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Computer

Kommentar von Conrad Gruber

REBOOT 6a-2007

Der neueste Boom in der Telekom-Welt betrifft Handy-TV. Was in unseren Breiten noch gewöhnungsbedürftig ist, kann man andernorts bereits als neue Kulturtechnik beobachten.

Wer wie der Autor dieser Kolumne im Jahr 1998 in Helsinki die Straßen entlang spazierte und sich wunderte, dass allerorten Handys klingelten und fast alle Passanten dann und wann ihr Mobiltelefon ans Ohr hielten, bekam einen sprichwörtlichen Kulturschock. Damals war uns Handy-Anfängern Finnland weit voraus, jetzt zählen wir selbst in Österreich eine so genannte Handy-Durchdringung von fast 110 Prozent: Das heißt: Fast jeder hat zumindest eines, nicht wenige zwei Handys.

Wer dagegen heute mit dem Bus durch Seoul, Südkorea, fährt, der wundert sich, dass die Leute, wenn ihnen langweilig ist, die neueste TV-Sitcom am Handy oder PDA betrachten. Ganz normal ist das dort. Die fast lückenlose 3G-Breitband-Versorgung macht's möglich.

Man braucht kein Zukunftsforscher sein, um vorauszusagen, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis Handy-TV auch westliche Breiten erobert. Schon gibt es einige aussagekräftige Studien dazu. Der Marktforscher Datamonitor hat erhoben, dass die Zahl der weltweiten Handy-TV-Abonnenten bis 2012 auf 155 Millionen steigen dürfte. Derzeit beträgt diese Zahl laut Datamonitor weltweit noch 4,4 Millionen, was aber angesichts des großen Zuspruchs allein in Südkorea als zu niedrig gegriffen erscheint.

Jedenfalls meinen auch die Marktforscher, dass der asiatische Raum führend in der Akzeptanz von mobilem Fernsehen bleiben werde. Maßgeblich daran beteiligt sind eben die Anbieter von Breitband-Mobilfunktechnologie in Korea, Hongkong und bald auch vermehrt China. In Österreich mühen sich die Mobilfunk-Netzbetreiber redlich mit Angeboten wie "mobiletvaustria" (Mobilkom), "Mobile TV" (T-Mobile), "Giga TV" (One) und "MobileTV" bzw. "X-Series" (Hutchison) ab. Seit aber Handy-TV nun in Österreich auch Thema im Ministerrat war und entsprechende Gesetzesnovellen zur Ausstrahlung (so etwas braucht es in diesem Land) vorliegen, dürfte das der neuen Anwendung auf die Sprünge helfen. Dabei könnte die "Euro 2008" für Österreich zwar nicht als sportliches Großereignis in eigener Sache gelten, aber zumindest als Technologietreiber. Die Tore, die wir kriegen, sind dann wenigstens live am Handy zu sehen.

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REBOOT - Kommentar von Conrad Gruber

Kommentar von Conrad Gruber - Die Monatsrückschau auf den österreichischen IT-Markt.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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