde, zeigte Wirkung. Heute spricht Greenpeace von einem "People Power Victory". Es folgten ein Statement von Steve Jobs, in dem er "A Greener Apple" zusicherte und neue Notebooks, deren Displays mit LEDs beleuchtet sind, von Quecksilber und Arsen keine Spur mehr.

Ob das Unternehmen diese Schritte auch ohne Druck von außen so schnell gesetzt hätte, lässt sich heute bloß vermuten. Sicher ist, dass der Druck auf IT-Hersteller bezüglich Recycling- und Umweltschutzmaßnahmen im Steigen begriffen ist. Einmal an den Pranger gestellt, gibt es keinen anderen Weg als zu reagieren und die Energieeffizienz nach oben zu schrauben und Giftstoffe zu reduzieren. Eine Ausnahme macht da auch Apple nicht, das bei seinen Kunden kaum höher im Ansehen stehen könnte: von Greenpeace wiederholt auf den letzten Rang des "Leitfaden zur Grünen Elektronik" gereiht zu werden, zuletzt noch Anfang April, zeigte Wirkung.

Der Leitfaden gibt einen Überblick über die Umweltpolitik verschiedenster Hersteller. Untersucht wird nicht nur der Einsatz giftiger Substanzen in Elektroprodukten sowie Recycling-Aktivitäten, sondern auch die kommunizierten Zukunftsstrategien. Ende 2006 noch Schlusslicht, markierte PC-Produzent Lenovo zuletzt den ersten Platz und verwies sogar den Primus Nokia auf den zweiten Rang. Der chinesische Hersteller bietet ein weltweites Rücknahmesystem für seine Geräte an, die anschließend entsprechendem Recycling zugeführt werden.

Vorbildliches Verhalten wird etwa auch Sony Ericsson bescheinigt, das ab Jänner kommenden Jahres neben PVC und Flammschutzmitteln mit Brom auch solche Giftstoffe aus seinen Produkten entfernen will, die in der derzeitigen Elektronikschrott-Richtlinie der Europäischen Union noch nicht aufgelistet sind.

PVC und bromhaltige Flammhemmer will auch Apple bis Ende 2008 aus seinen Produkten entfernt haben. Weiters soll das aktuell auf die USA beschränkte Rückgabeprogramm alter und defekter Geräte international ausgedehnt werden.

WEEE und RoHS

„Bis 2010 wird die Initiative Treibhausgas-Emissionen in einem Umfang einsparen, der dem Rückgang von elf Millionen Autos oder der Abschaltung von zwanzig 500-Megawatt Kohlekraftwerken entspricht.“ - Pat Gelsinger, Vice President bei Intel

Spätestens seit die Öffentlichkeit weiß, dass sich in Notebook-Displays Quecksilber befindet und Elektromüll von Leuten in ärmeren Ländern ohne nennenswerte Schutzkleidung zerpflückt und weiterverarbeitet wird, ist der nachlässige Umgang mit dem Thema grüne Produktion und Recycling ein Image-Killer.

Gleichzeitig nimmt die Anzahl elektronischer Geräte stetig zu. In einer Studie des Umweltministeriums wird ein europaweites Plus von zu entsorgenden Elektro- und Elektronikaltgeräten von jährlich drei bis fünf Prozent genannt.

Nach Einschätzung von Christoph Herrmann, Head of Science des Kompetenzzentrums Elektronik und Umwelt (KERP) in Wien, ist Recycling ohnehin längst zum wirtschaftlichen Thema geworden. Ein Grund dafür ist der zunehmende Ressourcenmangel. Entsprechend hoch steht die Wiederverwertung von Edelmetallen und Aluminium als sekundäre Rohstoffe im Kurs.

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Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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