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Ökologie und IT

Auch in der IT lässt sich Kohlendioxid reduzieren

Einsparen von Energie betrifft neben anderen industriellen Bereichen auch die Rechner bzw. Rechenzentren. Virtualisierung kann bei Servern die Auslastung signifikant verbessern und damit eine Konsolidierung beschleunigen, während am Arbeitsplatz Thin Clients energiesparender sind. Letztlich wird auch die Chiptechnologie effizientere Prozessoren hervorbringen.

Der schonende Umgang mit Energie muss spätestens seit der Vorstellung des globalen Klimaberichts der UNO Anfang Februar allen Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik bewusst sein. "Wir können jetzt mit großer Sicherheit sagen, dass die Aktivität der Menschheit zur Erwärmung beigetragen hat", unterstrich Susan Solomon, Mitglied des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der UNO. "Die Beweise liegen auf dem Tisch, jetzt muss die Weltgemeinschaft endlich handeln", ergänzte der Leiter des UNO-Umweltprogramms, Achim Steiner. "Der Klimawandel ist die Herausforderung des Jahrhunderts, und hier sind besonders die Industriestaaten gefordert."

Doch der bewusste Einsatz von Energie und damit eine möglichst weit reichende Reduktion schädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid ist nur eine Seite der Medaille, die andere sind die steigenden Kosten für die primären Energieträger. Und da beim Geld meist die Freundschaft aufhört, dürfte die Industrie nun verstärkt in Technologien zur Energieeinsparung investieren, so die Hoffnung des IPCC.

Energie sparen bei Servern

Supercomputer auf einem Chip mit nur 62 Watt Leistungsbedarf (Quelle: Intel)

"Die Energiekosten steigen, ebenfalls die Energiedichte in Servern, der Fokus bei den Herstellern liegt daher auf der Energieeffizienz", beschreibt IBMs Umweltbeauftragter Silvio Weeren das Dilemma. "Bei Servern tragen die Prozessoren um 30 Prozent zur Verlustleistung bzw. Wärmeentwicklung bei, mehr als 40 Prozent kommen von anderen Quellen wie der Stromversorgung (Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom) oder den Lüftern. Gegenüber konventionellen Servern lassen sich in Blade-Centern Ressourcen wie Stromversorgungen und Lüfter gemeinsam nutzen und somit die Energieeffizienz steigern. Die Einsparung von Energie entwickelt sich zu einem immer stärkeren Marketingargument", ergänzt IBM-Serverspezialist Paul Höcherl.

IBMs BladeCenter und "System x" werden mit den Opteron-Prozessoren von AMD ausgeliefert, zusammen mit einem "Cool Blue" genannten Konzept zur Deckelung von Strombedarf und Hitze. Cool Blue ist ein Energiemanagement-System aus Hardware und Software. Der "Heat eXchanger", eine wassergekühlte Tür, wird an der Hinterseite eines Server-Racks angebracht, um die Wärme von dort abzuführen. Über verschiedene Softwareprogramme wird der Energieverbrauch, die Verwaltung und die Kühlung auf System-, Rack- und Rechenzentrumsebene optimiert. "Mit Cool Blue lässt sich die vom Rack abgegebene Wärme um bis zu 55 Prozent senken. Dass angesichts der gestiegenen Hitzeentwicklung von Blade-Server-Farmen und Clustersystemen alte Wärmeabfuhrtechniken wieder aufleben, wie die Wasserkühlung für Großrechner bereits vor 50 Jahren, ist daher kaum erstaunlich", meint Weeren.

"Die steigende Energiedichte in Servern um bis zum Faktor 10 in den letzten Jahren von heute bis zu 30 Kilowatt, besonders den Blades, führt zu einem wachsenden Hitzestau. Die Kosten für die elektrische Energie zur Kühlung erreichen oder übersteigen bereits die zum Betrieb der Rechner erforderliche Energie. Es sind daher Maßnahmen auf mehreren Ebenen erforderlich, beispielsweise verbesserte Energieeffizienz der Prozessoren, neue Lösungen für das Energie- und Kühlungsmanagement sowie im Design der Rechenzentren", stellte dazu kürzlich Gartners Vice President Research Michael A. Bell fest.

Bisher lag der jährliche Energiebedarf der Klimatisierung im Rechenzentrum bei 60 Prozent, bis zum Jahr 2009 könnte dieser Anteil laut Gartner auf 70 Prozent anwachsen, und das bei ständig steigenden Energiepreisen. "Doch die führenden Chiplieferanten arbeiten an energieeffizienteren Prozessoren für PCs und Server, die Hersteller von Servern verwenden effizientere Stromversorgungen, Kühlungen sowie Aufbauten, und auch das Rechenzentrum selber wird in steigenden Maße unter energetischen Gesichtspunkten optimiert. Wir sehen für die nahe Zukunft auch integrierte Managementsysteme kommen, welche die Serverlasten überwachen und die Lastverteilung sowie die elektrische Versorgung und Kühlung in Echtzeit optimieren", prognostiziert Bell.

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Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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